
Marlon Ritter wechselt von Paderborn zum FCK
Offensivspieler Marlon Ritter wechselt mit sofortiger Wirkung vom Bundesligaabsteiger SC Paderborn zum 1. FC Kaiserslautern. Der 25-Jährige unterschreibt beim FCK einen Dreijahresvertrag. Über die Ablösemodalitäten vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.
Der gebürtige Essener spielte in der Jugend unter anderem für Schalke 04 und Rot-Weiss Essen, ehe er in der U19 zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach wechselte. Dort avancierte er später in der zweiten Mannschaft zum Leistungsträger und unterschrieb seinen ersten Profivertrag, kam in der Bundesligamannschaft aber nicht zum Einsatz. Nachdem er in der Saison 2015/16 in der U23 mit 23 Treffern Torschützenkönig der Regionalliga West wurde, wechselte er anschließend zum Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Ein Jahr später schloss er sich dem Drittligisten SC Paderborn an, bei dem er mit zwölf Treffern und sechs Vorlagen entscheidenden Anteil am Aufstieg in die Zweite Liga hatte und dabei vom Fachmagazin kicker als notenbester Drittligaspieler der Saison 2017/18 ausgezeichnet wurde. Im darauffolgenden Jahr konnte er mit dem SC Paderborn den direkten Durchmarsch in die Bundesliga feiern. In seiner bisherigen Karriere kommt der beidfüßige Offensivspieler mittlerweile unter anderem auf elf Bundesligaspiele (eine Torvorlage), 24 Zweitligaspiele (zwei Tore, drei Assists), 29 Drittligaspiele (zwölf Tore, sechs Assists) sowie 107 Regionalligaspiele (47 Tore, 19 Assists).
"Mit Marlon Ritter verpflichten wir einen in der Offensive auf mehreren Positionen variabel einsetzbaren und abschlussstarken Offensivspieler. Er hatte einen großen Anteil am Aufstieg des SC Paderborn von der 3. Liga bis in die Bundesliga und bringt auch einiges an Erfahrung mit an den Betzenberg. Wir bekommen einen Spieler, der sowohl über die offensiven Außenbahnen als auch durch das Zentrum kommen kann und sehr gute Standards spielt. Wir wollen mit Marlon gemeinsam unsere Ziele erreichen und daher freuen wir uns sehr über die Verpflichtung", kommentiert FCK-Sportdirektor Boris Notzon den Wechsel.
"Ich freue mich auf den Betzenberg, die tollen Fans und auf den gesamten Club. Mein Ziel ist es, mit dem FCK maximalen Erfolg zu haben. Die Gespräche mit dem Trainer und dem Sportdirektor waren authentisch, überzeugend und für mich ausschlaggebend, ein Roter Teufel zu werden", erklärt Marlon Ritter die Gründe für seinen Wechsel in die Pfalz.
Spielerdaten
Name: Marlon Ritter
Position: Mittelfeld/Angriff
Geboren: 15.10.1994 in Essen
Nationalität: Deutsch
Größe: 1,73 m
Gewicht: 80 kg
Beim FCK ab: 12. September 2020
Vertrag bis: 30. Juni 2023
Frühere Vereine: SC Paderborn, Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach, Rot-Weiss Essen, Essener SG 99/06, FC Schalke 04, SpVg Schonnebeck
Quelle: Pressemeldung FCK
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Ergänzung, 18:42 Uhr:

Marlon Ritter (rechts, mit Handy) bejubelt den Bundesliga-Aufstieg 2019 mit Paderborn; Foto: Imago Images
Siebter Neuzugang des FCK: Das ist Marlon Ritter
Der 1. FC Kaiserslautern reagiert wie erwartet auf die Abgänge seiner Topscorer und hat Marlon Ritter vom SC Paderborn als einen der Nachfolger verpflichtet. Der Offensiv-Allrounder kennt sich mit Aufstiegen und Überraschungsmannschaften aus, dabei leidet er unter einem kuriosen Handicap.
Der Fußball ist immer wieder für interessante Geschichten gut. Ob verrückte Vögel oder bestimmte abstruse Rituale vor dem Spiel, all das ist nichts wirklich Neues. Aber ein Fußballer, der eine Allergie gegen den Rasen hat? Klingt nach einem schlechten Scherz, doch trifft auf Marlon Ritter, den jüngsten Neuzugang des FCK, genau zu.
Es war 2012, Ritter spielte gerade in der Jugend von Borussia Mönchengladbach, da kribbelte es ihn immer öfter, wenn er den Fußballplatz betrat. Nicht aber in den Füßen, wie üblich bei Vollblut-Fußballern, sondern am ganzen Körper. Ein Gladbacher Arzt stellte dann die kuriose Diagnose: Rasenallergie. Seitdem trainiert und spielt Ritter meist in langen Klamotten, ansonsten beeinträchtigt ihn das Handicap aber nicht. "Ich verzichte deswegen jetzt nicht aufs Grätschen. Ich komme gut damit klar", erzählt der Mittelfeldmann im unten angefügten Interview.
Und obendrein befindet sich Ritter mit seiner "Krankheit" in bester Gesellschaft: Auch Mike Hanke, immerhin 12-facher Nationalspieler, hat etwas gegen "das frische Grün".
» Zum Video: Marlon Ritter über seine kuriose Rasenallergie und seine Verletzung
Vom Ruhrpott-Jungen zum Aufstiegshelden: Der "ausgezeichnete" Ritter
Marlon Ritter wurde in Essen, mitten im Herzen des Ruhrgebiets geboren und durchlief dort zunächst die Jugendabteilungen von Rot-Weiss Essen. 2011 zog er dann ein paar Kilometer gen Süden, zu Borussia Mönchengladbach, wo er am 20. Dezember 2015 im Heimspiel gegen Darmstadt erstmals im Bundesliga-Kader der "Fohlen" stand. Zur Saison 2015/16 zog er wiederum weiter, diesmal zum Lokalrivalen Fortuna Düsseldorf. Dort debütierte er zunächst im DFB-Pokal und brachte es kurze Zeit später auf fünf Zweitliga-Einsätze.
Allerdings bremsten ihn gleich zu Beginn ein zweifacher Muskelfaserriss und eine Schambeinentzündung aus, so dass er den Durchbruch bei der Fortuna nicht schaffte.
So wechselte der flinke, 1,73 Meter "kleine" Ritter zur Saison 2017/18 zum damaligen Drittligisten SC Paderborn. Und dort sollte ihm schließlich der Durchbruch gelingen. In 29 Drittliga-Partien erzielte er zwölf Tore und bereitete weitere sechs Treffer vor. Dass er nicht nur treffsicher ist, sondern auch Sinn für Ästhetik besitzt, stellte er im November 2017 unter Beweis: Beim 3:0-Auswärtserfolg der Paderborner in Unterhaching gelangen ihm zwei Tore selbst, einen Treffer bereitete er obendrein künstlerisch mit der Hacke vor.
» Zum Video: Marlon Ritters Doppelpack und "Hacken-Vorlage" gegen Unterhaching
Und so hatte die Offensivkraft maßgeblichen Anteil am Paderborner Aufstieg. Doch damit nicht genug: Am Ende der Saison wurde er vom Fachmagazin "Kicker" als notenbester Spieler der gesamten 3. Liga in der Saison 2017/18 ausgezeichnet.
Ein Mann für die Standards - Messi als Vorbild
Auch in der darauffolgenden Zweitliga-Saison war Ritter noch Bestandteil der Paderborner Mannschaft, allerdings nicht mehr als Stammkraft. In 19 Partien steuerte er aber immerhin noch zwei Treffer und drei Vorlagen bei. Am Ende schaffte Paderborn den Durchmarsch in die Bundesliga.
Von mehreren kleinen Blessuren gebremst und schließlich durch die Corona-Pause zurückgeworfen, konnte Ritter in der Bundesliga nicht an seine Leistungen anknüpfen, schaffte es aber immerhin noch auf elf Einsätze, wenn auch meist als Einwechselspieler. 431 Einsatzminuten brachte er dennoch zustande. Trotzdem entschloss sich der heute 25-Jährige jetzt zum Schritt zurück in die 3. Liga und freut sich auf die neue Aufgabe beim FCK.
Dort soll er einer von mehreren Spielern werden, die die abgewanderten Florian Pick und Christian Kühlwetter ersetzen können. Marlon Ritter hat die Anlagen und das Zeug dazu, ist in der Offensive flexibel einsetzbar, meist jedoch im offensiven Mittelfeld oder als hängende Spitze zu finden. Aber auch in der Zentrale und auf der rechten Außenbahn hat der gebürtige Essener schon gespielt.
Eine zusätzliche Qualität, die Ritter mitbringt, ist seine Affinität für Standardsituationen. Sowohl Freistöße, als auch Eckbälle zählen zu seinen Spezialitäten, wie etwa im Januar 2018, als er im Trikot der Paderborner einen Eckball direkt verwandelte. Da verwundert es nicht, dass sein großes fußballerisches Vorbild Lionel Messi ist.
» Zum Video: Marlon Ritter verwandelt einen Eckball direkt
Fußballfreie Zeit mit der Familie als Ausgleich
Mit insgesamt 65 Pflichtspieleinsätzen für Paderborn, die er in allen drei Profiligen absolviert hat und in denen er 16 Tore und zehn Vorlagen erzielen konnte, bringt Marlon Ritter mit 25 Jahren eine Erfahrung mit, die dem FCK im Aufstiegsrennen gut tun soll.
Abseits des Rasens ist Ritter vor allem die Familie wichtig. So ist der Mittelfeldspieler so oft es geht in seiner alten Heimat Essen und versucht nach Feierabend, seine Freizeit bewusst ohne Fußball zu gestalten. "Ich muss dann nicht noch jedes Bundesliga- oder Zweitliga-Spiel schauen", erzählt er. Lieber bevorzugt Ritter einen gemütlichen Abend auf der Couch mit Freunden bei einer Folge seiner Lieblingsserie "Blacklist".
Doch wie heißt eine alte Fußballerweisheit von Ruhrpott-Legende Adi Preißler? "Entscheidend ist auf’m Platz!" Bleibt der Paderborner Neuzugang fit, dann kann er für die Roten Teufel in der kommenden Saison im Offensiv-Puzzle eine entscheidende Rolle spielen.
Quelle: Der Betze brennt
