
Vorbericht: Viktoria Köln - 1. FC Kaiserslautern
Alle zusammen ins letzte Drittliga-Spiel!
Vorläufiges Finale für den 1. FC Kaiserslautern: Bei Viktoria Köln soll nochmal ein Angriff auf Platz 2 gestartet oder ansonsten zumindest der Relegationsplatz klargemacht werden. Vorentscheidungen könnten bereits am Samstag ohne eigenes Zutun fallen.
Es war ein bemerkenswerter Auftritt von Marco Antwerpen. Der Coach hatte sich vorbereitet und nutzte die Pressekonferenz vor dem letzten regulären Meisterschaftsspiel der Roten Teufel am Freitagmittag für einen minutenlangen Monolog, in dem er die Leistung der Mannschaft in dieser Saison und die Fan-Unterstützung lobte, aber auch Selbstkritik übte und auch noch die ein oder andere Spitze an einige Kritiker verteilte. Manch einer dürfte dabei von den klaren Worten des Trainers überrascht gewesen sein.
Um den Relegationsplatz ganz endgültig zu sichern, braucht der FCK rechnerisch noch einen Punkt, sollte 1860 München am Samstag in Magdeburg gewinnen. Sollte Braunschweig zeitgleich bei den hoffentlich durch das Bierversprechen der "Teufelskerle Süd" zusätzlich motivierten Meppenern kein Sieg gelingen, so hätten die Roten Teufel mit einem Auswärtssieg sogar doch noch eine Chance auf den direkten Aufstieg. Ob und wie Magdeburg und Meppen, München und Braunschweig mitgeholfen haben, werden die Lautrer schon vor dem eigenen Spiel wissen. Anstoß der Partie im Sportpark Höhenberg ist am Sonntag um 14:00 Uhr.
Was ist vor dem Auswärtsspiel in Köln sonst noch wichtig? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum 37. Spieltag:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Marlon Ritter brachte es am im SWR-Interview wie folgt auf den Punkt: "Wir sind geil darauf, asozial zu spielen. Das hat gegen Dortmund gefehlt. Wir müssen geil sein, die Dinger zu ziehen, dann klappt das auch." Nach zwei Niederlagen in Folge will der 1. FC Kaiserslautern in Köln genau diese über die Saison lange gezeigten Tugenden wieder auf den Platz bringen. Die Löcher in der Abwehr, die zuletzt fünf Tore in zwei Spielen kassierte, müssen wieder gestopft werden, nach vorne ist wieder Esprit nötig, die Balance zwischen Defensive und Offensive muss wieder passen. Dass die Mannschaft es drin hat, war schließlich oft genug zu sehen.
Nun soll in Köln, wo die Partie atmosphärisch ein weiteres Heimspiel wird, nochmal gemeinsam gejubelt werden, bevor es dann wohl in die Relegationsspiele gegen Dresden gehen würde. Aber wer weiß: Vielleicht ist nach dem Samstagsspielen ja sogar noch mehr möglich. Kevin Kraus wird in Köln nach abgesessener Rot-Sperre wieder auflaufen, Alexander Winkler fehlt nach fünf Gelben Karten. Je nach Ausgangssituation ist es nicht ausgeschlossen, dass Antwerpen die mit vier Gelben Kartons vorbelasteten Kraus, Philipp Hercher, Jean Zimmer und Hikmet Ciftci teilweise schont. Auf der Pressekonferenz am Freitag wollte der Coach sich auf derartige Gedankenspiele aber noch nicht einlassen.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Viktoria Köln hat sicher keine einfache Woche hinter sich. Am Montag beendete der Klub in beiderseitigem Einvernehmen die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Andreas Rettig. Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich Mittelfeldspieler Kai Klefisch schwer am Knöchel verletzt hat und bis Saisonende nicht mehr eingesetzt werden kann. Sportlich schweben die Höhenberger noch in Abstiegsgefahr. Mit 39 Punkten steht die Mannschaft von Coach Olaf Janßen derzeit auf Platz 15. Nach dem 2:1-Sieg von Verl in Dortmund am Freitag benötigt die Viktoria aus den letzten beiden Spielen theoretisch noch einen Sieg, um sicher die Klasse zu halten. Nach der Partie am Sonntag müssen die Kölner am 38. Spieltag noch in Braunschweig antreten und könnten somit auch im Aufstiegskampf noch ein Zünglein an der Waage sein.
Neben Klefisch wird auch der Ex-Lautrer Timmy Thiele im Saisonfinale nicht mitwirken können. Den Stürmer, der nahezu die gesamte Spielzeit verletzungsbedingt ausfiel, plagen Adduktorenprobleme.
Frühere Duelle
Keines der bisherigen fünf Duelle mit der Viktoria hat der FCK bislang verloren. Im Hinspiel siegte die Antwerpen-Elf souverän mit 4:0. In Köln gab es im Dezember 2019 einen 4:2-Erfolg. Vor fast einem Jahr sicherte ein spätes 3:3 den Punkt, der einen Tag später zum Klassenerhalt reichte.
Fan-Infos
Der FCK erhielt 3.380 Tickets für den Gästeblock auf der Gegengeraden, die in wenigen Minuten ausverkauft waren. Schon in den Tagen zuvor hatten sich viele Fans Karten in den restlichen Stadionbereichen besorgt und auch im VIP-Zelt dürften sich zahlreiche FCK-Anhänger tummeln. So werden wohl 6.000 bis 8.000 Fans die Roten Teufel unterstützen. Das Spiel ist offiziell ausverkauft, es werden keine Tageskassen geöffnet. In der DBB-Kartenbörse werden von Fans noch vereinzelt übrige Tickets zum Einkaufspreis angeboten. Hier gilt aber ebenfalls: Schnell sein! Die wenigen Anbieter haben meist binnen Sekunden sehr viele Anfragen.
Das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern ruft alle Anhänger zur Mottofahrt "Alle im roten Trikot nach Köln" auf. Einen Sonderzug oder Entlastungszüge wird es nicht geben. Im Vorfeld der Partie veröffentlichten die Kölner "Schäl Sick Sufftras" einen ausführlichen Aufruf mit der Überschrift "Sportpark sauber halten - kein Gästefan im Heimsteher". In den Blöcken 10 und 11 sollen demnach die Ordner zu Hilfe gerufen werden, wenn sich FCK-Fans dort erkennbar machen. Der Zutritt zu diesen Blöcken mit Farben oder Symbolen des Gastvereins ist laut Stadionordnung nicht gestattet. Sollten Lautrer für diese Bereiche Karten haben, gilt es also aufzupassen und nicht im Heimblock den Dicken zu machen, egal ob man diese Vorgehensweise peinlich oder legitim findet. Bitte denkt diesbezüglich auch daran, dass wir nächste Woche möglicherweise noch auf die Hilfe der Kölner gegen Braunschweig angewiesen sein werden!
Stadionöffnung ist zwei Stunden vor dem Anpfiff, also um 12:00 Uhr. Der Höhenberger Ring direkt am Stadion wird ab 8:00 Uhr vollständig durch die Bundespolizei gesperrt. Zufahrt erhalten ab diesem Zeitpunkt ausschließlich Fahrzeuge mit Parkschein. Es wird eine frühzeitige Anreise und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel empfohlen. Für die FCK-Fans stehen Parkplätze im Bereich der Kölnmesse in Köln-Deutz zur Verfügung. Von dort geht es dann per kostenlosem Bus-Shuttleservice zum Sportpark Höhenberg. Alle weiteren wichtigen Informationen sind auf der FCK-Homepage zu finden.
Das Spiel ist aufgrund des Sonntagstermins nicht live im Free-TV zu sehen. In der App "OneFootball" kann das Einzelspiel für 2,99 Euro gebucht werden, außerdem überträgt natürlich wie immer "Magenta Sport" für zahlende Abonnenten.
O-Töne
FCK-Trainer Marco Antwerpen: "Wir haben in dieser Saison ganz, ganz viele richtige Entscheidungen getroffen, sonst wären wir nicht Dritter. Den Fans wollen wir am Sonntag etwas zurückgeben."
Viktoria-Trainer Olaf Janßen: "Es ist kein Geheimnis, dass sich das am Sonntag anfühlen wird wie ein Auswärtsspiel. Ich glaube, dass wir 41 Punkte brauchen. Es ist wichtig, dass wir nur bei uns sind. Wir werden alles versuchen, dieses Spiel zu gewinnen."
Daten und Fakten
Voraussichtliche Aufstellung:
Viktoria Köln: Nicolas - Koronkiewicz, Siebert, Greger, May - Fritz, Sontheimer - Risse, Handle - Jastremski, Philipp
Es fehlen: de Vita (Reha nach Knie-OP), Klefisch (Knöchelverletzung), Lorch (Muskelverletzung), Thiele (Adduktorenprobleme)
1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Ciftci - Hercher, Ritter, Klingenburg (Götze), Zuck - Wunderlich - Hanslik, Boyd
Es fehlen: Röser (Kreuzbandriss), Winkler (Gelb-Sperre)
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis
Vorherige Meldungen ab 03.05.2022:

Sonntag, 14:00 Uhr: Kopf hoch, Brust raus - für den FCK
Steh auf, wenn Du am Boden bist! Der 1. FC Kaiserslautern muss sich nach den jüngsten Rückschlägen fangen und gegen Viktoria Köln wieder sein altes Selbstbewusstsein auspacken. Für das letzte reguläre Saisonspiel sind viele Szenarien denkbar.
Die rein sportliche Erinnerung an das Hinspiel vom 4. Dezember 2021 ist eine Gute: Die Roten Teufel feierten durch Tore von Daniel Hanslik (4., 48.), Philipp Hercher (20.) und Jean Zimmer (87.) einen 4:0-Kantersieg und bissen sich damit endgültig im oberen Tabellendrittel fest. Und auch sonst hat die Bilanz des FCK gegen die Viktoria nur wenige Makel. In der ersten gemeinsamen Spielzeit 2019/20 gewann Lautern 4:2 und 3:0 gegen Köln. Vergangene Saison gab es - was sonst - zwei Unentschieden, wobei vor allem das 3:3 nach Zwischenständen von 1:0 und 1:3 beim Auswärtsspiel in Erinnerung geblieben ist. Der FCK machte an jenem Wochenende den zuvor in weiter Ferne scheinenden Klassenerhalt klar.
FCK-Fans wieder in deutlicher Überzahl - Kraus zurück, Winkler gesperrt
Damals war es ein Geisterspiel, dieses Mal werden die Roten Teufel von vielen tausend Fans zur Auswärtsfahrt begleitet. Der Sportpark Höhenberg fasst offiziell 10.001 Plätze, von denen die Gastgeber aber aus Sicherheitsgründen wohl einige frei lassen werden. So oder so muss man jedenfalls kein Prophet sein, um von einer mehr als deutlichen Überzahl an FCK-Anhängern auszugehen. Einige fuhren sogar extra nach Köln, um Tickets am Stadion zu kaufen, andere wurden Vereinsmitglied bei der Viktoria, um über diesen Weg an Karten zu kommen.
In personeller Hinsicht kann Marco Antwerpen wieder auf den in Wiesbaden (1:2) und gegen Dortmund II (1:3) schmerzlich vermissten Kevin Kraus zurückgreifen. Der zentrale Abwehrmann hat seine vermeidbare Rot-Sperre aus dem Derby gegen Saarbrücken (3:1) abgesessen. Dafür muss mit dem nach fünf Gelben Karten gesperrten Alexander Winkler nun ein anderer Innenverteidiger ersetzt werden. Als Alternativen sind Linksfuß Hikmet Ciftci, aber auch René Klingenburg und Max Hippe denkbar. Auch Felix Götze hat mit seinem Kopfballtreffer gegen den BVB nochmal hinsichtlich einer Nominierung für die Startelf auf sich aufmerksam gemacht. Sonstige neue Ausfälle gibt es Stand heute nicht zu beklagen. Die Mannschaft hat am Dienstag noch trainingsfrei und soll nach den Rückschlägen den Kopf frei bekommen, ehe am Mittwoch die intensive Vorbereitung auf das Sonntagsspiel startet.
Verschiedene Szenarien denkbar: Wie spielt die Konkurrenz am Samstag?
Auch wenn der FCK nur auf sich selbst schauen und mit einem erfolgreichen Spiel sein Selbstvertrauen zurückgewinnen sollte, sind am Wochenende doch recht viele Szenarien zu registrieren. Gegner Köln steckt mit nur drei Punkten Vorsprung noch im Abstiegskampf, zudem sorgte das Ausscheiden von Geschäftsführer Andreas Rettig für Unruhe. Dennoch könnte der Ex-Klub von Marco Antwerpen, Mike Wunderlich (sein Vater Franz ist weiterhin Sportchef der Viktoria) und René Klingenburg vor dem Anpfiff am Sonntag schon gerettet sein - sofern die beiden Verfolger Duisburg (gegen Freiburg II) und Verl (bei Dortmund II) dann weiterhin hinter Köln liegen sollten. Aus Lautrer Sicht wäre Platz 2 vorzeitig futsch, wenn Braunschweig am Samstag in Meppen gewinnen sollte. Andernfalls könnten die Roten Teufel mit einem eigenen Sieg nochmal Druck erzeugen. Gleichzeitig muss noch ein Auge auf 1860 München gerichtet werden, das einen Dreier bei Meister Magdeburg benötigt, um nochmal bis auf zwei Punkte an den FCK heranzukommen. Somit kann sich sowohl für Köln als auch für Lautern die Ausgangsposition bis Sonntag noch erheblich ändern. Beeinflussen können beide Mannschaften aber sowieso nur das, was sie selbst - mit Unterstützung ihrer Fans - auf den Platz bringen.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 04.05.2022:

FCK-Daten im Check: Von Schönspielern und Murksern
Der 1. FC Kaiserslautern tritt im vorgezogenen Saisonfinale bei Viktoria Köln an. Ein idealer Gegner, könnten Fußballbeschreiber meinen, die gern Daten-Analysen zu Hilfe nehmen. Denn die Viktoria ist so etwas wie ein "Anti-FCK".
Nach dem Verständnis moderner Ballsportversteher spielt Viktoria Köln "schön", der 1. FC Kaiserslautern dagegen nicht. Doch die "Schönspieler" sind immer noch nicht aller Abstiegssorgen ledig, während die "Murkser" immerhin noch auf Relegationsrang 3 stehen, auch nach zwei bitteren Niederlagen zuletzt. Ob das ungerecht ist? Nö. Das ist die 3. Liga.
Der FCK - Außenseiter mit Abwehrbollwerk? Befeuert wurde diese Sichtweise auf den FCK zuletzt durch eine beim NDR erschienene Zahlenspielerei, die Lautern mit Tabellennachbar Eintracht Braunschweig vergleicht. Da wird dem FCK ein "Außenseiter-Fußball mit Abwehrbollwerk" attestiert, mit einem "ganz speziellen Defensiv-Stil, der sich von allen anderen Mannschaften im oberen Tabellendrittel unterscheidet". Festgemacht wird unter anderem an den geringen Ballbesitz-Anteilen der Roten Teufel und ihrem allgemein wenig aggressiven Pressing-Stil. Offensiv sei der FCK allenfalls durch Standards gefährlich, heißt es.
Da der Autor am Ende die größere Aufstiegswahrscheinlichkeit für Braunschweig errechnet und damit wahrscheinlich richtig liegen wird, wollen wir hier keinesfalls Kollegenschelte betreiben. Aber wenigstens auf ein paar Tücken solcher Zahlenspielereien hinweisen. Daher - und angesichts der angespannten Situation nach den jüngsten zwei Niederlagen -, machen wir heute keinen klassischen Gegner-Check, sondern stellen lediglich ein paar Vergleiche an, die Aufschlüsse über den augenscheinlich angeschlagenen FCK erlauben.
Von wegen kopfballschwach: Im NDR-Bericht wird zum Beispiel darauf verwiesen, dass der FCK nur 46,39 Prozent seiner Kopfballduelle gewinnt und dies im Ligavergleich der drittschlechteste Wert ist. Was der Datenanbieter "Wyscout"auch bestätigt. Aber hallo? Kaiserslautern und kopfballschwach? Wie haben die Betze-Buben dann elf Tore mit dem Schädel erzielen können? Nur Zwickau und Halle haben mehr auf dem Konto. Und wieso haben sie nur drei Kopfballtore kassiert, was absoluter Liga-Bestwert ist, wenn die Hintermannschaft im Luftkampf vorzugsweise den Kürzeren ziehen?
Womöglich verlieren die Roten Teufel ihre Kopfballduelle vornehmlich in Zonen, in denen es nicht drauf ankommt. Und der NDR-Bericht bescheinigt dem FCK immerhin, die beste Mannschaft der Liga zu sein, was die "Effektivität" im Verwerten von Torchancen angeht.
Die spielstarke Viktoria - trotzdem nur Rang 14: Irgendwie aber scheint es schon eine Eigenheit der Mannschaft von Marco Antwerpen zu sein, genau in den Segmenten maue Daten zu produzieren, die moderne Fußballbeschreiber am liebsten heranziehen, um attraktives Spiel zu identifizieren. Der kommende Gegner bildet in dieser Beziehung so etwas wie ein Gegenstück zum FCK.
Die Viktoria spielt im Mittel 438,54 Pässe pro Spiel, nur Magdeburg passt öfter. Im Schnitt spielen die Kicker von Olaf Janßen 53,82 Pässe im Angriffsdrittel, so weit vorne passen nur Magdeburg und Osnabrück öfter. Und das gelingt den Kölnern mit einer Genauigkeit von 69,1 Prozent, das kann nur Magdeburg besser. Sie haben im Spiele-Durchschnitt 56,1 Prozent Ballbesitz, auch da erzielen nur Magdeburg und Osnabrück höhere Werte. Und im besonders beliebt gewordenen PPDA-Ranking, also bei den Pässen, die man dem Gegner gestattet, ehe man ihn attackiert, liegt die Viktoria immerhin auf Rang 5 - nur Magdeburg, Osnabrück, Verl und Mannheim erlauben dem Kontrahenten weniger Zuspiele, ehe sie ihn angreifen. Lautern platziert sich in all diesen Rankings nur unter "ferner liefen", wenn nicht gar ganz hinten.
Merkwürdig ist nur, dass immer wieder genannten Magdeburger souveräner Tabellenerster und bereits feststehender Aufsteiger, die ebenfalls häufig genannten Osnabrücker immerhin Sechster sind - doch Köln ist lediglich Vierzehnter, der Klassenverbleib zwei Runden vor Schluss ist immer noch nicht gesichert. Diese Werte allein garantieren also noch keinen Erfolg. Zum Vergleich: Der FCK passt im Angriffsdrittel zwar deutlich weniger, hat aber 27 Mal öfter aufs Tor geschossen als die Viktoria. Und 20 Mal öfter getroffen.
Quantität und Qualität: Überhaupt, zwischen dem 8. und dem 34. Spieltag - also nach der Generalinventur, die das Trainerteam nach dem 0:1 in Magdeburg vornahm, bis zur Niederlage in Wiesbaden - holte der FCK 58 Punkte, so viele wie keiner sonst in der Liga. Und er erzielte die zweitmeisten Treffer, 50 nämlich. Ganz schön torreicher und langer Lauf für ein Team, das angeblich nur auf sein "Abwehrbollwerk" und seine Standards vertraut, nicht? Oder gibt’s nicht vielleicht doch noch andere Kenngrößen, die die immer noch gute Platzierung der Roten Teufel erklären? Beim Passspiel etwa - kommt’s da nicht vielleicht doch eher auf Qualität statt auf Quantität an?
Der FCK spielt sogenannte "smarte" Pässe, also Pässe, die mindestens eine Abwehrlinie überwinden, mit einer Genauigkeit von 48,5 Prozent. Ein Wert, den sonst keiner in der Liga erreicht. Und auch die "Through Passes", also die Steckpässe hinter die Abwehrreihe, kommen zu 35,5 Prozent exakt, das ist vierbester Wert der Liga. Und war der Fußball, den die Betze-Buben boten, wirklich so unansehnlich, nur weil er keinen Fokus auf Ballbesitz und permanentes Angriffspressing setzte?
Konzentration und Kompaktheit sind jetzt gefragt: Schon klar, nach zwei Niederlagen in Folge ist es nicht angezeigt, Schönfärberei zu betreiben. Aber es ist auch nicht angezeigt, die Nerven zu verlieren. Noch ist alles drin in dieser Saison.
Es soll ja auch gar nicht geleugnet werden: Lautern hat in den letzten drei Monaten trotz vieler Siege selten über 90 Minuten überzeugt. Aber bis auf wenige Ausnahmen gab es in jedem Spiel Phasen, mal länger, mal kürzer, in denen die Mannschaft zeigte, dass sie auch früh attackieren, kompakt aufrücken, zweite Bälle erobern und einen Gegner dominieren kann.
Das Derby gegen Saarbrücken etwa wurde erst in der zweiten Halbzeit zum Triumph der stärkeren Mentalität. In der ersten Halbzeit beherrschten die Männer in Rot den Gast bis zu Kraus’ Platzverweis auch dank ihrer kompakten, nach vorne drängenden Spielanlage. Und in der ersten Hälfte gegen Magdeburg bot der FCK dem spielerisch stärksten Team der Liga absolut paroli, bis er in Rückstand geriet. Die zum größten Teil klaren Heimsiege gegen schwächere Gegner müssen wir nicht im Einzelnen aufzählen.
Die Intensität und die Kompaktheit dieser Phasen gilt es wiederzufinden. Und die Konzentration, diese auch mal länger durchzuhalten. Dabei können auch personelle Wechsel helfen.
Stabilitätsfaktor Kraus: Kevin Kraus dürfte nach seiner Rot-Sperre gegen Köln in die Startelf zurückkehren. Er personifiziert im Grunde, was wir eben beschrieben haben. Kraus ist nicht der Mittelmann einer Dreierkette, wie ihn moderne Fußballbeschreiber gerne sehen. Er ist augenscheinlich nicht besonders ballsicher, nicht besonders schnell und keiner für präzise Aufbaupässe. Was er tatsächlich wert ist, hat man aber zuletzt in den beiden verlorenen Partien gesehen, in denen er fehlte. Stellungsspiel und Antizipationsgeschick lassen sich mit Daten nunmal schwer erfassen.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 05.05.2022:
Mottofahrt: Alle im roten FCK-Trikot zum Spiel in Köln
Das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern ruft alle Fans für das Auswärtsspiel in Köln (Sonntag, 14:00 Uhr) zu einer Mottofahrt auf. "Alle im roten Trikot nach Köln", heißt es auf dem heute Abend veröffentlichten Flyer.

Quelle: Der Betze brennt / Fanbündnis FCK
FCK-Fans spendieren Bier für Schützenhilfe aus Meppen
Auf der Zielgeraden der Saison gilt es noch einmal alle Kräfte für den Aufstieg zu bündeln. Das betrifft nicht nur die eigenen Kräfte, sondern auch die der Gegner unserer Gegner. Aus diesem Grund möchten wir den SV Meppen am Samstag mit einer besonderen Aktion unterstützen. Sollte die Mannschaft gegen Eintracht Braunschweig nicht verlieren, spendet unser Fanclub dafür Fritz Walter-Bier.
Um möglichst viel Bier in Aussicht stellen zu können, benötigt unser Fanclub Unterstützung. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann für 20,00 € eine Kiste Bier für den SV Meppen finanzieren. Dafür ist lediglich eine E-Mail an bier@teufelskerle-sued.de unter der Angabe von Name, Adresse und der Anzahl der Kisten, die man finanzieren möchte, erforderlich. Teilnahmeschluss ist Freitag, 6. Mai 2022 um 12:00 Uhr. Für die Abwicklung kommen wir im Anschluss auf alle Interessierten zu.
Quelle: Teufelskerle Süd
Ergänzung, 06.05.2022:

Marco Antwerpens Grundsatzrede vor dem Saisonfinale
Der 1. FC Kaiserslautern kämpft weiter um den Aufstieg in die 2. Bundesliga und muss dafür als nächstes bei Viktoria Köln bestehen. Trainer Antwerpen nutzt die Pressekonferenz vor dem Sonntagsspiel für eine Grundsatzrede.
Gewöhnlicherweise werden vor den wegen der Pandemie immer noch virtuellen Pressekonferenzen die Fragen der Journalisten vorgelesen und der Trainer antwortet darauf. Heute allerdings wollte Marco Antwerpen zunächst ein paar eigene Worte sprechen und gab vor der letzten regulären Saisonpartie in Köln (Sonntag, 14:00 Uhr) folgendes Statement ab:
"Es ist mir ein Anliegen, etwas zum bisherigen Saisonverlauf zu sagen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil sie richtig was geleistet und sich als ein richtiges Team präsentiert hat. Wir mussten uns etwa in der Phase des schlechten Saisonstarts Fragen gefallen lassen, die nicht immer angenehm waren: Wir sind nicht in der Lage, auswärts zu gewinnen. Wir sind nicht in der Lage, zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Wir können keine Tore schießen, wir können keine Standardsituationen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gewillt gewesen ist, an all diesen Themen zu arbeiten und sie hat all diese Fragen von Kritikern entsprechend beantwortet.
Wenn man sieht, wo wir jetzt aktuell stehen - immer noch mit der Möglichkeit, in die zweite Liga aufzusteigen - dann muss man sagen: Wir spielen die erfolgreichste Drittliga-Saison, seitdem der FCK in dieser Klasse spielt.
Man hat nach dem Wendepunkt in der Hinrunde gegen Mannheim gesehen, dass wir eng zusammengewachsen und gewillt sind, den Weg weiterzugehen. Es ist eine Belohnung, dass wir immer noch die Möglichkeit haben, über zwei zusätzliche Spiele die geweckten Erwartungen zu erfüllen. Oder vielleicht patzt ja auch Braunschweig noch, so wie es uns auch passiert ist.
So eine Saison kannst du aber nicht alleine spielen. Ich bin sehr beeindruckt von unseren Fans, die uns in den letzten Spielen überragend unterstützt haben. In Würzburg waren trotz Schneeregen 5.000 Zuschauer von uns. Die Unterstützung in Wiesbaden, wie die Mannschaft nach der Niederlage von den Fans gefeiert worden ist. Eine Westkurve, die ein sehr gutes Gespür hat und die Mannschaft nach der Enttäuschung gegen Dortmund wieder aufgebaut hat. Das nötigt mir Respekt ab und das finde ich überragend. Ohne unsere Fans hätten wir das nicht geschafft. Und diesen Fans wollen wir am Sonntag etwas zurückgeben.
Was ich gelernt habe und zum Teil auch vorher schon wusste, ist dass dieser Verein eine unglaubliche Wucht hat. Dadurch waren wir auch häufig die Zielscheibe von anderen Vereinen, die immer mal wieder etwas über den FCK oder über mich als Trainer haben fallen lassen. Auf diese Dinge haben wir nie reagiert und werden es auch in Zukunft nicht machen.
Gegen all diese Widerstände haben wir uns gewehrt. Der ganze Verein ist zusammengewachsen, das ist eine richtig gute Geschichte geworden. Nur gemeinsam können wir sportlich erfolgreich sein. Deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die diesen Verein leben, lieben und für ihn arbeiten.
Zum Abschluss noch etwas in eigener Sache: Wenn man uns auf der Trainerbank sieht und diesen Verein generell, dann sieht man, dass viele Emotionen im Spiel sind. Einige Spiele sind diesbezüglich nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Da wo Emotionen sind, da werden Fehler gemacht - die haben wir mit Sicherheit auch gemacht. Rückblickend muss man sagen, dass wir uns von diesen Emotionen manchmal haben zu sehr leiten und ablenken lassen. Aber auch wir sind nur Menschen und versuchen aus diesen Fehlern zu lernen."
Kraus wieder dabei, Winkler gesperrt - 7.000 bis 8.000 FCK-Fans erwartet
Für den FCK geht es am Sonntag darum, mindestens den dritten Platz und damit die beiden Relegationsspiele gegen Zweitligist Dynamo Dresden zu sichern oder vielleicht sogar nochmal für Platz 2 und den direkten Aufstieg angreifen zu können - je nachdem, wie die Konkurrenz am Samstag vorlegt. Dabei kann Marco Antwerpen wieder auf Kevin Kraus zurückgreifen, der seine Rot-Sperre abgesessen hat und zurück in der Startelf erwartet wird. Ersetzt werden muss dagegen Alexander Winkler nach seiner fünften Gelben Karte. Ansonsten sind alle Stammspieler fit und einsatzbereit. Allerdings stehen aktuell vier Akteure - Kraus, Philipp Hercher, Hikmet Ciftci und Jean Zimmer - bei vier Gelben Karten und wären im Falle einer weiteren Verwarnung in einem möglichen Relegationsspiel gesperrt.
Die 3.380 Karten für den offiziellen Gästeblock waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Der Verein rechnet laut eigenen Angaben mit 7.000 bis 8.000 FCK-Fans im Sportpark Höhenberg, der insgesamt nur maximal 10.000 Zuschauer fasst.
» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln
Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Köln folgen am morgigen Samstag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.
Quelle: Der Betze brennt
