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Spielbericht: Würzburger Kickers - 1. FC Kaiserslautern 2:0
Stets bemüht am Dallenberg
Eine Stunde lang hält der FCK in Würzburg zumindest seinen Kasten sauber, am Ende steht trotzdem ein verdientes 0:2. Wer so gut wie keine Torchance herausspielt, kann eben nur schwer punkten.
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12:2 Ecken, zwei blitzsauber herausgespielte Tore gegen gar keins und eine auch in der Schlussphase noch spritzig aufspielende Mannschaft gegen einen ebenso bieder wie kaputt wirkenden Gegner: Das Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern bei den Würzburger Kickers ist unter dem Strich eine typische Begegnung eines Spitzenteams mit einer grauen Maus. Allerdings mit einer Rollenverteilung, die man angesichts der Namen der beiden Kontrahenten und bei allem Respekt eigentlich eher andersrum erwarten müsste.
Erst Sommerkick, dann Einbahnstraßen-Fußball
Sehr zum Verdruss ihrer von zu Hause vergeblich hoffenden Fans sind es einmal mehr die Mannen von Boris Schommers, die nach dem Schlusspfiff bedröppelt aus dem Corona-bedingt nahezu menschenleeren Stadion auf dem Dallenberg trotten. Eine gute Stunde lang können sie den Kasten von Lennart Grill zwar sauber halten. Am Ende ist der noch abgefälschte linke Hammer ins Kreuzeck von Robert Herrmann in der 62. Minute aber doch die logische Konsequenz eines Spielverlaufs, den die Gastgeber spätestens mit Wiederbeginn komplett an sich reißen.
Wenn man ehrlich ist, haben sich die auf drei Positionen veränderten und wieder mit der Standard-Innenverteidigung aus Kevin Kraus und André Hainault aufgelaufenen Lautrer aber auch im ersten Durchgang nicht mehr verdient als ein torloses Remis. Die mitgereiste FCK-Spitze aus Markus Merk, Rainer Keßler und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt dürfte der maue Kick in der unterfränkischen Abendsonne auch nicht so richtig gepackt haben. Zumal die wenigen Torszenen in Hälfte eins auch eher den Kickers gehören, wie nach einer Viertelstunde, als Dominik Schad einen Schuss von Dominik Baumann knapp vor der Linie klärt.
Zähe Kost: Ein zwingender Angriff im ganzen Spiel
FCK-Coach Schommers ärgert sich derweil an der Seitenlinie immer wieder über die unpräzise ausgeführten Umschaltsituationen seiner Mannschaft. Beim besten und einzig richtig zwingenden FCK-Angriff im gesamten Spiel verpasst Florian Pick eine Hereingabe von Christian Kühlwetter, steht allerdings im Abseits, so dass der folgende Versuch des erneut von Beginn an spielenden Anas Bakhat nicht gezählt hätte - der Abschluss des Youngster geht aber ohnehin am Tor vorbei. Bezeichnend.
Zähe Kost bleibt die Vorstellung der Lautrer auch nach dem Seitenwechsel. Und auch die vagen Aussichten auf vielleicht einen Punkt bekommen früh einen Dämpfer, da Würzburg nun deutlich entschlossener aus der Kabine kommt. Ein von Kevin Kraus abgefälschter Schuss streicht über die Querlatte. Luca Pfeiffer schießt knapp vorbei. Dann ist Grill gegen Fabio Kaufmann gerade noch so mit den Fingerspitzen dran. Die Einschläge der Kickers kommen immer näher und münden in der nächsten Aktion im bereits beschriebenen 0:1. Weitere zwölf Minuten später macht Patrick Sontheimer per Flachschuss mit dem vorentscheidenden 0:2 den Deckel drauf.
Für mehr reicht es nicht
So spielt ein Spitzenteam, das fünf Runden vor Saisonende mittendrin ist im Aufstiegskampf und das Ergebnis in den Schlussminuten sogar noch höher hätte gestalten können. Die Lautrer schaffen es derweil nicht, nach den Finanznews von Sonntag und Montag zumindest sportlich für eine positive Ablenkung zu sorgen. Das Bemühen will man der Mannschaft ja nicht einmal absprechen. Für mehr als einen Platz in der unteren Tabellenhälfte reicht es aber offensichtlich nicht - stets der Abstiegszone näher als den eigentlich angepeilten Plätzen deutlich weiter vorne.
Quelle: Der Betze brennt
Vorherige Meldungen ab 20:49 Uhr:

FCK kassiert verdiente Niederlage: 0:2 in Würzburg
Der 1. FC Kaiserslautern hat am 33. Spieltag der 3. Liga mit 0:2 bei den Würzburger Kickers verloren. Nach dem Re-Start war es die zweite Niederlage für die Lautrer.
Die Gastgeber waren über die gesamte Spieldauer die bessere Mannschaft und gewannen am Ende verdient. Bis zur Pause konnten die Roten Teufel aber noch ein 0:0 halten. Nach Wiederbeginn entwickelte sich dann ein Spiel auf ein Tor - und zwar auf das des FCK. Robert Herrmann (62.) und Patrick Sontheimer (74.) schossen die Kickers zum verdienten Heimsieg.
Welche Note gebt Ihr den FCK-Profis? Hier geht's zur Spielerbenotung nach dem Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: Würzburger Kickers - 1. FC Kaiserslautern 2:0
Ergänzung, 21:36 Uhr:

Foto: Heiko Becker/HMB Media/Pool
Stimmen zum Spiel
Schommers: "Der Gegner war 90 Minuten besser"
Wieder kann der 1. FC Kaiserslautern nach einem Sieg keinen zweiten folgen lassen: Gegen die Würzburger Kickers verlieren die Roten Teufel 0:2 und können nichts anderes resümieren als eine verdiente Niederlage.
"Wir müssen anerkennen, dass der Gegner heute über 90 Minuten besser war als wir. Sowas passiert auch mal, das ist kein Beinbruch. Wir werden das Spiel aufarbeiten, regenerieren und versuchen es am Samstag wieder besser zu machen", bilanzierte FCK-Trainer Boris Schommers auf der Pressekonferenz nach einer Partie, in der sein Team gegen einen ordentlich spielenden Gegner zu passiv agierte. "Symptomatisch war mal wieder eine Szene in der ersten Halbzeit, als wir eine gute Möglichkeit im Sechzehner haben und uns dann selbst über den Haufen rennen. Im Gegensatz dazu spielt Würzburg in der zweiten Halbzeit ein schönes Tor heraus und legt noch eins nach."
Schad: "Wir hatten keine Kraftprobleme"
Ein sogar noch etwas positiveres, aber doch ähnliches Fazit wie sein Trainer zog Rechtsverteidiger Dominik Schad bei "Magenta Sport": "Ich denke, dass es in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel war mit Chancen auf beiden Seiten. Das 0:0 zur Pause war gerecht. Wir haben uns dann vorgenommen, besser von hinten raus zu spielen, das ist uns aber nicht gelungen. Das hat Würzburg dann gut gemacht und sie haben dann aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdient gewonnen."
Schad: "Wir müssen mehr und früher aufs Tor schießen"
"Wir hatten keine Kraftprobleme, sondern waren nach vier Heimspielen gut regeneriert", wollte Schad ebenso wie zuvor Schommers keine konditionellen Probleme nach dem sechsten Spiel in zweieinhalb Wochen geltend machen. Sein offensiver Mannschaftskollege Christian Kühlwetter hatte ein anderes Problem identifiziert: "Wir müssen versuchen, mehr aufs Tor zu schießen. Wir waren zu oft am Sechzehner und haben dann nochmal versucht, einen Pass zu spielen."
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 17.06.2020:

Foto: Heiko Becker/HMB Media/Pool
Noten FWK-FCK: "Ausreichend" reicht nicht aus
Das war zu bieder: Bei den Würzburger Kickers ist der 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal seit längerem wieder komplette 90 Minuten unterlegen. Dementsprechend gibt es nach dem 0:2 auch bei den Spielernoten kaum Lichtblicke.
Der "Teufel des Tages" ist einmal mehr Torhüter Lennart Grill, der zumindest noch ein paar gegnerische Chancen entschärfen konnte und so auf eine DBB-Durchschnittsnote von 2,4 kommt. Rund 1.000 Fan-Bewertungen für das Spiel in Würzburg wurden bislang abgegeben. Ansonsten liegen fast alle FCK-Spieler im Bereich "ausreichend" - und das reicht gegen einen guten Gegner eben nicht aus.
Einen Tick wohlwollender als die Bewertungen der Fans auf Der Betze brennt sind diesmal jene der "Rheinpfalz". Am schlechtesten schneidet Linksverteidiger Alexander Nandzik ab (jeweils Note 4,5), der auf der Außenbahn bei Würzburgs Führungstreffer schlecht aussah - wie allerdings auch seine Abwehrkollegen im Strafraum.
» Zur kompletten Notenübersicht: Würzburger Kickers - 1. FC Kaiserslautern

Die DBB-Noten zum Auswärtsspiel in Würzburg können noch bis heute, 20:45 Uhr abgegeben werden: Zur Notenabgabe FWK-FCK. Die Bewertungen des "Kicker" folgen am Donnerstag.
Quelle: Der Betze brennt / Rheinpfalz
Ergänzung, 17.06.2020:

Großaspacher Torjubel gegen Zwickau; Foto: Imago Images
Die Lage der Liga
3. Liga: Schützenhilfe aus Aspach für den FCK
Glück im Unglück für den 1. FC Kaiserslautern: Weil der FSV Zwickau das Kellerduell bei Sonnenhof Großaspach mit 0:1 verliert, bleibt der Vorsprung zu den Abstiegsrängen trotz der Lautrer 0:2-Niederlage in Würzburg bei weiter deutlichen sieben Punkten.
Der Tabellenvorletzte aus Großaspach, der nur noch rechnerische Chancen auf den Klassenverbleib hat, gewann am Mittwochabend überraschend, aber verdient mit 1:0 in einem turbulenten Spiel gegen Zwickau. Kurz vor Spielende wurde es hitzig, als Schiedsrichter Marco Fritz mit dem Aspacher Bösel und dem Zwickauer Jensen gleich zwei Akteure des Feldes verwies. In der 95. Minute musste mit Davy Frick sogar noch ein weiterer Zwickauer mit Rot vom Feld. Am Endresultat änderte dies jedoch nichts mehr. Die Westsachsen mit FCK-Leihspieler Elias Huth belegen mit 37 Punkten jetzt den ersten Abstiegsplatz. Der 1. FC Kaiserslautern hat somit trotz der gestrigen 0:2-Niederlage gegen Aufstiegskandidat Würzburg als Tabellen-12. unverändert sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und kann etwas durchatmen - hätte Zwickau das Kellerduell gewonnen, wären es nur noch knappe vier Zähler gewesen.
Hildmanns Preußen in Bedrängnis - Chemnitz und Köln holen auf
Für das vom ehemaligen FCK-Coach Sascha Hildmann trainierte Preußen Münster wird der Abstiegskampf unterdessen zunehmend aussichtslos. Nach zuvor zwei torlosen Unentschieden verlor der Tabellen-18. bereits am Dienstag gegen Mitkonkurrent Chemnitz mit 0:1 und hat jetzt fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer: Ein Eigentor in der letzten Minute wurde dem Hildmann-Team zum Verhängnis. Neben Chemnitz, das dadurch die Abstiegsplätze verließ, gelang auch Viktoria Köln (2:0 gegen 1860 München) ein Big Point im Abstiegskampf.
Bayern II marschiert weiter - Waldhof verliert an Boden
An der Tabellenspitze hat die zweite Mannschaft von Bayern München den SV Meppen mit 5:1 abgefertigt und damit vorübergehend die Tabellenführung der 3. Liga übernommen. Der bisherige Spitzenreiter MSV Duisburg kann im 20:30-Uhr-Spiel beim nächsten FCK-Gegner KFC Uerdingen noch nachziehen. Waldhof Mannheim kam dagegen nach zuvor zwei Pleiten in Serie gegen die SpVgg Unterhaching erneut nicht über ein 0:0 hinaus und hat mit 51 Punkten als Tabellen-7. jetzt drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.
Die bisherigen Ergebnisse des 33. Spieltags in der Übersicht:
FC Ingolstadt - Eintracht Braunschweig 0:0 (Dienstag)
Chemnitzer FC - Preußen Münster 1:0
Würzburger Kickers - 1. FC Kaiserslautern 2:0
Viktoria Köln - 1860 München 2:0
Hallescher FC - 1. FC Magdeburg 1:1
Sonnenhof Großaspach - FSV Zwickau 1:0 (Mittwoch)
Bayern München II - SV Meppen 5:1
SpVgg Unterhaching - Waldhof Mannheim 0:0
Hansa Rostock - Carl Zeiss Jena
KFC Uerdingen - MSV Duisburg
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Auf einen Blick: Die komplette Tabelle der 3. Liga
