
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg
Im Cup einen Coup landen
Der 1. FC Kaiserslautern geht zwar als Außenseiter in das Erstrundenduell im DFB-Pokal gegen Vorjahresfinalist SC Freiburg. Mit den Fans im Rücken will die Schuster-Elf aber trotzdem für eine Überraschung sorgen.
Heimspieltage sind spätestens seit dem Derby gegen Saarbrücken am 17. April dieses Jahres wieder Festtage in Kaiserslautern. Nach der schweren Corona-Zeit pilgern die FCK-Fans wieder in Scharen ins Fritz-Walter-Stadion und dürfen wieder tolle Emotionen erleben. Ob der Sieg in Unterzahl im angesprochenen Spiel gegen den FCS, eine gigantische Atmosphäre rund um das Relegationsspiel gegen Dresden oder die Explosion der Gefühle beim Last-Minute-Siegtor von Kevin Kraus beim Saisonauftakt gegen Hannover vor knapp zwei Wochen. Der Betze bebt wieder! Und auch finanziell ist der DFB-Pokal-Wettbewerb in dieser Saison lukrativer geworden. Die Teilnehmer der 1. Hauptrunde erhalten 209.247 Euro, was verglichen mit der letzten Saison vor der Corona-Pandemie eine Steigerung von über 30.000 Euro pro Klub bedeutet. Dazu kommen die Erlöse aus dem Kartenverkauf, die allerdings mit dem Gegner geteilt werden. Ein Weiterkommen würde weitere 418.494 Euro in die FCK-Kassen spülen.
Selbiges peilt die Mannschaft von Dirk Schuster auch an. Der Einzug in die 2. Runde wäre ohne Frage eine Sensation, gastiert am Sonntag doch mit Europapokal-Teilnehmer und Bundesligist SC Freiburg ein ganz schwerer Gegner im Fritz-Walter-Stadion. Weil in der 1. Pokalrunde der Aktionsspieltag Klimaschutz stattfindet, werden alle Anstoßzeiten um eine Minute verschoben. Das dabei entstehende Zeitfenster wird für Durchsagen und Informationen genutzt, die das Thema Klimaschutz betreffen. Anpfiff der Partie ist somit um 15:31 Uhr.
Was muss man zur 1. Hauptrunde im DFB-Pokal wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum Heimspiel gegen Freiburg:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Vier Punkte aus zwei Ligaspielen. Der FCK-Start in die neue Zweitliga-Saison kann sich durchaus sehen lassen. Mit den Badenern dürfte nun aber der bisher stärkste Gegner auf die Lautrer warten. Will man den Europa-League-Teilnehmer aus dem Breisgau ärgern, ist wieder wird viel Arbeit in der Verteidigung nötig und vorne wird eine gewisse Kaltschnäuzigkeit gefragt sein, um die sich wenig bietenden Chancen zu nutzen. Hikmet Ciftci könnte den in Kiel an beiden Gegentoren beteiligten Julian Niehues ersetzen. Andreas Luthe wird auch im Pokalspiel das Tor hüten. Großartige personelle Rochaden plant Schuster nicht. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass der Coach etwas von seinem bislang praktizierten 4-2-3-1-System abweicht, um so nochmal einen Tick defensiver agieren zu können und die Offensivstärken der Freiburger besser in den Griff zu bekommen.
Julian Krahl wird am Sonntag erstmals als Ersatztorhüter auf der Bank Platz nehmen, weil Avdo Spahic nach einem häuslichen Unfall in dieser Woche an der Hand genäht werden musste. Auch Ben Zolinski fällt wie Angelos Stavridis weiter aus. Ansonsten stehen Schuster aber alle Profis zur Verfügung.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Die vergangene Saison geht als die bisher erfolgreichste in die Historie des SC Freiburg ein. In der Bundesliga landete die Mannschaft von Coach Christian Streich auf Platz 6. Im DFB-Pokal drang der SC bis ins Finale vor, welches man nur ganz knapp mit 2:4 nach Elfmeterschießen gegen Leipzig verlor.
Der Erfolg weckte aber auch Begehrlichkeiten. Nationalspieler Nico Schlotterbeck zog es für rund 20 Millionen Euro nach Dortmund. Ersetzen soll ihn Matthias Ginter, der ablösefrei aus Mönchengladbach nach Freiburg zurückkehrte. Offensiv verstärkte sich der SC mit Daniel-Kofi Kyereh (St. Pauli), Ritsu Doan (Eindhoven) und Michael Gregoritsch (Augsburg). Für die Freiburger ist das Pokalspiel in Kaiserslautern das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit. In der Vorbereitung blieb die Streich-Elf ungeschlagen, musste allerdings einen personellen Rückschlag hinnehmen: Stürmer Lucas Höler brach sich den Mittelfuß und fehlt am Sonntag ebenso wie Kevin Schade.
Frühere Duelle
Ein Pokalduell zwischen dem FCK und Freiburg steht bisher in den Annalen. Am 04. Dezember 2002 gewannen die Roten Teufel im Achtelfinale zuhause mit 2:0 und zogen in dieser Saison sogar ins Endspiel in Berlin ein, das sie gegen den FC Bayern aber mit 1:3 verloren. Die Gesamtbilanz spricht für den Sportclub, der 17 der insgesamt bislang 31 Begegnungen für sich entscheiden konnte.
Fan-Infos
Für die Partie sind rund 36.000 Tickets verkauft. Aus Freiburg reisen 5.000 Fans mit nach Kaiserslautern. Restkarten für das Pokalspiel gibt es noch im Online-Ticketshop oder am Sonntag an den wenigen geöffneten Tageskassen an der Südtribüne. Wer noch ein Ticket sucht oder anzubieten hat, kann zudem die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans nutzen.
Wichtig: Am Sonntag sind die Bahnstrecken Pirmasens-Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße-Kaiserslautern gesperrt. Da nicht ausreichend Buskapazitäten für einen Schienenersatzverkehr zur Verfügung gestellt werden können, ist eine Anreise mit der Deutschen Bahn aus diesen Richtungen nicht möglich! Für Fans, die mit dem Auto anreisen, fahren Shuttlebusse nur ab der Universität und der Ausfahrt Kaiserslautern-Ost (Parkplatz Schweinsdell) an der A6 zum Fritz-Walter-Stadion. Eine dritte Park+Ride-Route aus dem Westen wird nicht angeboten. Grund dafür ist die Baustelle an der B270. Dort sind zwar pünktlich zum Spiel am Sonntag wieder alle Auf- und Abfahrten frei, allerdings steht in jede Fahrtrichtung nur eine Spur zur Verfügung. Aufgrund der Sperrung der Zugstrecken und der sicherlich vollen Straßen wird eine frühzeitige Anreise empfohlen und auch bei der Abreise muss wohl wieder genügend Zeit einkalkuliert werden. Das Fritz-Walter-Stadion ist bereits ab 13:00 Uhr geöffnet.
Alle weiteren wichtigen Informationen zum Heimspiel haben sowohl der FCK als auch das Polizeipräsidium Westpfalz und die Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern zusammengestellt. Der in Deutschland viel diskutierte Videobeweis kommt im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz. "Sky" zeigt das Spiel live im Pay-TV.
O-Töne
FCK-Trainer Dirk Schuster: "Wir werden mit der bestmöglichen Elf auflaufen, um eine Runde weiterzukommen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns die Freiburger vorab so umfangreich wie möglich angeschaut. Wir werden vorbereitet sein, aber am Ende kann die individuelle Qualität entscheidend sein."
SCF-Kapitän Christian Günter: "Ich glaube, in der 1. Runde gab es kaum ein schwierigeres Los. Sie sind in die zweite Liga aufgestiegen. Ich denke mal, das Stadion wird voll sein. Das ist direkt mal ein Kracher zum Start."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
1. FC Kaiserslautern: Luthe - Durm, Tomiak, Kraus, Zuck - Ciftci, Ritter - Zimmer, Wunderlich, Hanslik - Boyd
Es fehlen: Spahic (Handverletzung), Stavridis (Knöchelbruch), Zolinski (Knieverletzung)
SC Freiburg: Flekken - Kübler, Ginter, Lienhart, Günter - Eggestein, Höfler - Doan, Jeong, Grifo - Gregoritsch
Es fehlen: Höler (Reha nach Mittelfußbruch), Schade (Aufbautraining nach Bauchmuskel-OP)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 26.07.2022:

Sonntag, 15:30 Uhr: Pokalzeit auf dem Betzenberg
Für den 1. FC Kaiserslautern steht das nächste Highlight auf dem Programm: Mit dem SC Freiburg gastiert in der 1. Runde des DFB-Pokals der letztjährige Finalist im Fritz-Walter-Stadion. Chancenlos sind die Roten Teufel gegen den Bundesligisten dennoch nicht.
"Wir knallen alles raus, dann wird man sehen, was passiert", erzählte Terrence Boyd am Sonntagmorgen gegenüber dem "SWR", als er auf den kommenden DFB-Pokal-Gegner des FCK angesprochen wurde. Ähnlich äußerten sich Mannschaftskollege Daniel Hanslik im DBB-Interview ("Wittern unsere Chance") und Dirk Schuster ("Wir wollen wenn möglich eine Runde weiter kommen"). Keine Frage, es wird kein leichtes Unterfangen. Mit dem SC Freiburg reist am Sonntag nicht nur eine gestandene Bundesligamannschaft nach Kaiserslautern, sondern auch der letztjährige Pokalfinalist und Bundesliga-6. Klar ist aber auch: Nicht nur, dass der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, die Elf von Christian Streich muss auch auf den Betzenberg, den die Roten Teufel in den vergangenen Wochen und Monaten wieder zur echten Festung haben werden lassen. Zudem hat der FCK in der Vergangenheit gezeigt, dass er Pokal kann: In der Saison 2019/2020 warf man zuhause mit Mainz und Nürnberg erst einen Bundesligisten und dann einen Zweitligisten aus dem Wettbewerb, im Jahr darauf scheiterte man gegen Jahn Regensburg erst im Elfmeterschießen, ehe man vergangenen Sommer Borussia Mönchengladbach das Leben höllisch schwer machte und nur knapp mit 0:1 scheiterte. Auch daher warnt SC-Trainer Streich im Vorfeld der Partie: "Wir werden kämpfen müssen."
Duelle gegen Freiburg haben durchaus ihre Tradition. Nachdem der FCK in der vergangenen Saison in der 3. Liga noch gegen Freiburgs Zweitvertretung antreten musste, geht es nun endlich wieder gegen die Profis. Insgesamt 31 Mal traf man schon aufeinander, 22 Mal davon in der Bundesliga. Dabei behielt 17 Mal Freiburg und elfmal der FCK die Oberhand. Erfreulich aber: Das bisher einzige Aufeinandertreffen im DFB-Pokal entschieden die Lautrer für sich: Im Achtelfinale der Saison 2002/2003 hieß es am Ende 2:0 für den FCK, Hany Ramzy und Lincoln schossen die Tore am Betzenberg.
FCK demütig aber kämpferisch - Freiburg reist mit Verletzungssorgen in die Pfalz
Bis auf Angelos Stavridis (Knöchelfraktur) und Ben Zolinski (Knieverletzung) sollten Dirk Schuster am Wochenende alle Spieler zur Verfügung stehen. Zudem nehmen die Roten Teufel den Rückenwind aus dem guten Saisonstart in der 2. Bundesliga mit. Freiburg weiß dagegen noch nicht, wo es steht. Die Generalprobe des SC endete mit einem torreichen 3:3 gegen den französischen Erstligisten Racing Straßburg. Damit blieben die Breisgauer in der Vorbereitung ungeschlagen. Personell hat Christian Streich aber mit einigen Problemen zu kämpfen, insbesondere was die Offensive angeht. Mit Lucas Höler (Reha nach Mittelfußbruch) sowie dem U-21-Nationalspieler Kevin Schade (Aufbau nach Bauchmuskel-OP) fallen zwei wichtige Stürmer definitiv aus. Zudem ist der Einsatz von Roland Sallai (muskuläre Probleme) und Michael Gregoritsch (Sprunggelenkblessur) äußerst fraglich. Für den FCK sicherlich nicht das schlechteste Omen.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 27.07.2022:

DFB-Pokal 2022/23: Teilnehmer-Prämien so hoch wie nie
Der DFB-Pokal ist 2022/23 finanziell so attraktiv wie noch nie. Zwei Tage vor dem Auftakt der 1. Runde vermeldete der DFB einen neuen Ausschüttungsrekord.
Jeder der 64 Teilnehmer wird in der 1. Runde demnach 209.247 Euro aus den Vermarktungserlösen erhalten, die sich aus den TV-Einnahmen und jenen durch die sechs Exklusivpartnerschaften zusammensetzen. Das sei eine Steigerung von über 30.000 Euro pro Klub verglichen mit der letzten Saison vor der Corona-Pandemie, während der der DFB zunächst nur 80 Prozent der vertraglich vorgesehenen Einnahmen aus der Zentralvermarktung verteilt hatte. (…)
Quelle und kompletter Text: Kicker
Ergänzung, 27.07.2022:

Foto: Imago Images
DBB-Gegner-Check: So spielt man dem SC einen Streich
Im DFB-Pokal trifft Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern auf Europa League-Teilnehmer SC Freiburg. Als Außenseiter? Sogar Christian Streich ist nur "kritisch leicht optimistisch". Die Schuster-Jungen sollten seine Skepsis bestätigen können.
Die leidigen "K"-Wörter: Okay, so langsam mag man es nicht mehr hören, aber es trifft nun einmal zu. Der SC Freiburg bietet den besten Gegenentwurf zur Überkommerzialisierung des deutschen Fußballs. Und sein Erfolg ermöglicht eine in Deutschland einzigartige Kontinuität in der sportlichen Leitung. Auch darum ist der SC Kult, vor allem wegen seines Trainer-Kauzes Christian Streich. Eigentlich ist es ja auch zu schön, um wahr zu sein: Jemanden auf der Bank sitzen zu haben, der fachlich top ist, von einem Geldverein aber kaum weggekauft werden kann, da sein Zungenschlag so dialektgefärbt ist, dass er anderswo kaum zu vermitteln wäre. Die souveräne Hand des Sportmanagements hat sich auch in diesem Sommer wieder gezeigt. Mit dem Verkauf von Innenverteidiger Nico Schlotterbeck nach Dortmund haben die Freiburger wieder einen 20-Millionen-Transfer getätigt, wie sie ihn immer wieder mal brauchen, um der Übermacht der großen Klubs zu trotzen. Dafür holten sie Matthias Ginter aus Gladbach zurück in seine alte Heimat, der die gleiche Position spielt und ungefähr den gleichen Marktwert aufweist wie Schlotterbeck. Der aber ablösefrei kam, weil sein Vertrag auslief. Besser geht’s nicht.
Nicht viel Kaderbewegung: Außer dem Schlotterbeck-Ginter-Wechsel bewegten die Badener nicht viel Personal, dieses aber mit Verstand: Mit Daniel-Kofi Kyereh holten sie von St. Pauli den laut "kicker"-Rangliste besten offensiven Mittelfeldspieler der Zweiten Liga. Mit dem FC Augsburg tauschten sie Mittelstürmer: Michael Gregoritsch kam, Ermedin Demirovic ging. Ansonsten genießt der Kader, dessen Gesamtmarktwert nur als der zehnthöchste der Liga beziffert wird, weiter Vertrauen. Warum auch nicht, nach einem 6. Platz in der Bundesliga, der die Qualifikation für die Europa League bedeutete, sowie dem Erreichen des Pokalfinales in der vergangenen Runde. Lange Zeit hatte es sogar danach ausgesehen, dass der SC einen Champions-League-Rang erobern könnte. Ob die Kaderbreite allerdings für einen Tanz auf drei Hochzeiten ausreicht, wird sich noch weisen müssen. Zum Saisonstart dürfte diese Frage jedoch noch keine Rolle spielen.
Verletzungssorgen: Der FCK müsste sich auf ein auch zu seiner Saisonpremiere bestens eingespieltes Team einstellen, müsste der SC nicht mehrere Verletzungsausfälle von Offensivspielern beklagen. Stürmer Lucas Höfer und Turbosprinter Kevin Schade fallen länger aus, im jüngsten Testspiel gegen Racing Straßburg (3:3) verletzte sich Neuzugang Gregoritsch. Sein Einsatz in Lautern ist ebenso unsicher wie der des angeschlagenen Roland Sallai. Kyereh war wegen Rückenbeschwerden in der Vorbereitung ausgefallen, kommt erst langsam zurück.
Die Symbolfigur: Angesichts der vielen Ausfälle in der Offensive könnte auf dem Betzenberg mal wieder Nils Petersen in der Startelf stehen. Der Rekordtorjäger, der in sieben Jahren 102 Treffer für den SC erzielte, ist schon jetzt eine Vereinslegende. Freiburger aus Überzeugung, seit er in der Glitzerwelt des FC Bayern nicht zurechtkam. Neuerliche Angebote, an fette Fleischtöpfe zu wechseln, hat er danach immer wieder abgelehnt. Der nunmehr 33-Jährige wollte auch in der vergangenen Saison nicht gehen, obwohl er meist nur noch als Einwechselspieler zum Zug kam. 2011 wäre Petersen, damals noch bei Energie Cottbus unter Vertrag, übrigens um ein Haar nach Kaiserslautern gewechselt, wie er in einem "Rheinpfalz"-Interview 2016 enthüllte.
Der Stareinkauf: Mit der 8,5 Millionen Euro-Verpflichtung des Japaners Ritsu Doan vom PSV Eindhoven leistete sich der SC den zweitteuersten Einkauf seiner Vereinsgeschichte. Der 24-Jährige deutete in den Testspielen bereits an, dass er den damit verbundenen hohen Erwartungen durchaus gerecht werden könnte, präsentierte sich als schneller, dribbelstarker Flügelstürmer. Trainer Streich hat bei ihm aber auch schon Defizite in der Rückwärtsbewegung ausgemacht. Wegen der vielen Ausfälle dürfte Doan aber am Sonntag gesetzt sein.
"Eiserne" als Blaupause: Bei allem Respekt vor dem Gegner - gegen Ende der vergangenen Saison schwächelte er ein wenig, kassierte in den finalen vier Partien neun Gegentreffer. Vor allem schmerzte die Badener ihre Heimniederlage gegen Tabellennachbar Union Berlin am vorletzten Spieltag. Obwohl die "Eisernen" über 90 Minuten für sich nicht einmal 30 Prozent Ballbesitz beanspruchten, gewannen sie 4:1. Auch die Roten Teufel haben in ihren ersten beiden Pflichtspielen mit weniger Ballbesitz gepunktet. Die Köpenicker standen in Freiburg kompakt, verdichteten das Zentrum - so wie der FCK gegen Hannover. Bei Ballbesitz nutzten sie die Flügel, vor allem den rechten, da Freiburgs offensivstarker Linksverteidiger Christian Günter bei seinen Vorstößen nur unzureichend abgesichert wurde. Jean Zimmer und Terrence Boyd haben gegen Hannover und in Kiel bereits Treffer über die rechte Seite vorbereitet. Die Eisernen agierten allerdings in einem eng geschlossenen 5-3-2-, später in einem 5-4-1-System. Solcher Formationen hat sich Dirk Schuster bislang noch nicht bedient.
Und nicht vergessen: Der Klassenunterschied lässt sich natürlich nicht leugnen. Aber: Die Lautrer haben in dieser Spielzeit schon zwei Pflichtspiele bestritten, die Freiburger noch keins. Das ist ein Vorteil. Dazu der zwölfte Mann, die "West", die in den vergangenen Monaten auch von Süd- und Nordtribüne lautstark unterstützt wurde. Sogar SC-Trainer Streich ist, wie er verlauten ließ, nur "kritisch leicht optimistisch". Und überzeugt: "Wir werden kämpfen müssen." Das sollte ihm die Schuster-Elf bestätigen können. Nach den Gegentreffern von Kiel heißt es am Sonntag jedoch ganz besonders: Vorsicht vor ruhenden Bällen! Freiburgs Vincenzo Grifo gilt als einer der besten Standardschützen der Bundesliga.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 27.07.2022:

Großer Fan-Andrang beim öffentlichen FCK-Training
Der 1. FC Kaiserslautern hat am Mittwochnachmittag ein öffentliches Mannschaftstraining abgehalten. Das Interesse der Fans war dabei groß, die Roten Teufel fokussieren sich derweil auf den SC Freiburg.
Rund 400 Zuschauer, darunter viele Kinder, nutzten die gerade begonnenen Sommerferien und das sonnige, aber bei 21 Grad Celsius und Wind sehr angenehme Sommerwetter, um den Roten Teufeln bei der Vorbereitung auf die Aufgabe im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (Sonntag, 15:30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) über die Schulter zu schauen. Auch viele kleine Nachwuchskicker, die am heute begonnenen Fußballcamp am Fröhnerhof teilgenommen hatten, wollten sich die öffentliche Trainingseinheit nicht entgehen lassen.
Dirk Schuster bat um 15:30 Uhr 23 Feldspieler sowie vier Torhüter zur rund anderthalb stündigen Einheit auf den Platz. Bis auf die Verletzten Ben Zolinski und Angelos Stavridis waren alle Profis fit und engagiert bei der Sache. Auch Nachwuchsspieler Aaron Basenach, der in den ersten beiden Ligaspielen im FCK-Kader gestanden hatte, trainierte wieder mit. Nachdem die Spieler sich unter der Anleitung von Niklas Martin rund 20 Minuten warm gemacht hatten, standen heute vor allem Spielaufbau und Passgenauigkeit mit dem Ball auf dem Programm - Dinge also, die Trainer Dirk Schuster bei allem Lob für seine Mannschaft nach dem erfolgreichen Saisonauftakt, noch hier und da bemängelt hatte. Die Spieler sollten mit wenig Ballkontakten und tiefen Bällen ihre Gegenspieler in Verlegenheit bringen. Anschließend wurden drei Gruppen gebildet, wobei wieder schnelles und sauberes Passspiel gefordert war. Schuster war dabei sehr präsent, griff immer wieder lobend, aber auch ermahnend ein, zum Beispiel wenn er "Konzentration und Spielverlagerung!" einforderte oder konstatierte: "Sehr gut", aber durchaus auch einmal: "Das war scheiße!".
Lauten fit und motiviert: "Auch Freiburg muss uns erst mal schlagen"
Der Fokus aller Beteiligten liegt nun ganz auf dem kommenden Sonntag, wenn Freiburg am Betze gastiert. Abschenken will die Partie gegen den letztjährigen Pokalfinalisten jedenfalls im Vorfeld keiner - warum auch. "Es wird ein sehr schweres Spiel, bei dem wir sicher nicht so viel Ballbesitz haben werden. Wir müssen gut stehen, die Chancen, die wir kriegen nutzen, und dann muss uns auch Freiburg erst mal schlagen", zeigte sich Marlon Ritter am Rande des Trainings gegenüber Der Betze brennt kämpferisch. Zum Abschluss der Einheit stand schließlich noch ein Trainingsspiel auf dem Programm, bei dem insbesondere Stürmer Muhammed Kiprit glänzen konnte. Dreimal traf der 23-Jährige. Nach Trainingsende hieß es für die Roten Teufel noch fleißig Autogramme schreiben, denn die zahlreichen, vor allem kleinen FCK-Fans, umringten den Trainingsplatz regelrecht. Doch die Lautrer erfüllten auch den letzten Foto- oder Unterschriftenwunsch geduldig.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 29.07.2022:

Lautern freut sich auf "richtig geilen Fußballabend"
Der 1. FC Kaiserslautern geht die Aufgabe in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg mit Freude und Optimismus an. Dirk Schuster sieht seine Mannschaft in der Underdog-Rolle - rechnet sich aber trotzdem Chancen aus.
"Mit Freiburg rollt eine wahnsinnige Qualität auf uns zu. Es ist eine brutal offensivstarke Mannschaft, gegen die es schwer wird, zu verteidigen. Wir wollen uns aber mit allem, was wir haben, wehren und haben aber auch das ein oder andere Muster gesehen, wo sie vielleicht anfällig sind. Daraus wollen wir bei eigenem Ballbesitz natürlich versuchen, Kapital zu schlagen. Klar ist aber, Freiburg ist der große Favorit, aber wir wollen unseren Beitrag für einen richtig geilen Fußballabend leisten und hoffen, das bessere Ende für uns zu haben. Unseren Fans wollen wir wieder beweisen, dass wir absolut leistungsbereit sind, auch für die anstehenden Spiele in der Zweiten Liga", erzählt ein kämpferischer Trainer zwei Tage vor dem Pokalspiel am Betzenberg (Sonntag, 15:30 Uhr).
Schuster plant keine Pokal-Rotation, Krahl für Spahic auf der Bank
Abgesehen von Ben Zolinski (Knieverletzung) und Angelos Stavridis (Knöchelfraktur) fällt auch Avdo Spahic für die Pokalpartie aus. Er hat sich an der Hand verletzt. Seinen Kaderplatz wird Julian Krahl einnehmen. Ansonsten stehen den Lautrern alle Spieler zur Verfügung. Für Schuster die Gelegenheit, ein paar frischen Spielern Einsatzminuten zu gewähren, die in der Liga bislang nicht so zum Einsatz gekommen sind? "Nein, wir werden keine Experimente eingehen und die bestmögliche Elf aufbieten, die sich aus der Trainingswoche heraus kristallisiert hat. Unsere Aufgabe und Pflicht ist es, uns so teuer wie möglich zu verkaufen", will der 54-Jährige unter keinen Umständen das Spiel gegen den Bundesligisten im Vorfeld schon abschenken. Auch einen Pokal-Torhüter, wie manche Klubs es handhaben, wird es nicht geben, das FCK-Tor wird auch am Sonntag Andreas Luthe hüten.
Der FCK hat bislang 35.200 Karten für die Partie gegen die Badener verkauft. Restkarten sind im Online-Shop erhältlich, es wird am Sonntag auch in geringem Umfang, mit insgesamt vier geöffneten Schaltern an der Südtribüne, eine Tageskasse geben.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel gegen Freiburg folgen morgen im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 29.07.2022:

Gegen Kiel fielen beide FCK-Gegentore nach Standards; Foto: Imago Images
FCK-Gegentore: "Müssen alle gemeinsam daraus lernen"
Der 1. FC Kaiserslautern hat zuletzt Schwächen beim Verteidigen von Standardsituationen gezeigt. Kurz vor dem Pokalspiel gegen den SC Freiburg will Trainer Dirk Schuster darauf nochmals besonderen Fokus legen.
Die Roten Teufel hätten gegen Holstein Kiel durchaus den zweiten Sieg im zweiten Spiel der noch jungen Zweitliga-Saison einfahren können, hätten sie nicht innerhalb von nur sechs Minuten zwei Gegentore nach Eckbällen kassiert. Eine Sache, die auch FCK-Trainer Dirk Schuster ärgerte, bei allem Lob, das er seiner Mannschaft ob des gelungenen Saisonstartes ausgesprochen hat. "Die Standards in Kiel waren saumäßig verteidigt, das kann ich auch hier so deutlich sagen", sagte der Trainer lachend auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Pokalspiel am Sonntagnachmittag gegen Freiburg. "Aus den Fehlern aus Kiel müssen wir alle gemeinsam etwas lernen. Vielleicht auch wir als Trainer, dass wir bei den Zielspielern des Gegners eine andere Zuteilung vornehmen. Aber auch im Verhalten der Mannschaft während der Standardsituationen, dass wir mehr Körperkontakt suchen, wenn sich der Gegner im Rücken wegschleicht. Diese Dinge müssen wir verbessern. Daher wird das auch definitiv in unserem Abschlusstraining eine Rolle spielen, damit die Spieler das in einem relativ kurzen Zeitraum vor der Partie am Sonntag im Kopf behalten können und es nicht wieder vergessen", erklärte der 54-Jährige schmunzelnd auf Nachfrage von Der Betze brennt.
Keine Schuldzuweisung an einzelne Spieler – Schuster warnt vor Freiburger Standard-Spezialisten
Vor allem, weil die Roten Teufel mit dem SCF nochmal eine andere Hausnummer im Fritz-Walter-Stadion erwarten. Gerade vor dem Offensivspiel warnt Schuster seine Mannen, aber eben auch von den Standardsituationen im Speziellen sieht er eine Gefahr ausgehen. "Mit Vincenzo Grifo hat Freiburg einen überragenden Schützen, der die Bälle punktgenau in den Strafraum bringt, wo auch ein paar sehr gute Kopfballspieler lauern. Das wird für uns eine sehr große Herausforderung sein, das sauber zu verteidigen und nach Möglichkeit, Freistöße aus dem Feld gar nicht erst zuzulassen, indem man mit relativ wenig Foulspiel verteidigt", ist der Lautrer Übungsleiter auf der Hut vor den Standards des Bundesligisten.
Mit Blick zurück auf die jüngsten Gegentore beim 2:2 gegen Kiel betonte Schuster aber einmal mehr, keine einzelnen Sündenböcke ausmachen zu wollen. "Es geht überhaupt nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen und mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und zu sagen: 'Du hast uns da Punkte gekostet'. Das gibt es bei uns nicht. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Das gilt auch für Julian Niehues, den filtern wir nicht als Einzelnen heraus, das gibt es nicht. "Jule" hat selbst gemerkt, dass er bei den Gegentoren etwas unglücklich agiert hat. Er wird das Beste daraus machen und daraus lernen, dafür sind Fehler da. Wir haben ihm auch mitgeteilt, dass das kein Weltuntergang ist, sondern eine Situation, an der er wachsen kann. Dass er dazu gewillt ist, hat er uns in der Trainingswoche gezeigt", so Schuster, angesprochen auf Julian Niehues, der im Vorfeld beider Gegentoren in Kiel entscheidende Zweikämpfe verloren hatte.
» Zum Video: Dirk Schuster über das Verteidigen von Standardsituationen (ab 10:02 Minuten)
Quelle: Der Betze brennt
