Es heißt zwar manchmal, dass die Wortkargen nur deswegen imponieren, weil man sich nur schwer vorstellen kann, dass jemand kein anderes Geheimnis zu bewahren hat, als das seiner Unbedeutendheit.
Aber im Falle von Aehlig trifft das glaube ich nicht zu. Die Fähigkeit, unauffällig und unaufgeregt seine Aufgaben zu erfüllen bedeutet nicht zwangsläufig Unfähigkeit, zumal man Aehlig ohnehin von Anfang an nur eine Position in der zweiten Reihe zugedacht hatte, in der er selten medienwirksam in der Öffentlichkeit stehen durfte.
Vor ihm in der ersten Reihe wirkten in der vergangenen glorreichen Saison ja noch unsere "Phantastischen Vier". Göbel, Jaworski, Schjönberg und Rekdal, die ihm permanent die Show stahlen. Sicherlich wurde auch er ein Opfer unserer von der Stadt KL auferlegten Sparpolitik. Daher wünsche ich ihm Alles Gute und Viel Glück beim nächsten Job.
Mir wäre allerdings viel wohler, wenn es endlich mal unser Finanzgenie Erwin Göbel treffen würde, den letzten Verbliebenen aus dem besagten heldenhaften Quartett. Denn eines einte die "Phantastischen Vier" bei aller Unterschiedlichkeit trotzdem: ihre Vortrefflichkeit.
Egal, wo sie auch waren und egal, was sie auch anstellten, immer umwehte sie ein Hauch von Genialität. Ob Etatplanung (Göbel), Marketing (Jaworski), Menschenführung (Schjönberg) oder System und Taktik (Rekdal), immer und überall hinterließen sie die Spur ihrer Vollkommenheit.
Ich hoffe doch sehr, dass, sobald der fünfte Mann gefunden wurde, ihnen endlich das zu Teil wird, was sie wirklich verdienen: Ein Denkmal im Osten. Für sie ein Denkmal, für uns ein Mahnmal. Ein Mahnmal mit den größten Nieten, als Antipode zum Denkmal im Westen mit unseren größten Helden.
Und allein deswegen ist Göbel wahrscheinlich noch da, sein Ebenbild wird bereits in Kupfer gestochen.
