LDH hat geschrieben:...Aber was soll man als Mitglied noch machen? Wieder alle abwählen? Die nächsten wählen die der Sache nicht gewachsen sind?
...nein, das bringt jetzt alles nichts mehr. The Cheese is eaten
Wir hatten am 01.12.2019 den Aufsichtsrat gewählt, dem wir zutrauten, den alten Filz zu entlüften und unter Besinnung auf unsere alten Werte gleichzeitig neue und vor allem professionelle Strukturen zu schaffen. Nach diesem Tag hatte ich ein sehr gutes Gefühl, dass die von uns gewählten Leute eine Restrukturierung dahingehend anstreben, wie es @Ke07111978 in seinem Beitrag bereits treffend beschrieben hat.
Das Wort Insolvenz wollte damals noch keiner in den Mund nehmen, aber Insider und Wirtschaftsexperten wussten bereits damals, dass dieses Szenario letztlich unumgänglich sein würde, auch ohne Corona wäre es soweit gekommen. Und ehrlich gesagt, war dieses Szenario "Planinsolvenz" für den FCK die ganz große Chance zu einer
wirklichen Restrukturierung. Mit den Beiräten Wilhelm und Weimer sah ich ausreichend Expertise in unserem Aufsichtsrat, eine Planinsolvenz mit Restrukturierung anzugehen und in Markus Merk und Rainer Keßler sah ich die "Hüter" unserer Vereins-DNA.
Während der Investorenauswahl hatte ich für kurze Zeit die naive Wunschvorstellung, es könnte klappen,
alle Investoren zusammenzuführen, gemeinsam Kräfte und Kompetenzen bündeln, professionelle Strukturen schaffen und vor Allem: endlich einmal sportliche Kompetenz in den Verein holen.
Ich will jetzt dieses Investorenthema nicht wieder aufmachen. Aber eines war ersichtlich: Die regionalen Investoren wollen lieber unter sich bleiben und die Vereinsleitung hat sich recht schnell mit dem "Spatz in der Hand" zufrieden gezeigt. Es wurde ein Weg eingeschlagen, der
zunächst eine Regelinsolvenz verhindert hat und uns sicher noch eine Saison lang am Leben erhält.
Man kann das sicherlich als Erfolg werten, wenn man will. Doch zu welchem Preis ist das geschehen? Wir haben weder an unseren aufgeblasenen Strukturen gerüttelt, noch sportliche Kompetenz in den Verein geholt. Wir haben die KGaA entschuldet, aber auf eine Art und Weise, dass nun unser e.V. täglich vor der Insolvenz steht. Die Daumenschraube Quattrex hat unsere Eier noch immer in der Hand. Wir hatten gesehen, dass Bader und Notzon das Kerngeschäft nicht im Griff hatten und haben dann auf Notzon alleine gesetzt? Was für ein Wahnsinn...
Diese Chance zur Restrukturierung bekommt man nur einmal. Eine weitere wird es nicht geben.
Wir haben sozusagen auf Unentschieden gespielt, und genau das haben wir auch bekommen. Und so verwundert es eigentlich kaum, wenn wir auch auf dem Rasen nur noch Unentschieden sehen. Im Prinzip sieht die Vereinsleitung Woche für Woche nicht nur auf den Rasen, sondern in den Spiegel. Man will das Spiel nicht verlieren und schafft das auch meist. Gibt dann eben einen Punkt, ist besser als verloren.
Ok, aber das Spiel ist nun vorbei. Es bringt auch nichts mehr, irgendwelche anderen Aufsichtsräte zu wählen. Die Dinge sind nun so, wie sie sind. Und so werden sie bleiben, bis wir aufhören zu existieren.
Wann das sein wird, hängt davon ab, wie viel Luft unsere Investoren auf ihrer regionalen Luftpumpe haben und wie lange sie Lust haben, uns etwas davon abzugeben.
Wir als Mitglieder können nun gar nichts mehr machen, außer Beiträge zu bezahlen, auf Glück zu hoffen und zu beten.