
5:0 in Koblenz: FCK souverän in zweiter Pokalrunde
Der 1. FC Kaiserslautern steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Gegen den Oberligisten Rot-Weiß Koblenz fahren die Roten Teufel einen ungefährdeten 5:0-Sieg ein.
Dirk Schuster verzichtete auf eine größere Rotation gegenüber dem Ligabetrieb und nahm drei Änderungen vor: Im Tor entschied er sich für Julian Krahl und gegen Stammkeeper Andreas Luthe, Terrence Boyd ersetzte den angeschlagenen Ragnar Ache und Philipp Hercher rückte für Kevin Kraus in die Anfangself. Taktisch formierte sich das zunächst in einem variablen 3-4-3-, später switchten die Roten Teufel auch in ein 4-2-3-1-System.
Vor 10.176 Zuschauern im Stadion Oberwerth - darunter auch Ex-FCK-Trainer Milan Sasic -, begann der Zweitligist wie erwartet aktiv und dominant, klare Torchancen waren aber zunächst Mangelware, da der Oberligist mit viel Herz und Laufbereitschaft verteidigte. Den ersten gefährlichen Abschluss verzeichnete der FCK nach einer knappen Viertelstunde: Nach einer Flanke von Tymo Puchacz kam Boyd im Sechzehner zum Abschluss, doch Koblenz-Keeper Maximilian Grote parierte stark. Nach 19 Minuten klappte es dann besser: Wieder war es Puchacz, der in der Mitte Boyd sah, der diesmal problemlos zur Führung einschieben konnte. Die größte Möglichkeit für die Gastgeber ergab sich nach einer halben Stunde: Durch einen Stockfehler kam Terry Asare frei vor Krahl zum Abschluss, der aber aus seinem Kasten stürmte und die Gelegenheit so vereitelte. Fünf Minuten später nutzten die Roten Teufel dies dann aus und erhöhten auf 2:0: Nach einem Eckball von Tobias Raschl nahm Julian Niehues die Kugel im Sechzehner Volley und vollstreckte sehenswert. Kurz vor der Halbzeit war es erneut eine Raschl-Ecke, die diesmal Boris Tomiak per Kopf zum 3:0 verwertete.
Die zweite Halbzeit begann ereignisarm, Lautern hatte die Partie völlig unter Kontrolle. In der 64. Minute wurde dann aber Tomiak im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kenny Redondo sicher zum 4:0. In der Schlussminute schnürte Boyd seinen Doppelpack und besorgte den 5:0-Endstand.
Durch den standesgemäßen Sieg steht der FCK in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Diese steigt am 31. Oktober und 1. November. Die Auslosung findet am 1. Oktober statt.
Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: Rot-Weiß Koblenz - 1. FC Kaiserslautern 0:5
Ergänzung, 18:44 Uhr:

Stimmen zum Spiel
Krahl: "Gibt ein gutes Gefühl für die nächsten Aufgaben"
Beim 1. FC Kaiserslautern herrscht nach dem ungefährdeten Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde Zufriedenheit. Nach dem 5:0 bei Rot-Weiß Koblenz geht der Blick schon wieder in Richtung Liga.
"Wir haben das getan, was wir uns vorgenommen haben: Wir sind eine Runde weitergekommen. Wir wollten mit sehr viel Laufbereitschaft, einem hohen Pressing und einer guten defensiven Absicherung das Spiel bestreiten. Das haben wir sehr gut umgesetzt. Vor allem über unsere linke Angriffsseite waren wir sehr gefährlich. Wir wollten hier zu Null spielen, das hat die Mannschaft geschafft. In allererster Linie war aber wichtig, dass wir weiterkommen", zeigte sich Trainer Dirk Schuster nach dem standesgemäßen 5:0-Erfolg über den drei Klassen tiefer spielenden Gegner insgesamt zufrieden. Mit Blick auf das nächste Zweitliga-Heimspiel in fünf Tagen gegen Elversberg sagte der 55-Jährige: "Wir wollten das gute Gefühl eines Pflichtspielsieges mal wieder spüren und keine einfachen, dummen Fehler wie zuletzt machen. Dementsprechend können wir aus dem Pokal für die Liga mitnehmen, dass wir über 90 Minuten konzentriert Fußball spielen können. Dieses Spiel bringt die kleinen positiven Nebenwirkungen mit sich, die wir nach dem Saisonstart jetzt auch brauchen, um Elversberg zu schlagen."
Boyd: "Akribisch weiter arbeiten und mental da sein"
Erstmals in dieser Saison stand der in der Vorbereitung länger angeschlagene Terrence Boyd in einem Pflichtspiel wieder über 90 Minuten auf dem Platz. Der 32-Jährige traf doppelt und war entsprechend zufrieden: "Wir kennen alle den Pokal. Deswegen war es sehr wichtig, dass wir das ernst genommen haben, früh in Führung gegangen sind und direkt nachgelegt haben. Für uns als Mannschaft war es wichtig, dass wir wieder ein paar Tore geschossen und gesehen haben, dass wir Fußball spielen können. Wir sind eine Runde weiter, jetzt geht es darum, dieses positive Momentum mitzunehmen für Elversberg. Nun heißt es, akribisch weiter zu arbeiten und einfach mental da zu sein."
Bis eine Stunde vor Anpfiff war unklar, ob Stammkeeper Andreas Luthe, der in der Liga die kommenden zwei Spiele gesperrt sein wird, oder sein Vertreter Julian Krahl das Tor heute wird hüten dürfen. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten von Krahl, der am Oberwerth ohne Gegentreffer blieb und entsprechend zufrieden war. "Wir sind froh, dass wir ein gutes Spiel gemacht und zu Null gespielt haben. Das gibt uns ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben." Mit Blick auf das Heimspiel gegen Elversberg sagt Krahl: "Ich freue mich total auf mein erstes Heimspiel im Kasten. Ich bin weit davon entfernt, ein erfahrener Profi oder ein Zweitliga-Spieler zu sein. Deswegen wird das etwas besonderes sein. Aber ich habe es in der Vergangenheit meist gut hinbekommen, so etwas während des Spiels auszublenden."
Niehues: "Das Tor nehme ich gerne mit"
Einer der weiteren Torschützen war Julian Niehues, der mit einem sehenswerten Volley nach einer Ecke von Tobias Raschl das zwischenzeitliche 2:0 erzielte. "Ich weiß nicht, ob ich den Ball schon mal so gut getroffen habe oder ihn nochmal so treffe. Das nehme ich natürlich gerne mit", schmunzelte der 22-Jährige nach Spielende zu seinem Treffer. Doch auch er blickt schon auf das kommende Heimspiel: "Wir sind hierher gekommen und wollten das Spiel gewinnen, das ist uns gelungen. Ab jetzt schauen wir auf Elversberg."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Pokalspiel bei Rot-Weiß Koblenz
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22:41 Uhr:

Blick in die Kurve
9.000 FCK-Fans füllen das Stadion Oberwerth fast alleine
Der 1. FC Kaiserslautern ist Rot-Weiß Koblenz im DFB-Pokal nicht nur auf dem Platz um einige Klassen überlegen. Mehr als 9.000 Fans machen aus der Partie am Deutschen Eck ein zusätzliches Heimspiel.
Mit 10.176 Zuschauern war das Stadion Oberwerth ausverkauft, und die Verteilung der beiden Fanlager war eindeutig. Über 9.000 FCK-Fans reisten aus allen Himmelsrichtungen nach Koblenz und stellten so die klassische Regel, die 90 Prozent Heimfans und zehn Prozent Gästefans in Deutschlands Stadien vorsieht, gründlich auf den Kopf. Schon zwei Stunden vor Spielbeginn staute es sich auf den Straßen vorm Stadion, wobei viele Zuschauer auch mit teils gerammelt vollen Zügen anreisten. Anhänger von Koblenz musste man dagegen mit der Lupe suchen. Rund um das Stadion waren Aufkleber der Rot-Weißen rasch von Stickern des Stadtrivalen TuS, der traditionell ebenfalls am Oberwerth spielt, überklebt worden. Später hatten freilich auch die FCK-Fans weiträumig ihr Revier markiert. Und auch während der Partie konnte sich der heimische Anhang kaum bemerkbar machen. Lediglich die kleine Sitzplatz-Haupttribüne war ungefähr zur Hälfte mit Anhängern der Heimmannschaft gefüllt. Hörbar waren die aber eigentlich nur bei Standardsituationen oder den wenigen eigenen Chancen von Rot-Weiß. Das weite Rund mit der nicht nur die Sicht, sondern auch die Stimmung störenden Tartanbahn ist derweil kleiner als früher bei den FCK-Spielen zwischen 2006 bis 2011 bei der TuS Koblenz: Die damaligen Stahlrohrtribünen in der Kurve und auf der Gegengeraden sind nach den Abstiegen der Neuendorfer längst abgebaut worden.


Das Stimmungszentrum befand sich während des Spiels eindeutig im offiziellen Gästeblock, wo sich auch die Lautrer Ultras eingefunden hatten. Sie waren akustisch gut hörbar und stimmten auch immer wieder mal Wechselgesänge mit dem ehemaligen Heimblock der TuS schräg gegenüber an, wo sich ebenfalls viele supportwillige FCK-Fans eingefunden hatten. Insgesamt war die Stimmung aber - vor allem im Vergleich zu den vorherigen Spielen in der Liga gegen St. Pauli und auf Schalke - dem sommerlichen Wetter und dem wenig fordernden Spiel angepasst. Gesamturteil: Mittelmäßig. Den Ultras im Gästeblock gelang es nur selten, das komplette Stadion mitzuziehen. Durch die langgezogenen Tribünen mit nur wenigen Stufen und die bereits erwähnte Laufbahn ist dies aber auch nicht einfach.
Wie seit 2016 üblich bei Pokalspielen prangte am Zaun das große Banner "Pokalsieger 1990, 1996", in der Hoffnung auf weitere große Cup-Nächte, die noch folgen mögen. Ein paar große Schwenkfahnen im Gästeblock rundeten das optische Bild ab.


Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Koblenz:
- Fotogalerie | DFB-Pokal, 1. Runde: Rot-Weiß Koblenz - 1. FC Kaiserslautern
Quelle: Der Betze brennt

