
Comeback mit Heimsieg: Lautern schlägt Hannover 2:1
Traumstart für den 1. FC Kaiserslautern in die neue Saison: Gegen Hannover 96 gewinnen die Lautrer dank eines Treffers von Kevin Kraus in der Nachspielzeit mit 2:1 (1:0) und melden sich mit einem Heimsieg zurück in der 2. Bundesliga.
Im ersten Saisonspiel hatte Trainer Dirk Schuster neben Torwart Andreas Luthe und Ben Zolinski etwas überraschend auch Erik Durm als dritten Neuzugang von Beginn an aufgeboten. Der Weltmeister von 2014 übernahm die rechte Seite der Viererkette, während links Hendrick Zuck verteidigte. Kapitän Jean Zimmer rückte in der 4-2-3-1-Formation weiter nach vorne.
Vor der imposanten Kulisse von 40.579 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion erwischten die Lautrer begünstigt durch einen Patzer der Gäste einen optimalen Start in die Partie und in die Saison. Terrence Boyd holte sich in der 12. Minute einen völlig missratenen Rückpass auf der rechten Strafraumseite, legte ab auf Mike Wunderlich, der mit der Picke zum 1:0 einschoss.
Die vor der Saison hoch gehandelten Niedersachsen hatten zwar Spielanteile. Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von Luthe aber nur in der 29. Minute, als Boris Tomiak vor dem einköpfbereiten Hendrik Weydandt per Kopf klärte. Der nach einer halben Stunde für den verletzt ausgeschiedenen Zolinski gekommene Kenny Redondo setzte fünf Minuten vor der Pause den nächsten Nadelstich, als er zuerst einem Hannoveraner in der gegnerischen Hälfte den Ball klaute und dann Ron-Robert Zieler per Distanzschuss prüfte.
Nach Wiederbeginn erarbeitete sich Hannover allmählich ein kleines Übergewicht und kam seinerseits zu einer guten Möglichkeit durch einen Versuch von Phil Yannik Neumann (60.). Mit viel Herz und der Unterstützung der Fans verteidigten die Roten Teufel aber den knappen Vorsprung. In der 75. Minute entschärfte Luthe einen Freistoß von Sebastian Kerk zur Ecke. Fünf Minuten später passierte es dann aber doch, als Havard Nielsen aus kurzer Distanz zum Ausgleich traf (80.). Alles deutete somit auf ein Remis zum Saisonstart hin. In der Nachspielzeit bekamen die Roten Teufel aber eine weitere Ecke, nach der Kevin Kraus mit der fast letzten Aktion des Spiels zum frenetisch umjubelten 2:1 einnetzte.
Durch den 2:1-Erfolg zum Auftakt haben die Lautrer im Kampf um den Klassenerhalt die ersten drei Punkte im Sack. Weiter geht es für die Elf vom Betzenberg nun am kommenden Samstag um 13:00 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Hannover 96 2:1
Ergänzung, 23:50 Uhr:

Stimmen zum Spiel
"Wie die Feuerwehr": Rote Teufel festigen die Euphorie
Die Rückkehr des 1. FC Kaiserslautern in die 2. Bundesliga hätte besser nicht laufen können. Nach dem Last-Minute-Sieg über Hannover 96 sind die Roten Teufel wunschlos glücklich.
"Wir haben uns heute für eine überragende taktische Leistung der Mannschaft selbst belohnt, die über 70 Minuten kaum eine klare Gelegenheit von Hannover zugelassen hat. Wir haben ein intensives Spiel aus der Partie gemacht, die aber nicht unfair war. Die Führung war sicher etwas glücklich, aber wir haben das im Verlauf der Partie dann gut gemacht. Gegen Ende wurde der Druck natürlich immens, sodass wir gegen die individuelle Qualität von 96 etwas Probleme bekommen haben. Mit der Einwechslung von Daniel Hanslik als hängende Spitze wollten wir aber ein Zeichen setzen, dass hier noch etwas geht. Wir sind natürlich glücklich und stolz, dass wir die ersten drei Punkte der Saison einfahren konnten und alle FCK-Fans im Stadion und an den Fernsehgeräten glücklich in die Nacht schicken konnten", war FCK-Trainer Dirk Schuster nach dem Lucky Punch zum 2:1-Heimsieg in der Nachspielzeit hochzufrieden.
Wunderlich mit Premieren-Tor: "Haben unser Herz auf dem Platz gelassen"
Begeistert darüber war natürlich auch Mike Wunderlich. Der 36-Jährige, der in seinem ersten Zweitliga-Spiel seit über zehn Jahren zunächst die Führung erzielte, lobte dabei vor allem den Lautrer Mannschaftsgeist. "So ein Ding in der letzten Minute zu ziehen ist natürlich überragend. Ich glaube wir haben uns das durch unsere Mentalität erarbeitet, die uns auch letzte Saison schon ausgezeichnet hat. Gegen eine Spitzenmannschaft der Zweiten Liga haben wir lange mitgehalten, auch wenn sie am Ende natürlich brutal Druck gemacht haben. Das Gegentor war etwas unglücklich, aber man hat wieder gesehen, was in diesem Stadion möglich ist. Viele würden wegbrechen, wir haben uns direkt geschüttelt und den Lucky Punch gesetzt", sagte der Routinier.
Die Emotion nach dem Abpfiff begeisterten Wunderlich auch noch deutlich nach dem Spiel: "Das Eröffnungsspiel als Aufsteiger in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen und dann in der Nachspielzeit das Siegtor zu machen, schöner hätten wir es uns nicht ausmalen können. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen und das ist belohnt worden. Mit Blick auf die Auswärtspartie in Kiel glaubt Wunderlich, dass der Sieg dem Team einen Schub geben könnte: "Wir wollten gut starten, das haben wir geschafft. Das können wir heute Abend genießen und dann konzentrieren wir uns auf nächste Woche."
Siegtorschütze Kraus bescheiden: "Haben uns das als Mannschaft verdient"
Für die Gefühlsexplosion nach Schlusspfiff sorgte Kevin Kraus. Im Gewirr behielt er als einziger den Überblick im Strafraum: "Ich musste nur die Innenseite ran halten, ich stand ja völlig frei", beschrieb Kraus die entscheidende Szene. Nach Schlusspfiff war der 29-Jährige trotzdem gelassen und will nach dem Sieg jetzt nicht überschnappen: "Siege am Betze sind immer schön. Aber wir haben nur drei Punkte geholt von 40, die wir uns zunächst vorgenommen haben. Wir haben gerade defensiv ein sehr ordentliches Heimspiel hingelegt, gegen eine Zweitliga-Mannschaft, die diese Saison sicher noch einige Tore erzielen wird. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen, auch wenn wir wissen, dass wir uns noch steigern müssen. Diesen Sieg haben wir uns heute als ganze Mannschaft verdient."
Debütant Luthe schwärmt: "Das ist natürlich sensationell"
Sein erstes Spiel am Betze erlebte derweil Lauterns neue Nummer Eins, Andreas Luthe. Der 35-jährige Schlussmann, der ohne Fehler blieb, strahlte auch noch weit nach Schlusspfiff: "Es war klar, dass das besonders wird. 20:30 Uhr, Flutlicht geht an und dann legen wir auch noch los wie die Feuerwehr. Damit haben wir Hannover schon etwas beeindruckt. Für jeden Gegner muss es hier richtig unangenehm werden, auf dem Betzenberg zu spielen. Dann haben wir eine Chance in dieser Liga." Das Gegentor sah der Keeper im Nachgang entspannt: "Das macht den Fußball doch erst richtig interessant: Wenn du spät ein Gegentor fängst und dann kurz vor Schluss so einen Lucky Punch erzielst. Hannover wollte das auch, aber wir haben's gemacht. Das ist bei einem Heimspiel natürlich sensationell."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Hannover 96
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16.07.2022:

Blick in die Kurve
Urschrei in der Nachspielzeit: "Lautre is widder do"
Mehr als 40.000 Zuschauer, eine vor allem in der zweiten Halbzeit knisternde Stimmung und ein kollektiver Urschrei in der zweiten Minute der Nachspielzeit: Der Betze ist zurück in der 2. Bundesliga - und wie!
Emotional wurde es beim ersten Zweitligaspiel im Fritz-Walter-Stadion nach vier Jahren schon vor dem Anpfiff der Eröffnungspartie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96. Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff wurde die in Gedenken an den verstorbenen FCK-Ehrenpräsidenten in Norbert-Thines-Nordtribüne umbenannte Haupttribüne auch offiziell eingeweiht.

Mit gleich drei Spruchbändern auf der Süd- und Nordtribüne sowie in der Westkurve und der Aufschrift “Ruhe in Frieden, Julia!” gedachten die Anhänger vor Spielbeginn zudem der kürzlich verstorbenen und vielen bekannten Julia Meyer vom Fanclub “Wir sind Betze”.

Die neue Saison in der 2. Bundesliga begrüßten die FCK-Fans derweil noch einmal mit dem Aufstiegsmotto “Lautre is widder do”, das zum Einlaufen der Teams auf einem Spruchband vor der Westkurve prangte. Vor und während des Spiels zeigten die Ultras zudem mehrere Protestbanner gegen die WM in Katar und in Richtung der DFL sowie deren neuer Geschäftsführerin Donata Hopfen, die mit merkwürdigen Ideen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Im Einzelnen waren folgende Spruchbänder zu lesen:
- "Herzlich willkommen Norbert-Thines-Nordtribüne!"
- "Ruhe in Frieden, Julia!" (Wir sind Betze)
- "Boycott Qatar!"
- "Boycott Qatar - 300 Tote für 90 Minuten Fußball - 15.000 Tote sind Euch egal!"
- "Integrer Wettbewerb, gerechte Fernsehgeldverteilung und den Fan im Mittelpunkt statt digitaler Liga, Virtualität und Drohnen-Interviews - Hopfen: Fußball pur statt Eventkultur!" (Pfalz Inferno)
- "Willkommen zurück Max und Niggl" (K-Town Reds)


Rund 2.500 Anhänger aus Niedersachsen begleiteten die 96er in die Pfalz und zeigten beim Einlaufen eine kleine Choreo aus schwarzen, weißen und grünen Fahnen sowie Pyro und dem Motto: "Immer weiter - Immer voran". Vor Beginn der zweiten Hälfte feierten die Ultras der “Gruppe Unterrang” ebenfalls mit einer kleinen Choreo und Pyro ihre Gründung vor ziemlich genau sechs Jahren, der die erste Auswärtsfahrt ebenfalls zum Eröffnungsspiel der 2. Bundesliga auf dem Betzenberg folgte: "Hier fing alles an - Eine Gruppe voller Tatendrang". Der Support der Gäste-Anhänger machte sich im Spielverlauf immer mal wieder bemerkbar. Den emotionalen Schlusspunkt auf den Rängen setzte an diesem stimmungsvollen Abend aber der FCK.

Nach dem Schlusspfiff wurden die Gästefans, von denen mehrere hundert mit einem Sonderzug angereist waren, zunächst noch fast eine Stunde am Stadion zurückgehalten. Trotzdem kam es bei der Abreise wie schon beim Relegations-Hinspiel im Mai gegen Dresden auch für Teile der FCK-Anhänger wieder zu Problemen und teils erheblichen Verzögerungen.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Hannover:
- Fotogalerie | 1. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Hannover 96
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16.07.2022:

Die Oldies überragen: Die FCK-Noten zum Auftaktsieg
Der 1. FC Kaiserslautern begeistert seine Fans bei der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Vor allem drei erfahrene Kräfte überzeugen beim 2:1-Sieg über Hannover 96 - darunter zwei Torschützen.
Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, als der FCK noch einen Eckball bekam, dieser auf Umwegen bei Kenny Redondo landete, der den Ball akrobatisch per Fallrückzieher in die Mitte weiterleitete, wo Kevin Kraus mit der Innenseite zum 2:1-Siegtreffer abstaubte. Ein Tor wie zu alten Betze-Tagen und der erste Siegtreffer in der Nachspielzeit bei einem Liga-Heimspiel seit März 2011. Damals sorgte Erwin Hoffer gegen den SC Freiburg für Jubelschreie in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Kein Wunder also, dass Kraus bei den Fans auf Der Betze brennt mit einer Durchschnittsnote von 1,6 zum Teufel des Tages gekürt wird. Über 1.700 Einzelbewertungen wurden bereits abgegeben. Die Journalisten der "Rheinpfalz" sind dagegen deutlich kritischer: Sie vergeben an den Innenverteidiger nur eine glatte Drei.
Rote Teufel überzeugen Fans, "Rheinpfalz" ist zurückhaltender
Dicht verfolgt im Noten-Ranking der Fans wird der 29-jährige Kraus von zwei weiteren erfahrenen Kickern: Lauterns neue Nummer eins Andreas Luthe blieb trotz Gegentor fehlerlos und strahlte extreme Ruhe aus, was ihm eine Durchschnittsbewertung von 1,7 (Rheinpfalz: 2,5) einbringt. Und last but not least erhält natürlich auch Mike Wunderlich eine Eins vor dem Komma (1,8): Der 36-Jährige wurde mit seiner 1:0-Führung zum ältesten FCK-Torschützen in einem Ligaspiel, sein Treffer in der 12. Minute machte einen unvergesslichen Betze-Abend unter Flutlicht erst möglich. Ihn sehen die Journalisten der Tageszeitung ähnlich stark (2,0), ansonsten verteilt sie aber auch einige mäßige Noten, wie etwa an Erik Durm (Rheinpfalz: 3,5 / DBB: 2,2) oder Boris Tomiak (3,5 / 2,4), während bei den FCK-Fans kein Teufel mit einer Drei vor dem Komma abschneidet.
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Kaiserslautern – Hannover 96

Die DBB-Noten zum Heimspiel gegen Hannover können noch bis heute, 22:15 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCK-H96. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt

