
Soeren Oliver Voigt ist nicht mehr FCK-Geschäftsführer
Soeren Oliver Voigt ist nicht länger Geschäftsführer der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH. Das geht aus einer öffentlichen Mitteilung des Amtsgerichts Kaiserslautern hervor. In der Mitteilung des Amtsgerichts heißt es, dass stattdessen nun Thomas Hengen als alleiniger Geschäftsführer der Management GmbH eingesetzt wurde. Der Beirat der Management GmbH wollte sich auf Nachfrage von SWR Sport bislang nicht dazu äußern. (…)
Quelle und kompletter Text: SWR
Ergänzung, 10.11.2021:
FCK bestätigt Trennung von Geschäftsführer Voigt
Der Beirat der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH und der kaufmännische Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt haben sich einvernehmlich auf eine vorzeitige Beendigung des bis Juni 2022 laufenden Vertrags geeinigt.
Soeren Oliver Voigt wird den Verein im besten beiderseitigen Einvernehmen zum 30. November 2021 verlassen, nachdem er im Dezember 2019 das Amt des kaufmännischen und sportlichen Geschäftsführers des pfälzischen Traditionsvereins übernommen hatte.
Soeren Oliver Voigt: "Mein Dank gilt allen Fans, den Sponsoren, den Gremien und nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des 1. FC Kaiserslautern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen zwei Jahren. In dieser Zeit haben wir es geschafft, den Verein durch seine wohl schwierigste und herausforderndste Phase zu führen und ihm durch ein solides Fundament eine positive Perspektive für eine nachhaltige Entwicklung in den nächsten Jahren zu ermöglichen. Ich wünsche dem FCK alles Gute, vor allem natürlich den möglichst zeitnahen Aufstieg in die 2. Bundesliga."
"In einer sehr anspruchsvollen, dynamischen und belastenden Zeit war uns Soeren Oliver Voigt mit seiner kaufmännischen Expertise und Lösungsorientierung in den letzten beiden Jahren ein wichtiger Partner. Mit großem Engagement und Einsatz hat Herr Voigt ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass wir im vergangenen Jahr den schweren Weg der Lizenzierung und der Insolvenz in Eigenverwaltung schnell, souverän und erfolgreich absolvieren und unseren FCK im Profifußball überhaupt erhalten konnten. Mit seiner ruhigen, professionellen, sachlichen und analytischen Art hat er sich bei Geschäftspartnern, Sponsoren, den Gremien sowie den Mitarbeitern eine hohe Akzeptanz und große Vertrauensbasis erarbeitet. Der Beirat bedankt sich im Namen der Mitglieder, Fans, Gremien und seinen Mitarbeitern bei Soeren Oliver Voigt für seine geleistete Arbeit für unseren FCK und wünscht ihm persönlich und beruflich alles erdenklich Gute", betonte der Beiratsvorsitzende Dr. Markus Merk.
Im Rahmen der fortlaufenden Strukturierung wird der Beirat möglichst zeitnah, aber ohne Zeitdruck und mit der notwendigen Ruhe und Sorgfalt, die Nachfolgelösung im Bereich der Kaufmännischen Geschäftsführung neu besetzen.
Quelle: Pressemeldung FCK
Ergänzung, 10.11.2021:

Kummt Senf druff
Der Unterschätzte
Soeren Oliver Voigt ist nicht mehr Geschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern. Knapp zwei Jahre lenkte er den Klub durch unruhiges Gewässer. Eine Leistung, die oft unterschätzt wird, meint DBB-Autor Gerrit.
Nur zwei Tage nachdem dem damals noch so genannten "Team Merk" im Dezember 2019 von den FCK-Mitgliedern die Verantwortung für ihren Klub übertragen wurde, wurde Soeren Oliver Voigt als neuer alleiniger Geschäftsführer installiert. Es war damals eine dringend benötigte Personalie, denn der Verein war nach den unrühmlichen Abgängen von Martin Bader und Michael Klatt quasi führungslos geworden. Einer seiner ersten Erfolge: In zähen Verhandlungen mit der Stadt erkämpfte Voigt für den FCK eine über zwei Saisons gültige reduzierte Stadionpacht. Schon damals bekam der gebürtige Dortmunder und frühere Braunschweiger jedoch zu spüren, dass in Lautern zu oft Intrigen und Eitelkeiten mit im Spiel sind. Verantwortung tragen beim FCK, eine wahre Herkulesaufgabe, die nicht geringer wurde, als unmittelbar nach der Pacht-Einigung Corona ausbrach und schließlich Geisterspiele im Profifußball Einzug hielten. Das damit verbundene Wegbrechen der für den FCK so wichtigen Zuschauereinnahmen war ein letzter Tropfen, der am 15. Juni 2020 schließlich zur Insolvenz des ruhmreichen Traditionsvereins führte.
Voigts Achterbahnfahrt beim FCK: Was bleibt, ist das erfolgreiche Insolvenzverfahren
In dieser angespannten Zeit lenkte Voigt mit ruhiger Hand das schwierige Unterfangen, den Verein durch das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu führen. Dass so etwas kein Selbstläufer ist, bei dem ein Verein wie Phönix aus der Asche wieder erwacht, zeigt unter anderem das Beispiel des abgestürzten KFC Uerdingen. Obendrein kamen zu dieser Zeit auch (wieder einmal) Querelen und Querschüsse im erst kurz zuvor gewählten Aufsichtsrat auf. Beim Einstieg der regionalen Investorengruppe gab es Streit um ein intransparentes Konkurrenz-Angebot aus Dubai, zwischenzeitlich drohte der FCK KGaA gar der Entzug der Eigenverwaltung. Doch auch dank Voigt gelang es, das Insolvenzverfahren am 29. Oktober 2020 - zwei Tage vor dem 100. Geburtstag Fritz Walters - erfolgreich abzuschließen. Die Last, die an diesem Tag auch von seinen Schultern fiel, war deutlich zu spüren.
Aber auch die Zeit danach blieb eine Achterbahnfahrt. Sportlich zeigte sich zunächst keine Verbesserung. Die Chemie zwischen Voigt und Trainer Boris Schommers begann unstimmig zu werden, nachdem der Geschäftsführer zuvor bei der umstrittenen Trennung von Vereinsikone Gerry Ehrmann noch standfest zu seinem Trainer gehalten hatte. Trotzdem startete der FCK mit Schommers in die Saison 2020/21, um ihn dann bereits nach zwei Spieltagen zu entlassen. Gerüchte über Einmischung der neuen Investoren keimten auf, aber Voigt wurde in dieser Zeit nicht müde zu betonen, der Chef im operativen Bereich sei er. Doch er eckte an, im Beirat, bei Investoren, auch außerhalb des Vereins. Voigt konnte stur sein, agierte nicht gerade wie der Chefdiplomat vom Betzenberg. Und nicht zuletzt gelang es auch ihm nicht, weitere Investoren an Land zu ziehen. Aussichtsreiche Gespräche kamen wegen Corona zum Erliegen, hieß es damals. Voigts Arbeit wurde auch wegen der sportlichen Misere zunehmend kritischer betrachtet.
Guter Organisator, aber kein Diplomat: Voigt verlor den Rückhalt der Entscheider
Als im Frühjahr 2021 zuerst Trainer Jeff Saibene und dann Sportdirektor Boris Notzon gehen mussten und der FCK am Rande der Regionalliga stand, war es der Beiratsvorsitzende Markus Merk, der den Verein nach außen hin repräsentierte, nicht Geschäftsführer Voigt. Öffentliche Auftritte gab es seither kaum noch, alleiniger Chef im operativen Bereich ist jetzt der im März 2021 installierte Co-Geschäftsführer Thomas Hengen. Im Juli erkrankte Voigt, musste sich wegen eines sehr schmerzhaften Rückenleidens aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Hinter vorgehaltener Hand wurde zu diesem Zeitpunkt schon von einer bevorstehenden Trennung gemunkelt, der Rückhalt der Entscheidungsträger war nicht mehr voll gegeben. Der jetzige Abgang ist daher nicht wirklich überraschend. Voigts Leistung, insbesondere im Jahr 2020, sollte dennoch nicht unterschätzt werden. Und der Verein sollte nun nicht den Fehler machen, den kaufmännischen Bereich alleine und dauerhaft Thomas Hengen aufzubürden. Der sollte sich weiter auf das Sportliche konzentrieren. Genauso wie auch Voigt schon zuvor einen gleichberechtigten Mitstreiter für den Fußball-Bereich gebraucht hätte.
Was bleibt also nach dieser Personalentscheidung? Zuerst mal natürlich die besten Wünsche an Soeren Oliver Voigt: Gute Besserung! Und wer auch immer ihm beim FCK nachfolgen wird: Auch auf ihn wartet eine Herkulesaufgabe.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Gerrit Schnabel

