Harald Layenberger am 25.05.2020 hat geschrieben:Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan...
Manchmal merkt man es garnicht, weil es ein schleichender, ein sich ganz langsam entwickelnder Prozess ist. Irgendwann stellt man überrascht fest, dass man sich doch enorm verändert hat. Es ist wie mit dem Alter, erst wenn man sich über eine längere Distanz betrachtet, stellt man die Zeichen der Zeit fest und nimmt die doch großen Unterschiede und Veränderungen zwischen früher und heute wahr. Noch vor 6 Jahren war Harry Berg nur ein Facebook Profil um als Administrator die Firmenseite der Layenberger Nutrition Group GmbH erstellen und betreiben zu können. Da ich als Privatperson auf keinen Fall in den sozialen Medien erscheinen wollte, wurde eben aus Harald Layenberger, jener Harry Berg.
Wie heißt es so schön? "Die Geister die ich rief ..." Ich war bis dahin medial nie ein Frontmensch und wollte ehrlich gesagt auch nie im Scheinwerferlicht stehen. "Ich bin der, der im Hintergrund die Katze streichelt", war immer meine Aussage, wenn es darum ging etwas öffentlich zu tun. Wer damit jetzt nichts anfangen kann, ist ganz sicher kein Fan von alten James Bond Filmen. Was will ich damit sagen? Es war noch nie ein Problem für mich, Dinge anzupacken, Probleme zu lösen oder kreative Ideen umzusetzen, aber eben nicht unter der Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit.
Das Sponsoring hat vieles verändert! Als kleinerer Betze Sponsor viel das ja alles nie so ins Gewicht, man nahm Layenberger zwar am Rande wahr, aber wer dahinter stand war relativ uninteressant. Auch unser großes Engagement als Hauptsponsor aller Deutschen Hallenvolleyball Nationalmannschaften hat mich an James Bond festhalten lassen.
Doch dann kam Union Berlin! Ein Verein, eine Szene und Menschen die denen, die Du von früher im Umfeld deines Heimatvereins kanntest, so ähnlich sind. Du lässt Dich gehen, lässt Dich mitziehen, einfach treiben und dann bist Du selbst überrascht, plötzlich wieder mittendrin und nicht einfach nur dabei zu sein. Na gut, kein Problem, denkst Du, es ist ja weit weg von zu Hause, fällt ja nicht auf, wenn Du Dich einfach mal treiben lässt! Es ist wie Urlaub machen, im eigenen Ferienhaus, weit weg von Daheim. Du fühlst Dich wohl, Du fühlst Dich sicher, umgeben von Menschen die ganz schnell Dein Herz erobert haben. Du kannst hier abschalten und ganz einfach Du sein!
Irrtum! Beobachtet von dem einen oder anderen, rückt Lautern plötzlich immer näher an Berlin ran. Nun gut, Union und Lautern spielen in dieser Zeit auch in der gleichen Liga und es ist der regionalen Presse auch nicht entgangen, dass ein Unternehmen, welches Luftlinie 4 Kilometer vom Betzenberg entfernt seinen Firmensitz hat, mit Ihrem Logo jetzt die Brust der Eisernen ziert.
Plötzlich wird alles ganz anders, Dein Verein, den Du seit Du denken kannst im Herzen trägst, steigt in die Dritte Liga ab. Der Mensch der Dich mit 4 Jahren mit auf den Berg genommen hat, der dein Engagement bei den Eisernen stolz begleitet hat und Dich immer wieder erinnert hat, wo trotz allem deine Wurzeln sind, dieser Mensch stirbt. Noch eine Woche vorher hat er Dich gebeten, seinem und deinem FCK etwas mehr zu helfen. Der Mensch, der über 10 Jahre darauf gewartet hat, Ehrenmitglied seines Vereins zu werden, der als Ordner kostenlos und "angeblich" nur für den Mitgliedsbeitrag, gearbeitet hat, stirbt und am Morgen danach liegt der Brief mit der Ernennung zum Ehrenmitglied im Briefkasten. Obwohl er allen Grund gehabt hätte, sich von diesem Verein abzuwenden, hat er es nicht getan. Es sind die Menschen, die Dich enttäuschen, nicht der Verein, nicht die Institution, war immer seine Rede!
Mit diesen Emotionen wirst Du Hauptsponsor Deines Vereins und obwohl Du sehr schnell merkst, wer da welches Spiel spielt, lässt Du Dich auf den Kampf ein!
Bis heute war dieser Kampf, der Kampf den Don Quijote auch geführt hat, ein Kampf gegen Windmühlen. Und ehrlich? Den Kampf möchte ich nicht mehr führen.
Am Samstag las ich das Interview, welches unsere Vereinsführung der Rheinpfalz gegeben hat:
"Natürlich müssen wir vorher mit unserem derzeitigen Hauptsponsor sprechen, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft. Aber wenn es möglich ist, dann würde nichts dagegensprechen, dass übermorgen zum Beispiel Allgäuer Latschenkiefer wieder auf der Trikotbrust steht."
Lieber Herr Voigt, es ist möglich. Ich habe bewusst einen Passus in meinen Vertrag einbauen lassen, mit dem es möglich ist, einem anderen Unternehmen sofort die Brust zu überlassen. Sie brauchen nicht mit Ihrem Hauptsponsor zu reden, reden Sie mit der Rheinpfalz.... und lassen Sie Übermorgen Ihre Mannschaft mit Allgäuer Latschenkiefer auflaufen.
Ich bin und bleibe Fan des 1.FCK, aber ich werde mich jetzt wieder aus der ersten Reihe zurückziehen und meinen Platz in der hinteren Reihe einnehmen.
Quelle: Harald Layenberger