Esport... ja, gerne.
Aber nicht Fußball.
Das ist nun mal wirklich etwas, was man auf dem Rasen spielen sollte. Als wirkliche Mannschaft. Zumal man doch immer wieder merkt, dass die Spiele (Fifa oder PES, ganz egal) sehr stark gescriptet sind. Kaum ist man mal 2:0 vorne, gehen die nächsten Großchancen eben nur noch an den Pfosten. Es soll immer schön spannend bleiben. Stichwort "Momentum". Außerdem merkt man schon, dass die "guten" Spieler mehr darauf aus sind die Lücken der Spiele auszunutzen als "normalen" Fußball zu spielen. Da fallen dann häufig die Tore nach dem selben Prinzip.
Mich hält das zwar alles nicht vom PES zocken ab, aber ich erkenne diese Dinge und lese auch häufig, dass das bei Fifa das Gleiche ist. Damit muss man sich abfinden.
Sinnvoll sehe ich eSport eigentlich nur bei hoch Taktischen Spielen. Beispiel Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) GO. Da ist natürlich der Aufschrei erstmal groß... "oh mein Gott, Ballerspiele!"... so wie KH Rummenigge das so schön gehaltvoll dargestellt hat:
https://www.augsburger-allgemeine.de/sp ... 60036.html
Natürlich. Dieses Spiel inszeniert den taktischen Übergriff einer Spezialeinheit auf einen von einer Terrorgruppe angegriffenen Platz. Es gibt verschiedene "Orte" (Maps), die alle ganz andere Eigenschaften haben und Timings benötigen. Spielt man das als Einzelperson auf einem Server mit 20 Leuten, sieht das in erster Linie mal nach Chaos und purer, wilder Ballerei aus. Aber auf Turnierebene ist es das krasse Gegenteil. Will ein Team (5 vs. 5) hier wirklich gut sein, ist das Taktik und Kommunikationsschule hoch zehn. Natürlich zählen da auch die normalen Fertigkeiten eines "Ballerspiels" (Zielgenauigkeit, Augen/Hand Koordination etc.) mit dazu. Aber Kommunikation, Training, Taktik im Team sind hier so viel ausgeprägter als bei jedem anderen Spiel. Dazu kommen viele Elemente (Smoke / Blendgranaten), die ich als Laie kaum nutze, aber von guten und cleveren Spielern dann zum richtigen Zeitpunkt der Gamechanger sind.
Und ums mal auf meinen Eingangssatz zurück zu kommen... Anders als Fußball zu spielen kann man "Bomben legen bzw. es zu verhindern" nur sehr schwierig in Realität simulieren. Selbst in Lasertag Arenen oder Paintball wäre das mit den vielen 3-minütigen Einzelrunden, die gespielt werden eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Und als Zuschauer langwierig und unspektakulär.
Bei CS:Go ist mittlerweile eine Medien Maschinerie dahinter wie bei Sky in der Bundesliga. Nur mal als Beispiel eine der Maps des ESL Finals in Köln 2019:
https://www.youtube.com/watch?v=yeeNXQAJHI8
Ich scheitere idR immer, Leuten diesen "Sport" nahezubringen, da sie in diesen Videos eigentlich "nichts" erkennen. Wenn man es nicht kennt und nicht spielt, wird es vermutlich auch so rüberkommen. Aber als "Laie", dem das Spiel so schon hin und wieder großen Spaß macht, sehe ich durchaus, welche abartige Leistung dahinter steckt. Das sind Profis.
Dagegen kann ich bei den Übertragungen der eSport Fifa Bundesliga auf Sport1 (oder war es Pro7Maxx?) nur müde lachen... da sitzen zwei boys gegenüber und spielen Fifa... mal auf PS4, mal auf Xbox... was ein Getöse. Das gleiche Spiel, nur andere Controller. Das würde sich über nen PC auch besser regeln lassen.
Wie dem auch sei. CS:GO ist ganz sicher kein Thema für den FCK. Und Fifa/PES hoffentlich auch nicht.
Grüße und Frööööööhliche Feiertage.
P.S.: Ach ja. Ich würde der "Kinder, die zu viel zocken werden verblöden" Fraktion auch deutlich widersprechen wollen. Es kommt natürlich immer darauf an, was man spielt. Aber aus mir und einer ganzen Menge Counter-Strikern, die wie ich seit 1999 dabei sind und auch viele andere Dinge zocken, sind heute Anwälte, Lehrer, internationale Projekteinkäufer und (wie in meinem Fall) Ingenieure geworden. Solche Spiele erfordern Disziplin und Geduld. Damals waren für viele interessante Skripte (Waffen-Tastenbelegung, Skins und weitere Edits) auch noch Programmierkenntnisse von Nöten... heute eher weniger. Wenn ich heute letztendlich durchs CAE System (Catia / Abaqus / Ansys) flitze, dann tun sich meine älteren Kollegen beim Zuschauen immer sehr schwer, da meine Augen / Maus Koordination recht gut ist, sodass der Mauszeiger für viele nicht verfolgbar über drei Bildschirme flitzt und ich auch auf der Tastatur viele Shortcuts nutze. So ist das eben als "zocker".
Was ich hingegen damals an der FH sehr selten gesehen habe? Mit über 22 noch aktive Fußballer... die meisten (wie auch ich) haben das mit 20, wenn dann die heile Schulwelt vorbei ist dann beendet.
Es hängt einfach immer an den Menschen selbst. Jeder kann was aus sich machen...