
Tragödie: Nachlass von Fritz Walter wird versteigert
Das Erbe von Fritz Walter, der größten Legende des 1. FC Kaiserslautern und des deutschen Fußballs, kommt im Februar unter den Hammer. Es ist der traurige Höhepunkt eines seit Jahren schwelenden Kampfs um den Nachlass.
Es war eine zunächst nüchterne Meldung, die das Heidelberger Auktionshaus "Kunst und Kuriosa" auf seiner Website veröffentlichte. Der "Memorabilien-Nachlass einer deutschen Fußball-Legende" solle unter den Hammer kommen. Inzwischen ist bekannt: Dabei handelt es sich um das private Erbe von Fritz Walter. Das bestätigte das Auktionshaus dem "Wochenblatt". Die Hinterlassenschaft soll im kommenden Monat versteigert werden.
Der renommierte Sachverständige, Historiker und Experte für Fußball-Memorabilien Hagen Leopold hatte schon im vergangenen Herbst auf entsprechende Gerüchte aufmerksam gemacht und Alarm geschlagen. Er sah die letzte Chance gekommen, den Nachlass des Weltmeisters von 1954 noch irgendwie zusammenhalten und nicht komplett zerfleddern zu lassen. Inzwischen scheint die letzte Möglichkeit verpasst, um die Stücke aus dem Walter-Besitz in die Hände eines zentralen Archivs, einer Stiftung oder eines Museums zu übergeben. Schlimmstenfalls verteilt sich das materielle Vermächtnis im Februar über die ganze Welt und geht in den Besitz vieler Einzelpersonen über.
Immer wieder ausgebremst: Bemühungen gab es seit Jahren
Leopold kämpft seit Jahren darum, den Nachlass zu erhalten und zugänglich zu machen. Die Walters hatten keine Kinder, der Besitz ging nach dem Tod von Fritz im Jahr 2002 in den Besitz eines Privatmanns über. Immer wieder gab es Gespräche und Verhandlungen über den Verkauf der Sammlung. Doch wie so oft bremsten persönliche Eitelkeiten, nicht eingehaltene Versprechen, politische Verstrickungen und letztlich auch die chronische finanzielle Knappheit des FCK alle Bemühungen aus. Das "Wochenblatt" weist beispielhaft darauf hin, dass der Verein vor einigen Jahren die Gelegenheit verstreichen ließ, den Nachlass für einen vergleichsweise kleinen Preis zu kaufen und im Museum auszustellen.
Inzwischen ist gar nicht mehr klar, welche Gegenstände aus dem Walter-Erbe überhaupt noch erhalten sind und nun zur Auktion geboten werden. Es soll sich um rund 1.000 Stücke handeln, die in 300 Positionen angeboten werden. Es ist aber gut möglich, dass wesentliche Teile nicht mehr zur Sammlung gehören und das Erbe schon zerschlagen ist.
Bittere Fußnote: Versteigerung parallel zum Südwest-Derby
Gewissheit besteht erst am 25. Januar, wenn das Heidelberger Auktionshaus den Katalog zur Übersicht veröffentlichen wird. Wenige Tage vor der Versteigerung ist es dann möglich, sich vor Ort einen Eindruck von den Stücken zu verschaffen.
Hagen Leopold arbeitet derweil mit Hochdruck an einer letzten Lösung, bemüht sein Netzwerk und führt viele Gespräche. Er schätzt die Chancen aber als nicht mehr sehr hoch ein, den Walter-Besitz doch noch zusammenzuhalten. Ein kleines Wunder ist nötig, wenn die Auktion am 16. Februar um 14:00 Uhr beginnt - parallel zum FCK-Auswärtsspiel beim Karlsruher SC. Es ist eine ironische, schlimme Fußnote, dass die Roten Teufel in der 3. Liga um Derby-Punkte kämpfen, während im nicht weit entfernten Heidelberg der Nachlass der größten Vereinslegende versteigert wird - ein Jahr vor dem 100. Geburtstag von Fritz Walter.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 18.01.2019:

Foto: Auktionshaus "Kunst und Kuriosa"
Auktionshaus listet Fritz-Walter-Exponate auf
Die Nachricht vom Verkauf des Erbes von Fritz Walter sorgte gestern für große Aufregung im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern. Nun hat das Heidelberger Auktionshaus eine Liste der zu ersteigernden Exponate veröffentlicht - einige wertvolle Stücke fehlen.
Beim Ansehen der rund 290 Exponate wird es vielen FCK-Freunden eiskalt den Rücken runterlaufen. Eine Woche früher als ursprünglich angekündigt, können Interessierte den Auktionskatalog der Versteigerung von Fritz Walters Privatnachlass einsehen:
» Zum Auktionskatalog Nr. 277: Memorabilien-Nachlass von Fritz Walter
Unter den Exponaten befinden sich einige besondere Erinnerungsstücke. Unter anderem kommen Fritz Walters Ernennungsurkunden zum Ehrenspielführer des 1. FC Kaiserslautern aus dem Jubiläumsjahr 1950 sowie zum Ehrenspielführer des DFB von 1954 unter den Hammer. Auch der Spielerausweis der Weltmeisterschaft 1954 sowie die Urkunde zur Umbenennung des Fritz-Walter-Stadions (1985) gehören zu den wertvollen Erinnerungsstücken. Hinzu kommen viele goldene und silberne Ehrennadeln, zahlreiche Pokale und Fotos.
Memorabilien-Experte Leopold: "Wo ist die WM-Goldmedaille von 1954?"
Allerdings: Nach Einschätzung von Memorabilien-Experte Hagen Leopold wurden einige wertvolle Exponate schon vorab anderweitig verkauft und werden in Heidelberg nicht angeboten: "Der Nachlass ist inkomplett. Wo ist beispielsweise die Goldmedaille zur WM 1954?" Ebenfalls nicht versteigert werden mindestens 50 Länderspielmedaillen des DFB sowie zwei von drei Silbernen Lorbeerblättern. Leopold, selbst eingefleischter FCK-Anhänger und zu Lebzeiten persönlich mit Fritz Walter bekannt, ist erschüttert - und teilt dieses Gefühl wohl mit vielen weiteren Anhängern der Roten Teufel.
Einige FCK-Fans um die Gruppe "Wir sind Betze" haben auf der Crowdfunding-Plattform Leetchi bereits eine Spendensammlung gestartet. Momentan laufen noch Gespräche mit der Initiative Leidenschaft / Fritz-Walter-Museum sowie mit der Fritz-Walter-Stiftung, um dieses Crowdfunding auf stabilere Füße zu stellen.
FCK-Anhänger starten Crowdfunding - Auktionen am 16. Februar
Nur ein kleiner Trost ist, dass einige Hinterlassenschaften vor der Versteigerung gerettet werden konnten, wie FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf gegenüber der "Rheinpfalz" bestätigte: Fritz Walters Schreibtisch, sein Koffer, welchen er bei der WM 1954 im Hotel "Belvedere" in der Schweiz dabei hatte und sein Bundesverdienstkreuz stehen nach einer Einigung mit der Erben-Familie Lutzi weiter unentgeltlich in der FCK-Museumsebene im Fritz-Walter-Stadion.
Alle Auktionen zum noch übrig gebliebenen Erbe Fritz Walters starten bei einem Mindestpreis von 20,- Euro, satte 24,99% Aufgeld auf den Zuschlagspreis werden fällig. Die Veranstaltung findet am Samstag, 16. Februar 2019 ab 14:00 Uhr im Heidelberger Auktionshaus "Kunst und Kuriosa" statt - genau zeitgleich zum Drittliga-Derby des 1. FC Kaiserslautern beim Karlsruher SC.
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 28.01.2018:

Fritz-Walter-Auktion: Erben benennen Gründe
Die für den 16. Februar angesetzte Versteigerung des Nachlasses von FCK-Legende Fritz Walter sorgt weiter für Aufregung. Nun haben sich erstmals die Erben zu Wort gemeldet und erklären einige Hintergründe.
Rückblick ins Jahr 2002: Nach dem Tod von Fritz Walter geht dessen Besitz - insbesondere das Wohnhaus in Enkenbach-Alsenborn - in die Hände seiner langjährigen Wegbegleiter Barbara und Bernd Lutzi über. Zu dem Bungalow gehören zahlreiche Memorabilien, also Erinnerungsstücke, aus welchen in den folgenden Jahren ein Museum in Gedenken an den Ehrenspielführer des 1. FC Kaiserslautern entsteht. Zur Sanierung des Hauses und zum Aufbau des Museums erhielten die Lutzis damals Unterstützungsversprechen von Stellen aus Sport, Politik und Wirtschaft und nahmen vor diesem Hintergrund selbst Kredite bei Banken auf. Diesen Zeitverlauf skizziert Bernd Lutzi in einer E-Mail an einen FCK-Fanclub-Verantwortlichen, welche Der Betze brennt vorliegt (zur kompletten E-Mail im DBB-Forum).
Finanzprobleme: Walter-Erben wurden mit dem Nachlass alleine gelassen
"Nach der WM 2006 wusste plötzlich von den einstigen 'Versprechern' großzügiger Beteiligungen niemand mehr etwas und sämtliche versprochenen Zahlungen blieben aus", schreibt Bernd Lutzi. "So laufen heute noch Darlehen und Kredite für die damals getätigten Finanzierungen. Wir als Kinder der Erben können es aber nicht zulassen, dass unsere Eltern, die in früheren Zeiten auf Initiative anderer Leute des öffentlichen Lebens, die sich seinerzeit mit großzügigen Beteiligungen gebrüstet haben, die zugesagten Unterstützungen aber nie geflossen sind, bis zu ihrem Lebensende Kredite zurückbezahlen müssen."
Bernd Lutzi ist seit November 2017 als Bevollmächtigter seiner Eltern für die Verwaltung des Fritz-Walter-Nachlasses zuständig. Er setzte sich laut eigener Aussage mit dem 1. FC Kaiserslautern, dem Deutschen Fußball-Bund, dem Innenministerium, der Stadt Kaiserslautern, der Fritz-Walter-Stiftung und weiteren Institutionen in Verbindung. Das Museum in Enkenbach-Alsenborn war zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen, die Erbstücke sollten verkauft werden. Aber, so Lutzi: "Außer dem Bemühen des FCK war die Resonanz gleich null. Niemand zeigte Interesse, den Fritz-Walter-Nachlass weiter öffentlich zugänglich machen zu wollen."
"Dass das Erbe mit Füßen getreten wird, bestreiten wir ganz entschlossen"
Nun werden die wertvollen Erinnerungsstücke also meistbietend versteigert. Der Erlös soll laut Lutzi zur Instandhaltung von Fritz Walters Haus verwendet werden, so Bernd Lutzi, der ausdrücklich betont: "Dass das Erbe von Fritz Walter von uns mit Füßen getreten wird, bestreiten wir ganz entschlossen." FCK-Fans sammeln bereits Geld, um wenigstens ein paar Memorabilien vor der Zerschlagung retten zu können.
Medienberichten zufolge soll der gesamte Nachlass den genannten Institutionen für 200.000,- Euro angeboten worden sein. Zu viel für den seit Jahren finanziell klammen FCK, der auch keine Sponsoren hierfür fand, und zu hoch angesetzt offensichtlich für den wirtschaftlich wesentlich besser ausgestatteten DFB. Dem wiederum widerspricht Memorabilien-Experte Hagen Leopold im "SWR"-Interview: "Alles unter 250.000,- Euro ist ein Schnäppchen - sofern dieser Nachlass komplett ist" (zum kompletten Filmbeitrag in der Mediathek, ab Minute 17:30). In einer ausführlichen Stellungnahme bestätigt Hagen Leopold zudem die Darstellung von Bernd Lutzi und erhebt ebenfalls schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Institutionen: "Dieses unwürdige Procedere hat der großartige Mensch Fritz Walter nicht verdient" (zur ausführlichen Stellungnahme von Hagen Leopold).
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 31.01.2019:
Fritz-Walter-Nachlass unterm Hammer: DFB erklärt sich
Der Nachlass von Fritz Walter, dem Weltmeisterkapitän von 1954 und ersten Ehrenspielführer des DFB, wird versteigert. Diese Nachricht sorgte vielerorts für Empörung. Nachdem die Erbenfamilie die Auktion auch mit mangelnder Unterstützung seitens einiger Fußball-Organisationen begründet hat, äußert sich nun der DFB auf kicker-Nachfrage.
(...)
Auf kicker-Nachfrage bezog der weltgrößte Sportfachverband nun Stellung dazu. Ein Sprecher erklärte: "Als Ehrenspielführer, Weltmeister von 1954 und Vorbild für ganze Fußballergenerationen genießt Fritz Walter beim DFB selbstverständlich auch heute noch allerhöchste Wertschätzung. Mit dem Nachlass aktuell konkret befasst sind die vom DFB, dem Land Rheinland-Pfalz und dem 1. FC Kaiserslautern getragene Fritz-Walter-Stiftung sowie das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund." Und wie genau darf man sich das vorstellen? (…)
Quelle und kompletter Text: Kicker
Ergänzung, 31.01.2019:

Spendensammlung für das Erbe von Fritz Walter
Der Förderverein des FCK-Museums wird an der Auktion zum Nachlass von Fritz Walter am 16.02.2019 teilnehmen und auf einige Exponate mitbieten, die für das seit 2011 bestehende FCK-Museum von besonderer Bedeutung sind. In der Hoffnung, interessante Stücke für das FCK-Museum ersteigern zu können.
Vor Ort werden die Verantwortlichen möglichst viel Geld benötigen, um einen entsprechend weiten Handlungsspielraum zu bekommen und so überhaupt eine Chance zu haben an interessante Exponate heranzukommen. Damit möglichst viele Menschen, diese Strategie unterstützen können, bitten wir hiermit um eine Spende an den Förderverein des FCK-Museums. Angesprochen sind alle, die dabei mithelfen wollen, möglichst viele Exponate aus dem Nachlass von Fritz Walter für das FCK-Museum zu sichern. Fußballfreunde und Fußballbegeisterte im Allgemeinen, Menschen, die um die Bedeutung Fritz Walters rund um den deutschen Fußball wissen und natürlich vor allem Fans des 1.FC Kaiserslautern. Auch kleine Beträge würden helfen! Wir bitten um Überweisung oder Einzahlung einer Spende an (Kontoinhaber bzw. Empfänger):
Initiative Leidenschaft - Fritz-Walter-Museum Kaiserslautern e.V.
Stadtsparkasse Kaiserslautern
IBAN: DE48 5405 0110 0000 3333 85
Verwendungszweck: Fritz-Walter-Nachlass
Wir weisen ausdrücklich noch auf folgende Punkte hin. Da wir die gesammelten Spenden am Auktionstag vor Ort in bar benötigen, müssen alle Spenden spätestens am 15.02.2019 auf dem angegebenen Konto eingegangen sein! Ausdrücklich weisen wir zudem darauf hin, dass sich jeder Spender mit seiner Überweisung oder Einzahlung einverstanden erklärt, dass Gelder, die am 16.02.2019 nicht zum Einsatz kommen können, weil wir bei den für uns wichtigen Exponaten nicht zum Zuge kommen, nicht zurücküberwiesen werden können! Der Förderverein verpflichtet sich jedoch, Restmittel, die über den Spendenaufruf eingegangen sind und die bei der Auktion nicht verwertet werden können, satzungsgemäß zweckgebunden für Aufwendungen im FCK-Museum einzusetzen!
Wer eine Spendenquittung benötigt, sendet dem Förderverein seine Kontaktdaten bitte über die Mailadresse kontakt@initiative-fritz-walter-museum.de zu. Als gemeinnütziger Verein stellen wir eine entsprechende Zuwendungsbescheinigung aus. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele den Spendenaufruf unterstützen würden, um vielleicht doch noch einige Stücke aus dem Erbe Fritz Walters zurück nach Kaiserslautern holen zu können!
Quelle: Initiative Leidenschaft
Ergänzung, 01.02.2019:

Noch im Haus von Fritz Walter: Exponate im ehemaligen roten Salon - jetzt sollen sie versteigert werden; Foto: Hagen Leopold
Crowdfunding: "Das Wunder bewahren"
Am 16. Februar wird der Nachlass von Fritz Walter, FCK-Legende, Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, Weltmeister und zweifacher Deutscher Meister, Träger des Bundesverdienstkreuzes und (laut Historiker Joachim Fest) einer der drei Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland, versteigert. Es ist abzusehen, dass damit der Nachlass in einigen Wochen in alle Welt zerstreut sein wird.
1.000 Einzelteile kommen unter den Hammer: Auszeichnungen, Ehrennadeln, Urkunden und Pokale sind dort zu finden, darunter Exponate von unschätzbarem ideellem Wert. Jedes einzelne Stück erzählt einen Teil aus dem Leben Fritz Walters.
Die Perspektive FCK, ein Zusammenschluss von Vereinsmitgliedern und Fans des 1. FC Kaiserslautern, hat nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Ziel ist es, mit dem eingenommenen Geld möglichst viele der Exponate für die Nachwelt zu erhalten, in einem Museum öffentlich zugänglich zu machen und so immer an den Menschen Fritz Walter und "Das Wunder von Bern" zu erinnern.
Unterstützer der Kampagne können Geld spenden und auf Wunsch Prämien als Gegenleistung erhalten. Außerdem gibt es für alle das gute Gefühl, etwas zur Rettung des Nachlasses von Fritz Walter beigetragen zu haben. Auf dass die Exponate dahin kommen, wo sie hingehören: Ins Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg.
Weitere Informationen gibt es unter www.fairplaid.org/fritz-walter
Quelle: Perspektive FCK
Ergänzung, 04.02.2019:

Fritz-Walter-Fans spenden für Nachlass-Auktion
Die beiden Spendenaktionen für den Nachlass von Fritz Walter haben über's Wochenende einen ordentlichen Start hingelegt. Es wurden schon mehrere tausend Euro für die Versteigerung am 16. Februar gesammelt - benötigt wird aber noch mehr.
Beim Crowdfunding der "Perspektive FCK" sind seit Freitagnachmittag 3.066,- Euro zusammengekommen. Der aktuelle Gesamtbetrag kann auf der zugehörigen Aktionsseite eingesehen werden. Als Zielsumme bis zum 15. Februar wurden 20.000,- Euro aufgerufen, gespendet werden kann unter:
» Fritz Walter - Das Wunder bewahren: https://www.fairplaid.org/fritz-walter
Bislang zufriedenstellend läuft auch die Sammlung der "Initiative Leidenschaft", auf deren Spendenkonto unter anderem die 785,- Euro aus einem früheren Crowdfunding der Gruppe "Wir sind Betze" eingeflossen sind. Über den kompletten Kontostand möchte der Museumsverein nicht öffentlich informieren - aus taktischen Gründen, damit spätere Mitbieter nicht über den exakten Stand der "Kriegskasse" informiert sind. Spenden können bis zum 15. Februar auf folgendes Konto überwiesen werden:
» IBAN: DE48 5405 0110 0000 3333 85 - Verwendungszweck: Fritz-Walter-Nachlass
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 05.02.2019:

Auktion verhindert: Layenberger rettet den Nachlass von Fritz Walter
Der Nachlass von Fritz Walter wird nicht versteigert! FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger hat sich mit den Erben und dem Auktionshaus finanziell geeinigt und möchte die wertvollen Stücke öffentlich zugänglich machen.
Layenberger erklärte in einem ausführlichen Facebook-Statement: "Es wird nicht zur angesetzten Versteigerung kommen! Das Erbe von Fritz Walter wird nicht zerschlagen und auch nicht über die gesamte Welt verstreut. Es wäre eine Schande gewesen, wenn im nächsten Jahr zum 100. Geburtstag von Fritz Walter nichts mehr von seinem Erbe und Lebenswerk zu sehen gewesen wäre."
FCK-Museum und Deutsches Fußballmuseum mögliche Ausstellungsorte?
Es werde nun Gespräche "mit den entsprechenden Organisationen" geben, um das Erbe der "allen traditionsbewussten Fußballbegeisterten öffentlich zugänglich zu machen", so Layenberger weiter. Der 1. FC Kaiserslautern mit seinem FCK-Museum, der Deutsche Fußball-Bund mit seinem Fußballmuseum und die Fritz-Walter-Stiftung werden die ersten Ansprechpartner sein. Layenberger: "Nachdem wir mit den offiziellen Stellen gesprochen haben, werde ich Euch darüber informieren. Versprechen kann ich, dass nichts vom Erbe Fritz Walters an irgendwelche private Sammler oder Spekulanten veräußert wird."
Wie der "Kicker" recherchiert hat, habe Layenberger den Nachlass nicht als Privatmann erworben, sondern mit seinem Unternehmen. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Einem Bericht der "Rhein-Neckar-Zeitung" zufolge, wurde für die Auktion mit einem Gesamterlös von rund 250.000 Euro spekuliert. Alleine für die Ernennungsurkunde zum DFB-Ehrenspielführer sollen laut "Kicker" schon im Vorfeld 50.000 Euro geboten worden sein.
Geplante Versteigerung sorgte für große Aufregung im FCK-Umfeld
In den vergangenen Jahren hatten mehrere Institutionen immer wieder versäumt, den Nachlass von Fritz Walter für die Zukunft zu bewahren. Die Erben hatten zunächst im Wohnhaus des Weltmeisters von 1954 eine privat organisierte Ausstellung geführt, diese aber später aufgrund des großen Aufwands und nicht eingehaltener Versprechungen eingestellt. Trotz mehrmaliger Appelle und Gespräche gelang es nicht, den Nachlass in den Besitz der Fritz-Walter-Stiftung, des FCK oder des DFB zu überführen. Im Januar 2019 machte schließlich die Meldung die Runde, dass der Nachlass in Heidelberg versteigert werden solle, was einen öffentlichen Aufschrei nach sich zog. Mit der Auktion wäre das Erbe in viele Einzelteile zerbrochen und vielleicht über die ganze Welt verstreut worden. Dies konnte nun abgewendet werden - der Nachlass Fritz Walters ist gerettet!
» Das komplette Facebook-Statement von Harald Layenberger im Wortlaut:
"Liebe Freunde,
liebe Lautrer,
liebe Unioner,
Ich möchte Euch hier und jetzt persönlich darüber informieren, dass es uns gelungen ist, dass Erbe von Fritz Walter zu retten. Es wird nicht zur angesetzten Versteigerung kommen! Das Erbe von Fritz Walter wird nicht zerschlagen und auch nicht über die gesamte Welt verstreut.
Wir garantieren, dass wir nun alles daransetzen werden und mit den entsprechenden Organisationen sprechen werden um dieses auch weiterhin allen traditionsbewussten Fußballbegeisterten öffentlich zugänglich zu machen. Es wäre eine Schande gewesen, wenn im nächsten Jahr zum 100. Geburtstag von Fritz Walter nichts mehr von seinem Erbe und Lebenswerk zu sehen gewesen wäre.
Vorausschicken muss ich, dass es nie im Interesse der Familie Lutzi war, das Fritz Walter Erbe zu zerschlagen. Es wurden nachweislich enorme und langjährige Anstrengungen unternommen um mit den entsprechenden Institutionen einen für alle Seiten gangbaren Weg zu finden. Man hat hier von den offiziellen Seiten allerdings garnicht bis maximal zögerlich reagiert und versagt und das leider über Jahre.
Es liegt mir fern Schuldzuweisungen gegenüber den entsprechenden Stellen zu machen, klar stellen muss man aber, dass man durch Nichtstun fast eine Katastrophe für den Deutschen Fußball ausgelöst hätte.
Die diffamierenden Geschichten die man über die Familie Lutzi mit der Bekanntgabe der Versteigerung verbreitet hat, waren beschämend und unangebracht. Wer auch immer solche Schauergeschichten in die Welt gesetzt und verbreitet hat, sollte sich bei der Familie Lutzi in aller Form entschuldigen. Das, was in den letzten Tagen und Wochen an Schmutz und Lügen über die Familie Lutzi verbreitet wurde glich einer Hexenjagd.
Ohne Zutun und aktives Mitwirken der Familie Lutzi wäre eine Rettung des Erbe nie und nimmer möglich gewesen. Dafür von meiner Seite aus, noch einmal ganz herzlichen Dank! Ebenfalls bedanken muss ich mich bei der Leitung des Auktionshauses Kunst und Kuriosa, der es ebenso wie der Familie Lutzi und mir daran gelegen war, das Erbe für die Fußballwelt zu erhalten.
Es wird jetzt sicherlich Jeden interessieren wie es mit dem Fritz Walter Erbe weitergehen wird. Nachdem wir mit den offiziellen Stellen gesprochen haben, werde ich Euch darüber informieren. Versprechen kann ich, dass Nichts vom Erbe Fritz Walters an irgendwelche private Sammler oder Spekulanten veräußert wird."
Quelle: Der Betze brennt

