Das erste Mal seit etlichen Jahren kann man mit Zuversicht in die Winterpause gehen und sich auf die Rückrunde freuen.
Wenn ich Schommers reden höre, sehe ich einen Mann, der Klarheit und Zielstrebigkeit verkörpert, seine Worte klug und mit Bedacht wählt und viel Feingefühl für die jeweils aktuelle Situation zeigt. Gute Rhetorik ist die eine Sache, aber wenn man dann die Entwicklung der letzten Wochen betrachtet, sieht man, dass er auch in der Praxis genau die richtigen Punkte trifft.
Hier haben wir einen Trainer, der scheinbar wirklich die richtige Ansprache findet, um dieses sensible Mannschaftsgefüge wieder zu einer starken Einheit zu formen und sie auch psychologisch so einstellt, dass sie nicht nach zwei Siegen gleich abheben und nur noch 80% geben. Einer, der nicht nur in der Spieltagsvorbereitung, sondern auch mal spielverlaufsbezogen die richtigen taktischen und personellen Schlüsse zieht, aber stets genau abwägt, welche Informationen zu Taktik und Personal er in der Öffentlichkeit teilt, um unseren Gegnern nicht zu viel Einblick in unsere Karten zu gewähren. Jemand, der präzise die Stärken und Schwächen einzelner Spieler, aber auch gegnerischer Mannschaften analysieren kann und trotzdem nicht reflexartig und auf äußeren Druck reagiert, sondern seine Entscheidungen nach eingehender Reflexion fällt. So haben viele Spieler ihre faire Chance für einen bestimmten Zeitraum erhalten und müssen jetzt mit den Konsequenzen ihrer Leistung leben. Aus dieser Verpflichtung zur Sachlichkeit zieht Schommers seine Autorität und den Respekt bei der Mannschaft. Wenn er von Respekt und Ehrlichkeit redet, sind das nicht nur Floskeln, sondern es wird ganz offensichtlich auch im Detail vorgelebt.
Wenn ich an die launischen Pressekonferenzen von Frontzeck denke, die Schwammigkeit bei Meier oder dieses übertrieben Joviale bei Hildmann - dagegen ist es eine Wohltat, Schommers zu hören.
Dabei sieht man wieder mal, dass die wichtigste Position für sportlichen Erfolg in einem Fußballverein eben doch der Trainer ist. Die JHV mag für die mittel- und langfristige Zukunft wichtig gewesen sein und uns endlich die Ruhe und Professionalität im Umfeld bringen, die dauerhaften Erfolg erst möglich macht. Aber der positive Trend unter Schommers war schon vorher erkennbar - wer weiß, wo wir jetzt stehen würden, wenn man Hildmann schon in der Sommerpause durch Schommers ersetzt hätte.
In diesem Sinne wünsche ich allen frohe Feiertage und dass sich unser aller Wunsch nach einer Rückrunde, in der sich diese fulminante Aufholjagd fortsetzt, nächstes Jahr erfüllt.
