Was ist den so falsch an dem Beitrag von @Meistermannschaft? Er bringt das zum Ausdruck, was nicht nur er sondern auch viele andere denken. Ähnlich wie bei Koblischeck soll schon wieder jemand in den Beirat einziehen, der deutlich weniger Stimmen bekommen hat, als andere Aufsichtsratsmitglieder. Das ist Fakt. Ein absoluter Webfehler der Ausgliederung, auf den nicht zuletzt Sester (Satzungsausschuss) oder eben Remy sehr frühzeitig hingewiesen haben. Dabei wäre dieser ganz einfach zu beheben: Indem man einfach alle Aufsichtsräte auch in den Beirat lässt. Denn wie ein Aufsichtsrat effektiv kontrollieren soll, wenn er sich über die Vorgänge aus seiner wichtigsten Beteiligung nicht direkt informieren kann, ist mir völlig schleierhaft. Wer sich etwas näher mit den Vorgängen um den Satzungsausschuss und die angestrebte Rückkehr zu einem Präsidialsystem beschäftigt, der wird mitbekommen haben, wo und auf welcher Ebene - sagen wir - abweichende Meinungen dazu existieren.
Ich finde es einigermaßen amüsant, wie hier ständig darauf hingewiesen wird, dass es keine Kandidaten mehr für den Aufsichtsrat gibt - und solch ein handfester Grund wird nicht nur ignoriert, sondern noch ins Gegenteil gekehrt. Ich kenne gleich drei, nach meiner Einschätzung sehr fähige Leute, die genau aus diesem Grund nicht angetreten sind. Weil sie nämlich überhaupt keine Lust hatten, sich in einem Gremium eigentlich gleichberechtigter darum zu schlagen, wer den "ernsthaft" kontrollieren darf und wer nicht.
Auch weil es der User @donbetze hier mandraartig wiederholt, nochmals einige Klarstellungen:
Die Familie von Martin Weimer wurde nicht bedroht und er wurde auch nicht mit Klagen überzogen. Er hat - nach meinen Informationen - über einen Arbeitgeberwechsel bei der erneuten Bewerbung als Aufsichtsrat nicht so informiert wie gefordert (Aussage Dr. Koll). Außerdem hatte er persönlichen Stress mit Professor Wilhelm gehabt. Das letzteres einigen quersitzt, weil sie Wilhelm nicht leiden können und dachten es wäre schlau einen Top-Juristen mit einer Klage zu überziehen (da war es nämlich so, vom Verein selbst öffentlich gemacht), steht auf einem anderen Blatt Papier, hat aber mit dem Rücktritt von Martin Weimer nichts zu tun.
Koblischeck wiederum unter anderem ist zurück getreten, weil man ihn trotz höherer Anzahl der Stimmen nicht in den Beirat lassen wollte. Weil man ihm gesagt hat, die SPI Investoren wollen das nicht - was nach deren Aussage garnicht stimme - und weil man einen gefassten Beschluss - aus seiner Sicht - nicht so umgesetzt hat wie besprochen. Wer mal auf die Zwischentöne - zwischen reichlich persönlicher Verachtung - von beiden Seiten - gehört hat, konnte das sehr wohl rausfiltern.
Professor Wilhelm ist zurückgetreten, weil ihm seine eigenen Amtskollegen eine Unterlassung zugestellt haben, die er nicht unterschrieben hat (im Vergleich zu anderen Beiräten, die sehr wohl eine Unterlassung unterschreiben mussten, wie wir in der letzten JHV erfahren haben).
Martin Wagner ist m.W. zurückgetreten, weil man gegen seinen Rat mit Boris Schommers in die neue Saison gegangen ist.
Wenn man das jetzt mal durchgeht, geht es hier zu aller erst um Stress zwischen den Aufsichtsräten, Beiräten etc. Ein Team, dass wohl nie eines war, hat sich nach allen Regeln der Kunst selbst zerlegt. Da war keiner von außen dran Schuld, hat Druck gemacht, diffamiert oder sonst irgendwas, sondern hier haben Alphatiere alle Register des Gabentisch der persönlichen Eitelkeiten gezogen uns sich von vorne nach hinten zerlegt. Gestritten wie die Berserker, auf dem Rücken unsers Verein. Davon ist jetzt noch einer übrig…. ob man davor Respekt haben soll, muss jeder selbst beurteilen.
Es ist diese allgemeine Wahrheitsbeugung - auch hinsichtlich des Gutachten und dessen angeblichen Ergebnissen - die dem FCK schadet. Die Opfer Täter Rolle ist dabei nur eine Frage von welcher Seite man draufschaut. Die Art und Weise schadet dem FCK - egal welche Sichtweise man hat. So lange diese kritische Selbstreflexion nicht da ist, wird es auch keine Ruhe geben. Wobei ja jetzt mit Ben und Fritz zumindest mal zwei im AR sind, die exakt darüber zu verfügen scheinen. Dazu gab es sogar einen halbwegs ausgewogenen Kommentar in der Printausgabe der Rheinpfalz.
Und nochmal etwas zum Rücktritt von Markus Merk. Die FAZ in Person von Erb titelte wie folgt:
Mission Merk: gescheitert
https://www.faz.net/aktuell/sport/fussb ... 97040.html
Man muss diese Meinung nicht teilen (und wie ich zu der Berichterstattung stehe, ist hinlänglich bekannt), aber: Wer die Zusammenhänge um den Verein gut kennt, der weis durchaus woher der Wind hier weht. Das sind keine pöbelnden Fans im Internet, sondern es ist eben keine umgewichtige Stimme die hier über ihr Medium spricht. Insbesondere wenn es die KGaA und ihre Finanzierung geht.
Nochmal, dass ändert nichts an den Verdiensten von Markus Merk für den FCK. Aber wie es hier einige schon geschrieben haben: die Einstellung von Antwerpen und die Absetzung von Boris Notzon war die Korrektur von Fehlentscheidungen, auf die Entscheidungsträger wie Markus und Rainer weit im Vorfeld hingewiesen wurden. Da war es aber gerade opportun zu sagen: wir glauben an das sportliche Konzept von Boris Notzon und SOV (welches auch immer das war), weil es den eigenen Interessen zuträglich war. Das man meiner Meinung nach im Nachhinein die Existenz des Vereins damit aufs Spiel gesetzt hat, weil man zwei Dinge miteinander verknüpfte, die nichts miteinander zu tun haben, wurde sehr schnell offensichtlich.