
Zolinski an die Latte: FCK verliert 0:1 in Braunschweig
Der 1. FC Kaiserslautern zieht im Duell der Aufsteiger den Kürzeren und muss mit dem 0:1 bei Eintracht Braunschweig die fünfte Auswärtsniederlage in Folge hinnehmen.
Im Vergleich zum 2:2 gegen Heidenheim veränderte Schuster seine Anfangsformation auf zwei Positionen: Philipp Hercher, der vergangene Woche den viel umjubelten Ausgleich erzielt hatte, ersetzte Aaron Opoku, der wegen muskulären Problemen die Reise nach Braunschweig gar nicht antreten konnte. Außerdem begann Hendrick Zuck anstelle von Erik Durm. Taktisch hielt Schuster am zuletzt praktizierten 4-2-3-1-System fest.
Der FCK begann engagiert, die ersten Torchancen hatten aber die Gastgeber. Nach acht Minuten köpfte Anthony Ujah die Kugel beinahe in die Maschen, Robin Bormuth konnte aber in höchster Not vor der Linie klären. Noch größer wurde die Gefahr vier Minuten später: Wieder wirbelte Ujah die Lautrer Hintermannschaft gehörig durcheinander, der Abschluss von Anton-Leander Donkor aus spitzem Winkel konnten die Roten Teufel aber zur Ecke abwehren - viel fehlte dabei aber nicht zur Braunschweiger Führung. Insgesamt kontrollierten die Niedersachsen in der ersten halben Stunde zunehmend die Partie und waren der Führung näher als die Männer in Rot, auch weil sich immer wieder große Lücken und Räume in der Lautrer Defensive auftaten. Vor allem Immanuel Pherai hatte auf der rechten Seite oftmals zu viel Platz, um sich zu entfalten. Die größte FCK-Chance im ersten Durchgang hatte Marlon Ritter, der aus rund 20 Metern einen Freistoß aufs Tor zimmerte, Ron-Thorben Hoffmann konnte aber zur Ecke abwehren (37.). Kurze Zeit später verzog Hercher noch aus halbrechter Position.
In der zweiten Hälfte musste zunächst Nicolai Rapp verletzt in der Kabine bleiben, für ihn kam Julian Niehues. Braunschweigs bester Mann Pherai musste nach einem Zweikampf mit Kevin Kraus nach wenigen Minuten ebenfalls den Platz verlassen. Spielerisch blieben Torraumszenen in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs eher Mangelware. Die Roten Teufel taten sich offensiv weiter schwer. Wenn sie sich einmal in Strafraumnähe spielten, war der letzte Pass meist zu ungenau. Die beste Gelegenheit hatte Niehues, der aus halbrechter Position im Strafraum abzog, der Schuss konnte aber von Hoffmann pariert werden (71.). Fünf Minuten später war es dann aber der BTSV, der in Führung ging: Ujah lupfte aus der Drehung die Kugel über Luthe zur insgesamt verdienten Führung. Doch beinahe hätte das der FCK wieder egalisiert, denn nur 15 Sekunden nach seiner Einwechslung hätte Ben Zolinski den Ball zum Ausgleich einschieben können, doch er traf nur die Latte. Und so gab es diesmal kein FCK-Comeback mehr und die Pfälzer müssen so die fünfte Auswärtsniederlage in Serie hinnehmen.
Für die somit weiter bei 40 Punkten verharrenden Roten Teufel steht nun in der kommenden Woche ein absolutes Highlight auf dem Spielplan: Am Samstagabend empfängt die Schuster-Elf den ambitionierten HSV um 20:30 Uhr unter Flutlicht auf dem Betzenberg.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern 1:0
Ergänzung, 16:22 Uhr:

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Stimmen zum Spiel
Schuster übt Kritik: "Antennen waren nicht auf Sendung"
Fehlende Durchschlagskraft und die fünfte Auswärtsniederlage in Folge: Beim 1. FC Kaiserslautern legen Spieler und Trainer nach dem 0:1 bei Eintracht Braunschweig den Finger in die Wunde.
Schuster: "Wenn man so ein dämliches Tor kassiert ..."
"Wir haben das Spiel heute selbst verloren, obwohl wir wussten, was uns erwartet: Ein kampfstarker und robuster Gegner, der viel mit langen Bällen arbeitet", resümierte Dirk Schuster die Pleite beim im Gegensatz zum FCK noch abstiegsbedrohten Mitaufsteiger, die zugleich das fünfte Auswärtsspiel in Folge ohne eigenen Treffer bedeutete. Die Auswärtsserie ohne Niederlage aus der Hinrunde hat sich in der Rückrunde ins krasse Gegenteil umgewandelt. Im Eintracht-Stadion bemängelte der Trainer vor allem Grundlegendes: "Bei uns haben die Basics gefehlt und es waren nicht in allen Situationen des Spiels die Antennen auf Sendung. Das hat sich dann auch in den entscheidenden Situationen wie zum Beispiel beim Gegentor fortgesetzt - mit dem Ballverlust im Mittelfeld und dann läuft uns Ujah hinterm Rücken weg. Wenn man so ein dämliches Tor kassiert, sollte man es zumindest vorne besser machen. Aber auch das haben wir nicht geschafft, etwa als Ben Zolinski zunächst freistehend nur die Latte trifft und später den Kopfball nicht gut genug platziert."
Bormuth: "Da denkst du dir: Was ein Dreck ..."
Den beiden vergebenen Chancen des eingewechselten Zolinski, der sich nach der Partie nicht selbst äußern wollte, trauerten auch dessen Mitspieler nach. "Da geht der Ball am Schluss an die Latte, da denkst du dir: Was ein Dreck, warum geht der Ball nicht einfach rein", haderte etwa Robin Bormuth. "Es nagt an uns am meisten, dass wir heute so verlieren. Wir werden das morgen analysieren, damit wir nächste Woche vor ausverkauftem Haus gegen Hamburg wieder eine andere Leistung auf den Platz bringen. Ich würde da auch gar keinen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen machen. Wir wollen schon, sind am arbeiten und am machen, aber am Ende fehlt im Moment vielleicht so ein wenig der letzte Punch. Aber wir sind keine Mannschaft, die es schleifen lässt."
Hercher: "Auf jeden Fall musst du hier etwas mitnehmen"
"Eigentlich war es ein typisches Remis-Spiel", fand Philipp Hercher, der Held vom Heidenheim-Spiel vor einer Woche, der nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Aaron Opoku und Kenny Redondo wieder in die Startelf rückte. "Natürlich ist das auch für mich persönlich ein doofes Gefühl. Ich spiele von Anfang an und dann verlierst du durch so ein Kack-Tor. Am Ende haben wir noch zwei große Chancen. Auf jeden Fall musst du hier heute was mitnehmen. Wir müssen auswärts wieder das zeigen, was wir in der Hinrunde gezeigt haben. Wir wollen die Saison nicht herschenken und haben noch Ziele.”
Noch keine Diagnose bei Rapp - Niehues’ Dank an die Fans
Zu den verletzungsbedingten Ausfällen im Lautrer Mittelfeld gesellte sich in Braunschweig auch noch Nicolai Rapp, der in der Halbzeit mit muskulären Problemen ausgewechselt werden musste. Eine genauere Diagnose inklusive möglicher Ausfallzeit gibt es laut Trainer Schuster noch nicht. Für ihn kam Julian Niehues ins Spiel, der gleich positiv auf sich aufmerksam machen konnte, sich mit seiner persönlich guten Leistung aber naturgemäß nicht trösten konnte: "Es war für mich schön, wieder zu spielen, aber es überwiegt natürlich der Ärger über das Ergebnis. Wir müssen gucken, dass wir in den entscheidenden Momenten wacher sind. Und wir brauchen wieder das Quäntchen Glück. Wenn wir das haben, geht die Partie vielleicht anders aus. Braunschweig war heute in den entscheidenden Momenten wacher, deswegen gewinnen sie am Ende auch verdient. Ich glaube nicht, dass es bei uns an etwas Mentalem liegt - wir geben alle 100 Prozent. Aber wir haben das Glück aus der Hinrunde ein Stück weit verloren." Ein Lob und ein Dankeschön hatte Niehues für den mitgereisten Betze-Anhang parat: "Die Fans waren heute wieder wie immer einfach unfassbar. Dass nach einer Niederlage trotzdem noch 2.000 Leute da stehen und den Schal in die Luft halten, ist einfach ein schönes Gefühl und muntert ein wenig auf - auch wenn das gerade erstmal schwer ist."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22:17 Uhr:

Fotos: Imago Images
Blick in die Kurve
Weiter großer Zusammenhalt zwischen Kurve und Team
Der 1. FC Kaiserslautern steckt in der Auswärtskrise, kann sich aber weiterhin auf seine treuen Anhänger verlassen. Auch während und nach dem 0:1 bei Eintracht Braunschweig zeigten die Fans den Spielern: Wir sind ein eingeschworenes Team!
Es war wenige Minuten nach dem Schlusspfiff eines enttäuschenden Spiels - die fünfte Auswärtspleite ohne eigenes Tor in Folge -, als im Gästeblock die Schals nach oben gingen. Die enttäuschte Mannschaft wurde von den mitgereisten Schlachtenbummlern ein weiteres Mal aufgemuntert, ganz nach dem Motto: Uns können auch diese Niederlagen nicht entzweien. Die im Stadion anwesenden Fans sind nach vier Jahren in der dritten Liga, nach dem Aufstieg und nach dem frühzeitig erreichten Klassenerhalt dankbar für den Status Quo. Und sie zeigen es ihren Spielern auch und gerade in schwierigen Momenten.
Rund 2.500 Anhänger hatten den FCK an Karsamstag zum Auswärtsspiel nach Braunschweig begleitet, welches sie mittels Überziehleibchen und zwei großer Schwenkfahnen ganz in den Vereinsfarben starteten: Die Stehplätze komplett rot, die Sitzplätze komplett weiß bekleidet, dazu zum Einlaufen ein großes Banner mit der Aufschrift "Westkurve". Bis kurz vor der Pause erstrahlte der Gästeblock in diesen Farben, ehe die Leibchen abgestreift, kurz in der Luft gewedelt und dann nach vorne in den Innenraum entsorgt wurden.



Zur zweiten Halbzeit folgte in beiden Fankurven eine Spruchband-Aktion: "Schluss mit dem Vermarktungswahn - Nein zu Investoren in der DFL!" Hierbei handelt es sich um eine bundesweite Kampagne der "Fanszenen Deutschlands", deren Hintergründe das BVB-Fanzine "schwatzgelb.de" lesenswert erläutert hat.
Mehr als im Gästeblock wurde naturgemäß in der Heimkurve gejubelt, wo die BTSV-Fans unter den 21.143 Zuschauern einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf feiern durften. Die Braunschweiger Ultras waren im Vergleich zum letzten FCK-Gastspiel vor Corona vom Rand der Kurve in die Mitte umgezogen.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Auswärtsspiel in Braunschweig:
- Fotogalerie | 27. Spieltag: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 09.04.2023:

Foto: Imago Images
Offensiv viel zu wenig: Die DBB-Noten aus Braunschweig
Der 1. FC Kaiserslautern bleibt bei Eintracht Braunschweig zum fünften Mal nacheinander auswärts ohne Tore und Punkte. Dementsprechend fallen auch die Spielernoten aus.
Wenn der Torwart die beste Note erhält, ist das im Fußball meist ein Zeichen dafür, dass die zugehörigen Feldspieler keine gute Partie absolviert haben. Auch beim FCK schneidet in Braunschweig Andreas Luthe mit einer glatten Drei noch am besten ab. Ansonsten ist das Notenbild mehr schlecht als recht. Lediglich der eingewechselte Nicolas de Préville schafft es für seinen 30-Minuten-Einsatz zu einer Zwei vor dem Komma (2,5). Seine Kollegen in der Offensive um Philipp Hercher (DBB: 3,6 / Rheinpfalz: 4,0), Daniel Hanslik (4,3 / 4,0) und Terrence Boyd (4,2 / 4,5) enttäuschen dagegen auf ganzer Linie. Ganz besonders abgestraft wird Ben Zolinski, der zwar nur 15 Minuten spielte, dabei aber zwei große Chancen vergab: Durchschnittsnote 5,4.
Fans und Journalisten sehen schwachen FCK-Auftritt
Die Journalisten der "Rheinpfalz" haben zumindest für das Innenverteidiger-Duo Kevin Kraus und Robin Bormuth noch ein Lob übrig. Beide erhalten eine 2,5, wobei Tomiak zunächst Braunschweigs Top-Mann Immanuel Pherai in Manndeckung gut ausschalten konnte, aber dann im Mittelfeld das entscheidende Gegentor mit einleitete. Die FCK-Fans, die in der Regel etwas wohlwollender mit ihren Schützlingen ins Gericht gehen, sehen beide rund eine Note schlechter (3,4 / 3,3). Gleiches gilt für den in der Halbzeit eingewechselten Julian Niehues (DBB: 3,7 / Rheinpfalz: 2,5).
» Zur kompletten Notenübersicht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Braunschweig können noch bis heute, 14:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe BTSV-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Dienstag.
Quelle: Der Betze brennt
