
Trotz Überzahl: FCK verliert 0:1 gegen Dresden
Der 1. FC Kaiserslautern ist mit einer Heimniederlage in die Saison gestartet. Gegen Dynamo Dresden verloren die Lautrer trotz Überzahl am Ende mit 0:1.
Vor 4.150 Fans vertraute Boris Schommers größtenteils der Mannschaft, die es vergangenen Sonntag im Pokal gegen Zweitligist Jahn Regensburg immerhin bis ins Elfmeterschießen geschafft hatte. Im 4-3-3-System ersetzte lediglich Neuzugang Marvin Pourié den angeschlagenen Lucas Röser.
Der FCK begann zwar aggressiv, war bemüht früh den Weg nach vorne zu suchen, doch Dresden schlug in der 18. Minute eiskalt zu: Nach einer Ecke prallte der Ball von Kevin Kraus Oberschenkel vor den am Pfosten freistehenden Sebastian Mai, der nur noch zur 1:0 Führung einköpfen musste. In der 43. Spielminute sah dann der ehemalige Lautrer Paul Will nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte, der FCK hatte von da an einen Mann mehr auf dem Platz.
Trotz Überzahl fehlten den Roten Teufeln auch in der zweiten Halbzeit die zündenden Ideen, um die Defensive der Dresdner zu überwinden. So blieben klare Chancen Mangelware. Und so unterlagen die Lautrer dem Zweitliga-Absteiger am Ende mit 0:1 und beginnen die Saison 2020/21 mit einer Heimniederlage.
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Quelle: Der Betze brennt
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- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - Dynamo Dresden 0:1
Ergänzung, 21:39 Uhr:

Stimmen zum Spiel
Sickinger: "Eine Niederlage, die sehr weh tut"
Nach der 0:1-Heimniederlage des 1. FC Kaiserslautern gegen Dynamo Dresden zeigten sich alle Beteiligten mehr als enttäuscht. Komplett den Kopf in den Sand stecken will nach dem ersten Spieltag aber natürlich noch niemand.
Boris Schommers war die Ernüchterung nach dem Spiel anzumerken. "Natürlich sind wir nach so einer Partie enttäuscht. Wir sind eigentlich gut in die Partie gestartet, bekommen dann ein äußerst unglückliches Gegentor und haben danach auf den Ausgleich gedrängt", erklärte der Lautrer Trainer nach der 0:1-Niederlage. Zum Ausgleich oder gar zum Heimsieg reichte es jedoch nicht mehr.
Schommers widerspricht: "Wir waren nicht einfallslos"
Den Vorwurf, seine Mannschaft habe, obwohl sie über eine Halbzeit in Überzahl gespielt hatte, zu wenige Torchancen kreiert, wollte der Trainer derweil nicht gelten lassen: "Meine Mannschaft war nicht einfallslos. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, uns Chancen zu erspielen. Nach der Gelb-Roten Karte hat der Gegner aber sehr stark gekämpft, wir haben versucht den Schlüssel zu finden. Bis zur 82. Minute hat uns aber die Durchschlagskraft im Strafraum gefehlt, was schwierig ist, wenn der Gegner mit Mann und Maus verteidigt." Deswegen könne der Trainer seiner Mannschaft auch keinen zu großen Vorwurf machen. Jetzt gelte es, sich konzentriert auf die nächste Partie vorzubereiten.
Sickinger selbstkritisch: "Wir können uns nur selbst schlagen"
Selbstkritisch zeigte sich FCK-Kapitän Carlo Sickinger: "Das war heute eine Niederlage, die sehr weh tut und die vermeidbar war. Wir haben zu wenige Chancen kreiert, hatten keine Durchschlagskraft."
Doch der 23-Jährige will auch nicht alles komplett schwarzmalen: "Was wir aus der Partie mitnehmen: Dass wir spielerisch so gut sind, dass es nur einen Gegner gibt, der uns schlagen kann - und das sind wir selbst. Wir müssen die einfachen Fehler abstellen und vorne unsere Tore erzielen."
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Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 00:25 Uhr:

Blick in die Kurve
Nicht ausverkauft: Nur 4.150 Zuschauer am Betze
Wie sehr hat dieser Anblick gefehlt: Rot-Weiß-Rote Schals, Trikots und Zuschauer, die ihre Mannschaft anfeuern. Nach über sechs Monaten durften beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Dynamo Dresden erstmals wieder ein paar Fans auf "ihren" Betzenberg. Doch der bebte nur verhalten.
Insgesamt 4.150 Fans ergriffen die Möglichkeit, den FCK zum Saisonauftakt live im Fritz-Walter-Stadion zu verfolgen. Aufgrund von Corona-Beschränkungen hätten zunächst 10 Prozent der eigentlichen Stadionkapazität besetzt werden dürfen - 4.985 Fans wären möglich gewesen.
Dauerkartenbesitzer der vergangenen Saison hatten die Möglichkeit bekommen, sich entweder zwei oder vier Tickets zu bestellen, einen Abend zuvor wurde der Vorverkauf dann auch auf Vereinsmitglieder erweitert. Trotzdem wurde nicht das komplette Kontingent an Karten abgegriffen. Lag es an den verhältnismäßig hohen Eintrittspreisen ab 20,- Euro aufwärts? An der Kurzfristigkeit und der frühen Anstoßzeit? Oder doch an der Corona-Angst? Man kann es nicht genau beantworten - es sind eben nach wie vor spezielle Zeiten.

Ein Stück Normalität bot sich dem Zuschauer dennoch, wenn er an diesem Abend ins weite Rund des Fritz-Walter-Stadions blickte und hörte. Und doch war alles anders anders. Die Westkurve blieb noch menschenleer, geöffnet waren lediglich die unteren Bereiche von Nord-, Ost- und Südtribüne. Auch Stehplätze waren nicht gestattet, auch wenn sich die Fans im Eifer der Emotion immer wieder von ihren Sitzplätzen erhoben.


Im Block angekommen verhielten sich die Fans vorbildlich. Die strengen Corona-Auflagen, die auch mehrfach per Bandansage im Stadion abgespielt worden sind, wurden ohne zu murren befolgt. Zwischen den einzelnen Zweier- oder Vierergruppen musste Abstand gehalten werden, Mundschutzpflicht galt bis zum eigentlichen Sitzplatz.
Doch all das hinderte die Zuschauer nicht daran, ihre Mannschaft zu unterstützen, sie anzufeuern und auch nach dem Rückstand nicht ihren Optimismus zu verlieren. Zwar war die Stimmung noch lange nicht wie in alten Zeiten, auch die Ultras waren wie angekündigt noch nicht optisch sichtbar, aber dennoch sorgte der erstmalige Stadionbesuch nach einem halben Jahr "Corona-Pause" bei vielen Anwesenden für Gänsehaut. Allenthalben war der Grundtenor: Schön, dass wir wieder da sein können!
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- Fotogalerie | 1. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Dynamo Dresden
Quelle: Der Betze brennt
