paffebersch hat geschrieben:Herr Bader, an Ihnen ist ein Politiker verloren
gegangen .Aber was sollen Sie auch sonst sagen....
Bei diesem Thema geht es mittlerweile in der Tat nur noch darum, sich wie ein Politiker auszudrücken. Manches ist an der Grenze zur Wahrheit, manches ist schlicht gelogen. Dabei ist das Thema eigentlich gar nicht so kompliziert, wenn man wirklich Transparenz reinbringen will. Das ist aber wie so häufig bei uns gar nicht gewollt - oder wird damit begründet, dass es geschäftspolitisch nicht opportun sei. Ich versuche mal etwas Transparenz in die Geschichte zu bringen, anhand der Fakten, die man sich zusammensuchen und erfragen kann. Am einfachsten fangen wir mal mit dem Etat an und gehen davon aus, das dieser in ähnlicher Höhe wie letztes Jahr sein soll: Das würde folgendes bedeuten:
= EUR 5,0 Mio. Spieleretat
- EUR 6,8 Mio. fällige Anleihe
- EUR 5,0 Mio. operatives Minus (das Minus letztes Jahr war EUR 3 Mio. und wir haben keine Sondereffekte)
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= EUR 11,8 Mio. Defizit die finanziert werden müssen
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+ EUR 3,0 Mio. dritte Tranche von Quartrex zu 7,5% Zinsen
+ EUR 1,8 Mio. vorgezogene Wiederaufstiegsprämie von Sport Five
+ EUR 1,2 Mio. Überschuss aufgrund des Zuschauerschnitt (2.000 mehr)
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- EUR 5,8 Mio. verbleibende Unterdeckung für nächste Saison
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+ 0,3 Mio. Personalmaßnahmen GF (Notzon, Bader und Klatt haben alle keinen Vertrag für nächstes Jahr)
+ 0,5 Mio. Personalmaßnahmen NLZ
+ 5,0 Mio. „Zwischenfinanzierung“ zu 10% gegen Abtretung der Anteile, künftiger Transfererlöse sowie Marketing und Fernseheinnahmen
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+/- 0 Lizenz für nächste Saison / Aussage Bader korrekt
Nicht korrekt und gerade zu irreführend ist hingegen die Aussage von Herrn Klatt auf der Fanversammlung, mit dieser Zwischenfinanzierung hätte man für 3 Jahre Ruhe. Korrekt ist folgendes:
- die Vereinbarung mit der Stadt zur Pachtreduzierung läuft Ende nächster Saison aus. Das heißt das Defizit für 2020/2021 wächst um EUR 3,6 Mio. liegt dann also bei rd. EUR 8 Mio.
- denn die laufende Unterdeckung für die nächste Saison liegt nach wie vor mind. EUR 5 Mio. für eine dritte Saison 3. Liga
- die Zuschauereinnahmen müssen erneut auf dem Niveau von diesem Jahr liegen
- die laufenden Kosten für Fremdfinanzierung (Quartrex+Zwischenfinanzierung) liegen bei rd. EUR 1,5 Mio. pro Saison
- die Verschuldung des FCK nach dieser Saison liegt dann bei rd. 15-20 Mio. (je nachdem, ob man die Vorgriffe auf künftige Zahlungen hinzurechnet)
=> Das heißt ein Investor, der einsteigen will, muss nächst Saison im Falle des erneuten Nichtaufstieg rd. EUR 30 Mio. in den FCK investieren, um halbwegs sicher in die zweite Liga aufzusteigen und die Verschuldung abzulösen
Unabhängig davon, müssen wir nächstes Jahr mind. Eigenkapitalinvestoren finden, die bereit sind rd. EUR 5-6 Mio. zu investieren (und damit wäre die Zwischenfinanzierung noch nicht zurückgeführt) bzw. EUR 11-12 Mio. inkl. Zwischenfinanzierung. Wenn dann ein Investor kommt und sagt, ich geb euch das Geld für 50% der Anteile, haben wir unseren halbe Verein verkauft - für EUR 11 Mio. Und wir sind voll abhängig von dieser Person, die uns alles diktieren kann.
Martin Bader weis, welche Optionen er hat. Er soll sie verfolgen, auch wenn sie aus Russland oder aus Luxembourg kommen. Das Szenario oben ist keine Lösung, es ist Sterben auf Raten. Selbst ein Aufstieg nächste Saison, bedeutet lediglich rd. EUR 5 Mio. mehr TV-Einnahmen, die für höhere Pacht, Zinsen und höhere Kosten im Spielbetrieb relativ schnell verschwinden. Es ist mir einfach unerklärlich, wie man dass den Fans als Lösung, auch noch als Lösung für drei Jahre verkaufen kann. Eigentlich müsste die Nase bei einer solchen Aussage 2 Meter lang werden.