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Spielbericht: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern 1:0
Zehn Endspiele bleiben
Mit einer Leistung wie in Magdeburg wird der FCK im Abstiegskampf kaum bestehen können. Die Suche nach Mutmachern für die entscheidenden Wochen fällt zunehmend schwer.
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So wird es nicht reichen. Für diese Erkenntnis muss man nicht allzu tief in die Analyse des vorab als richtungsweisend eingestufen Kellerduells des 1. FC Kaiserslautern beim 1. FC Magdeburg einsteigen. Nach zwei bitteren und ziemlich unglücklichen Niederlagen zuletzt bei den Aufstiegsanwärtern Ingolstadt und Rostock dominieren nach dem desaströsen 0:1 an der Elbe nicht nur im Fan-Forum von Der Betze brennt einmal mehr die Untergangsszenarien.
Viel zu wenig": FCK in der Offensive weitgehend harmlos
Nach dem Schlusspfiff geben auch Co-Trainer Frank Döpper sowie Kapitän Jean Zimmer ein fast schon bemitleidenswertes Bild ab. Nach einer Mannschaft, die weiß, wie man im Abstiegskampf erfolgreich bestehen kann, sieht das in diesem Moment wahrlich nicht aus. "Viel zu wenig", nennt Döpper, der für seinen gesperrten Chef Marco Antwerpen in Magdeburg das Coaching an der Seitenlinie übernimmt, die Vorstellung der Männer in Rot, während ein um Worte ringender Kapitän die Mitspieler auffordert, auf der Rückfahrt "mal über sich selbst nachzudenken".
Eine gute Chance durch einen Kopfball des nach abgebrummter "Denkpause" wieder berücksichtigten Marvin Pourié in der Schlussphase der ersten Halbzeit, ein halbwegs gefährlicher Abschluss von Zimmer im zweiten Durchgang: Mehr haben die Lautrer in Sachen Torgefahr nicht zu bieten. Eine Top-Freistoßposition nach einer Viertelstunde resultiert in einem Abschluss durch Marlon Ritter genau auf FCM-Schlussmann Morten Behrens - harmlos!
Viele Fouls, viel Hektik: Abstiegskampf in Magdeburg
Der Europapokalsieger von 1974 macht es seinerseits auch nicht besser. Zwar kommen die Magdeburger nach wenigen Minuten durch den späteren Siegtorschützen Baris Atik zu einer großen Möglichkeit, die der aus Frankenthal stammende Ex-FCK'ler per Dropkick aus wenigen Metern über den Kasten der Gäste jagt. Davon abgesehen verlebt Torhüter Avdo Spahic eine ereignisarme erste Halbzeit. Deutlich mehr Arbeit gibt es derweil für den Unparteiischen, der auf dem arg ramponierten Rasen insgesamt acht Gelbe Karten verteilt und zudem bei zwei Rudelbildungen in den ersten 45 Minuten schlichten muss.
Nicht nur diese beiden Szenen, sondern auch die zahlreichen Fouls und Nickligkeiten machen deutlich, dass in der Begegnung viel auf dem Spiel steht. Und angesichts der ständigen Hektik wären wohl auch Zuschauer durchaus auf ihre Kosten gekommen, müssten sie aufgrund der Corona-Pandemie nicht weiterhin den Stadien fernbleiben. So muss auch die zweite Auswärtsfahrt des FCK zum Traditionsduell nach Magdeburg gänzlich ohne Stimmung auskommen. Kein Block U des FCM, kein gut gepackter Gästebereich. Für die Gastgeber gibt es zumindest noch etwas optische Unterstützung in Form von auf den Tribünen ausgebreiteten Spruchbändern. "Einfach nur drei Punkte" steht zudem per Sitzbezügen in überdimensionaler Größe auf der Gegentribüne geschrieben.
Kaum Torgefahr - auch nicht mit der Brechstange
Andererseits hat man als FCK-Fan dieser Tage aber auch andere Sorgen, als das Vermissen eines nun schon mehr als ein Jahr zurückliegenden echten Stadionerlebnisses. Denn gerade als die Lautrer nach Wiederbeginn und mit den Hereinnahmen des später wieder ausgewechselten Anas Ouahim sowie Anil Gözütok für Ritter und Philipp Hercher etwas mehr das Heft in die Hand nehmen wollen, geht der Gegner mit 1:0 in Führung. Wieder ist es Atik, der sich im Strafraum zwischen Kenny Prince Redondo und Hendrick Zuck freistehlen darf und im Gegensatz zu seiner Chance im ersten Durchgang dieses Mal mit unglaublich viel Zeit am Fünfmeterraum zum 1:0 einschießt.
Natürlich ist nach 56 Minuten noch reichlich Zeit auf der Uhr, um zumindest die Niederlage gegen den direkten Tabellennachbarn abzuwenden. Abgesehen von der gleichen Grundformation erinnert im Spiel der Lautrer aber leider nichts an die starken Auftritte der Mannschaft von Ingolstadt und Rostock. Zu keinem Zeitpunkt schaffen es die Gäste, eine richtige Drangphase zu entwickeln. Auch die Brechstange, bei der Spahic am Ende mit in den gegnerischen Strafraum aufrückt, geht eher nach hinten los. Nach zwei Ballgewinnen lassen die Gastgeber die Chance zur Vorentscheidung ins verwaiste Tor aber jeweils liegen. Und auch schon vorher ist Magdeburg dem zweiten Tor näher als der FCK dem Ausgleich.
Sechs Punkte Rückstand: Was jetzt noch Hoffnung macht
Unter dem Strich wird das dem FCM aber auch egal sein, schließlich zeigt zumindest dessen Erfolgskurve mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen doch klar nach oben. Beim FCK wiederum speiste sich die jüngste Zuversicht vor allem aus den meist besseren Leistungen in den Partien seit dem Trainerwechsel und den im Endspurt der Saison noch anstehenden direkten Duellen gegen die Mitkonkurrenten im Tabellenkeller. Nun - das grundsätzlich bessere Bauchgefühl nähert sich nach dieser Leistung schon bedenklich dem unter Antwerpens Vorgängern an. Und auch das erste der direkten Duelle im Endspurt ist gründlich vergeigt. Der Rückstand auf Platz 16 beträgt nach der Niederlage sechs Punkte - zehn Endspiele stehen noch aus.
Quelle: Der Betze brennt / Autor: Ingo Konrad
Vorherige Beiträge ab 15:56 Uhr:

0:1 in Magdeburg: Lautern verliert Kellerduell
Der 1. FC Kaiserslautern hat das wichtige Auswärtsspiel beim Abstiegskonkurrenten 1. FC Magdeburg mit 0:1 (0:0) verloren. Baris Atik besiegelte mit dem einzigen Tor des Nachmittags die dritte Auswärtspleite des FCK in Serie.
Ohne den seine Rot-Sperre absitzenden Cheftrainer Marco Antwerpen an der Seitenlinie gingen die Lautrer erneut in einer 4-4-2-Formation mit der Doppelspitze aus Marvin Pourié und Elias Huth in das Kellerduell. Torjäger Pourié bekam nach seiner Denkpause eine neue Chance von Beginn an, spielte knapp 70 Minuten und hatte auch die zunächst beste Chance der Lautrer, als er in der 35. Minute einen Kopfball knapp am Tor vorbeisetzte.
Auf der Gegenseite kam Baris Atik schon in der Anfangsphase zu einer großen Möglichkeit. Zum Glück für den FCK schoss der frühere Lautrer aus rund sechs Metern über den Querbalken des von Avdo Spahic gehüteten Kastens. Ansonsten passierte im ersten Durchgang in den Strafräumen nicht allzu viel.
Mit Wiederbeginn war der FCK zunächst das etwas dominantere Team, kassierte ausgerechnet in dieser Phase aber das 0:1. Sebastian Jakubiak fand mit einer Flanke den im Strafraum viel zu frei stehenden Atik, der aus kurzer Distanz Spahic das Nachsehen gab. Durch die Niederlage bleiben die Lautrer auf dem 18. Tabellenplatz, sie müssen den FCM bei einem Spiel weniger aber auf fünf Punkte davonziehen lassen.
Am kommenden Wochenende wird in der 3. Liga aufgrund der Länderspielpause nicht gespielt. Für die Roten Teufel steht am darauffolgenden Samstag (03. April, 14:00 Uhr) das Heimspiel gegen den Halleschen FC auf dem Spielplan. Einen Nachholtermin für die abgesagte Partie gegen den FSV Zwickau gibt es noch nicht.
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Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern
Ergänzung, 17:05 Uhr:

War nach der 0:1-Niederlage völlig bedient: FCK-Kapitän Jean Zimmer; Foto: Imago Images
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Lautern am Boden: "Es ist die pure Enttäuschung"
Die Situation des 1. FC Kaiserslautern im Abstiegskampf wird immer bedrohlicher. Nach der 0:1-Niederlage beim 1. FC Magdeburg sind die Roten Teufel konsterniert - der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt jetzt sechs Punkte.
Sie hatten sich so viel vorgenommen, wollten in Magdeburg das erste von fünf Direktduellen gegen Teams aus der Abstiegszone gewinnen und so wieder am FCM vorbeiziehen. Am Ende gab es für die FCK-Profis jedoch eine 0:1-Niederlage - die dritte Auswärtspleite in Folge.
Döpper tief enttäuscht, aber: "Aufgeben werden wir nicht"
Dementsprechend bedient war Co-Trainer Frank Döpper, der heute Marco Antwerpen an der Seitenlinie vertrat, welcher seine Rot-Sperre absitzen musste. "Im Moment habe ich eigentlich gar keine Gedanken, sondern spüre einfach nur Leere. Wir hatten uns wesentlich mehr vorgestellt. Letztendlich muss man aber sagen, dass das heute viel zu wenig war, was wir geboten haben. Es ist die pure Enttäuschung", erklärte ein sichtlich niedergeschlagener Döpper mit beschlagener Stimme am Mikrofon von "Magenta Sport". Durch die Niederlage hat sich der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze nun auf sechs Punkte vergrößert. Dennoch will der Co-Trainer zehn Spieltage vor Schluss nicht verfrüht aufstecken. "Natürlich wird die Lage durch die Niederlage nicht besser. Die Spiele werden weniger, aber wir müssen weitermachen. Aufgeben werden wir nicht."
Zimmer bedient: "Jeder sollte mal über sich selbst nachdenken"
Niedergeschlagen war auch FCK-Kapitän Jean Zimmer nach den 93 Minuten. "Wir schaffen es einfach nicht, Tore zu erzielen. Wir waren gegen einen direkten Konkurrenten unterlegen. Da tut die Niederlage doppelt weh", so der 27-Jährige. Positives wollte Zimmer der Partie direkt nach Abpfiff nicht abgewinnen. "Wir haben jetzt eine lange Busfahrt vor uns. Da sollte jeder vielleicht mal über sich selbst nachdenken. Und dann liegen zwei lange, leider sehr lange, Wochen vor uns, bevor es in der 3. Liga weitergeht", so Zimmer mit Blick auf die anstehende Länderspielpause.
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 21.03.2021:

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Zehnmal mangelhaft: Die Noten aus Magdeburg
Der 1. FC Kaiserslautern hat das Sechs-Punkte-Spiel beim 1. FC Magdeburg verloren. Nach einer vor allem in der zweiten Halbzeit katastrophalen Leistung bekommen die Roten Teufel erwartbar ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Lichtblicke gibt es eigentlich nicht.
Der FCK agierte in Magdeburg mal wieder mit in einer Doppelspitze, doch mehr als zwei, drei halbwegs gefährliche Torabschlüsse brachte die Offensive nicht zustande. Weder der wieder eingesetzte Marvin Pourié (DBB: 5,3 / Rheinpfalz: 5,0), noch Elias Huth (DBB: 4,6 / Rheinpfalz: 5,0) konnten nennenswerte Akzente setzen.
Totalausfall Offensive, wacklige Defensive: Versagen auf ganzer Linie
Aber auch in der Rückwärtsbewegung enttäuschen die Roten Teufel maßlos. Beim Gegentor vom Ex-FCK-Profi Baris Atik kam Hendrick Zuck auf seiner linken Seite überhaupt nicht hinterher. Auch er wird von den FCK-Fans mit einer 5,1 abgestraft (Rheinpfalz: 4,0). Und schließlich ließ Kenny Prince Redondo, der offensiv ebenfalls kaum Akzente setzte, Atik im Strafraum alle Zeit und allen Platz der Welt. Sowohl bei den Fans als auch bei den Journalisten wirkt sich das entsprechend auf seine Bewertung aus (DBB: 5,3 / Rheinpfalz: 5,0).
» Zur kompletten Notenübersicht: 1. FC Magdeburg - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Magdeburg können noch bis heute, 15:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FCM-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Montag.
Quelle: Der Betze brennt
