
Kurz-Spielbericht: SV Gonsenheim - 1. FC Kaiserslautern 0:3
Kühlwetter verhindert die Eiszeit
Der 1. FC Kaiserslautern ist beim SV Gonsenheim nur knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Erst in der Schlussphase sorgten die Roten Teufel in Unterzahl durch drei Treffer für den auf dem Papier klar wirkenden Sieg gegen den Oberligisten.
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Der neue FCK-Trainer Boris Schommers hatte gegenüber dem Magdeburg-Spiel nahezu seine komplette Startelf umformiert, auch um damit weiteren Profis die Chance zur Bewährung zu bieten. Nur Carlo Sickinger, Christoph Hemlein und Simon Skarlatidis spielten im neu gewählten 4-2-3-1-System wieder von Beginn an. Die eigentlich aus dem Mittelfeld bekannten Hendrick Zuck und Gino Fechner gaben die Außenverteidiger neben den Innenverteidigern André Hainault und Kevin Kraus. Lucas Röser war einzige Spitze, unterstützt von Skarlatidis zentral, Hemlein rechts und Antonio Jonjic auf links.
FCK beginnt ordentlich, macht aber kein Tor - dann trifft fast der SVG
Die beiden geöffneten Seitentribünen im Mainzer Bruchwegstadion waren zum Achtelfinale im Verbandspokal nur etwa zur Hälfte gefüllt. Rund 3.500 Zuschauer wollten die Partie des Oberligisten SV Gonsenheim gegen den Favoriten aus Kaiserslautern sehen. Die alte Nordtribüne am Bruchweg ist bereits seit 2018 komplett abgebaut, die ehemalige Fantribüne der "Nullfünfer" schon längere Zeit gesperrt. Die FCK-Ultras verpassten wegen eines folgenlosen Polizeieinsatzes in der Altstadt den Anpfiff und kamen etwa fünf Minuten später in den Gästeblock, wo wie im Südwestpokal üblich auch diesmal die Zaunfahne "1. FC Kaiserslautern - Unzerstörbar" geflaggt wurde. Auf der Haupttribüne versuchte ein Gonsenheimer Fan, die Leute mit Megaphon zu animieren, es blieb aber das ganze Spiel über beim Versuch für richtig gute Stimmung zu sorgen.
Der FCK fand gut ins Spiel, Kevin Kraus und zweimal Lucas Röser hatten dabei die größten Chancen zur Führung. Der Oberligist war nach rund 20 Minuten in der Partie, spielte mutig mit und lauerte auf Konterchancen. Es war nun kaum noch ein Klassenunterschied zu erkennen. Kurz vor dem Pausenpfiff hatten die Gonsenheimer dann die beste Chance der ersten Halbzeit: Ein von Damir Bektasevic von einem Lautrer leicht abgefälschter Schuss landete am Torpfosten von Pokal-Keeper Avdo Spahic. Viel Glück für den FCK! Halbzeit, Pfiffe aus dem Gästeblock.
Gonsenheim wittert seine Chance - Thiele fliegt vom Platz
Nach Wiederbeginn witterten Mannschaft und Fans des Oberliga-Aufsteigers dann endgültig ihre Chance. Hörbare "SVG, SVG"-Rufe klangen nun durch das Bruchwegstadion. Die FCK-Fans auf der Gegengeraden blieben über das gesamte Spiel weitgehend verhalten. Mit zunehmender Spieldauer mischte sich in das Schweigen aber ein gewisser Galgenhumor, der schwachen Leistung der Lautrer Mannschaft angepasst. Unter anderem wurden "Europapokal"-Gesänge angestimmt.
Nach 73 Minuten kam dann der "große" Auftritt des eingewechselten Timmy Thiele. Nein, der Stürmer erzielte nicht die Führung, sondern kassierte nach einer Tätlichkeit gegen Gonsenheims Keeper Paul Simon die Rote Karte. Immerhin: Diese Szene war so etwas wie ein Weckruf für seine Mitspieler.
Galgenhumor bei den FCK-Fans - Kühlwetter sorgt für die Erlösung
Nur fünf Minuten später brach der ebenfalls ins Spiel gekommene Christian Kühlwetter auf der linken Seite durch, sein Gegenspieler Ferhat Gündüz wusste sich nur durch ein Foul zu helfen - Strafstoß für den FCK. Der Gefoulte verwandelte selbst souverän zur zu diesem Zeitpunkt glücklichen Führung. Jubel und Erleichterung bei den Fans der Roten Teufel.
Den Oberligisten verließen nun die Kräfte und der Widerstand war gebrochen. In der Schlussphase schraubten Florian Pick und Simon Skarlatidis das Ergebnis auf 3:0. Nach der Partie gab es nicht nur von der Haupttribüne, sondern auch aus dem Gästeblock Applaus für den starken Underdog. Auch die FCK-Spieler holten sich einen kurzen Dank aus ihrem Block ab. Erneut waren danach auch einige "Bader raus"-Rufe aus der Kurve zu hören.
Schommers sieht einen am Ende verdienten Sieg
FCK-Trainer Boris Schommers war sich nach der Partie über den eher schwachen Auftritt seiner Mannschaft bewusst: "Wir haben uns das Spiel selbst schwer gemacht. Wir sind zwar gut reingekommen, der Gegner hat aber auch gut verteidigt. Beim Pfostenschuss hatten wir Glück. Ab der 50. Minute haben wir dann wieder mehr Druck entwickelt, da war aber oft der letzte Querpass schlecht. Und so nimmt das Spiel dann seinen Lauf, der Gegner merkt dann, dass was geht. Nach der Roten Karten muss ich meiner Mannschaft aber ein Kompliment machen - sie hat dann eine gute Reaktion gezeigt. Am Ende war es deshalb ein verdienter Sieg." Gonsenheims Coach Christian Lülllig war von der Darbietung seiner Mannschaft begeistert: "Die ersten 80 Minuten von uns waren überragend. Wir können heute sehr stolz auf uns sein. Am Ende geht der Sieg des FCK, dem ich alles Gute wünsche, aber dann doch in Ordnung."
Quelle: Der Betze brennt
Vorherige Ergebnismeldung:

Blamage abgewendet: FCK gewinnt am Ende 3:0
Der 1. FC Kaiserslautern hat mit Ach und Krach das Viertelfinale im Verbandspokal erreicht. Beim Oberligisten SV Gonsenheim gewann die Lautrer mit 3:0 (0:0) und wendeten nur knapp eine Riesenblamage ab.
Der im zweiten Durchgang eingewechselte Christian Kühlwetter holte vor rund 3.500 Zuschauern im Mainzer Bruchwegstadion in der Schlussphase einen Elfmeter heraus und verwandelte selbst zur 1:0-Führung (78.). Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gäste bereits in Unterzahl, da der ebenfalls eingewechselte Timmy Thiele nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (73.). In den Schlusssekunden erhöhten dann Florian Pick (87.) und Simon Skarlatidis auf 3:0 (90.).
Nicht nur wegen des Platzverweises lag in Mainz lange Zeit eine Sensation in der Luft. Kurz vor der Halbzeitpause hatte der Oberligist bei seiner besten Möglichkeit Pech bei einem Pfostenschuss. Die Runde der letzten Acht ist bereits ausgelost. Dort bekommen es die Lautrer mit dem Regionalligisten FK Pirmasens zu tun.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: SV Gonsenheim - 1. FC Kaiserslautern 0:3
Ergänzung, 26.09.2019:
Nach Platzverweis: Interne Strafe für Timmy Thiele
Wegen einer Tätlichkeit im am Ende noch 3:0 gewonnenen Fußball-Verbandspokal-Achtelfinale am Mittwoch beim Oberligisten SV Gonsenheim hat Stürmer Timmy Thiele vom Drittligisten 1. FC Kaiserslautern die Rote Karte bekommen. Damit nicht genug: FCK-Trainer Boris Schommers hat Thiele zu einem kurzen, aber "prägnanten" Gespräch gebeten und zusätzlich zur zu erwartenden Sperre im Verbandspokal-Viertelfinale beim FK Pirmasens eine interne Strafe angekündigt. "Wenn dich einer provoziert, dann musst du eine andere Antwort geben", sagte Schommers, "am besten, indem du beispielsweise ein Kopfballtor erzielst." Thiele habe sich "sehr einsichtig" gezeigt. (…)
Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz
