
Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - SV Wehen Wiesbaden
Zusammenreißen und punkten!
Nach zwei Pleiten in Folge müssen die Roten Teufel wieder in die Spur finden. Am besten bereits am Sonntag gegen Wehen Wiesbaden, aus dessen Reihen im Sommer große Töne gegen den FCK gespuckt wurden.
Als Anfang Juni bekannt wurde, dass der 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig durch eine Solidaraktion der Zweitligisten zusätzliche Gelder von jeweils 600.000 Euro erhalten würden, um so den Abstieg in die 3. Liga ein wenig abzufedern, war der Frust vor allem in Wiesbaden groß. SVWW-Sportdirektor Christian Hock spuckte Gift und Galle, bezeichnete die Aktion als "ungerecht" und sprach gar von "Wettbewerbsverzerrung". Am Sonntag (Anstoß: 14:00 Uhr) gastiert der aktuelle Tabellennachbar aus der hessischen Landeshauptstadt nun im Fritz-Walter-Stadion. Gerne dürfte der FCK Wiesbadens Sportdirektor mit einem Heimsieg erneut verärgern.
Was muss man zum 16. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:
Der FCK: Ausgangslage und Personal
Auf das kurze Zwischenhoch beim 1. FC Kaiserslautern folgte durch die zwei derben Niederlagen gegen Cottbus und Rostock neue Ernüchterung. Auch der über weite Strecken fahrige Pokal-Auftritt gegen Sechsligist Gau-Odernheim machte wenig Hoffnung auf schnelle Lösungen. Im Heimspiel gegen Wiesbaden soll nun trotzdem alles besser gemacht werden und zum wiederholten Male heißt das Ziel beim Tabellen-9. aus der Pfalz: Eine Siegesserie starten!
Hendrick Zuck fällt mit einer Muskelverletzung aus, außer den Langzeitverletzten stehen ansonsten alle Spieler zur Verfügung. Die Elf, die in Rostock begann, wird sich auf einigen Positionen verändern: Janek Sternberg ist nach Gelb-Sperre zurück und rückt auf seine angestammte linke Seite, rechts verteidigt dementsprechend wieder Dominik Schad. Jan Löhmannsröben muss sich nach zuletzt mäßigen Auftritten steigern, Gino Fechner wäre hier die erste Alternative. Vorne kämpfen Theo Bergmann und nach seiner Denkpause Julius Biada um die Position hinter beziehungsweise neben Timmy Thiele.
Der Gegner: Ausgangslage und Personal
Der SV Wehen Wiesbaden stellt den stärksten Angriff der Liga: Bereits 32 Treffer konnten die Hessen erzielen. Die Stürmer Daniel-Kofi Kyereh (neun Saisontore) und Manuel Schäffler (acht) bilden zudem das treffsicherste Angriffsduo der 3. Liga. In den beiden vergangenen Auswärtsspielen sorgte die Mannschaft von Rüdiger Rehm für Aufsehen. Erst gewann man 5:2 in Karlsruhe, danach sogar 7:0 in Köln. Bemerkenswert: Jeweils vier Treffer erzielte der SVWW in beiden Partien in der ersten Halbzeit. Auch deshalb hatten die Wiesbadener am vergangenen Spieltag die Chance, auf Rang zwei vorzustoßen, unterlagen Jena aber zuhause 2:3. So steht vor dem Spiel in Kaiserslautern Tabellenplatz 8 - drei Punkte vor dem FCK.
Die ehemaligen FCK-Spieler Sascha Mockenhaupt, Giuliano Modica und Max Dittgen sind für Sonntag eine Option, auf einen anderen Ex-Lautrer muss Rehm jedoch verzichten. Nicklas Shipnoski, der beim FCK alle Jugendmannschaften durchlief und lange als hoffnungsvolles Talent galt, hat eine Zerrung erlitten. Ebenfalls ausfallen werden Kapitän Sebastian Mrowca (Muskelfaserriss) und Dominik Martinovic (grippaler Infekt). Die Einsätze von Niklas Dams (Patellasehne), Moritz Kuhn (Muskelfaserriss) und Marcel Titsch Rivero (Bänderanriss), die erst gegen Ende der Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen konnten, entscheiden sich kurzfristig.
Frühere Duelle
Nur zwei Begegnungen beider Mannschaften im Fritz-Walter-Stadion stehen in der Statistik, beide in der 2. Bundesliga. Denkwürdig waren beide: 2009 gewann der FCK durch ein Tor von Erik Jendrisek in der „allerneunzigsten“ Minute mit 1:0. 2007 setzte es vor Minuskulisse an einem Mittwoch, 17:30 Uhr eine üble 0:2-Niederlage.
Fan-Infos
Gegen Wiesbaden werden wieder um die 20.000 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion erwartet - mit einem großen Ansturm auf die Tageskassen, wie zuletzt gegen Cottbus, ist diesmal eher nicht zu rechnen. Die Gäste aus Hessen werden etwa 250 Fans mitbringen.
Wie schon vor einem Jahr wird es am Sonntag erneut die Weihnachtsaktion "Pfalz Inferno Karitativ" geben. Alle Verkaufserlöse vom PI-Stand hinter der Westkurve werden dabei an den Nothilfefonds Kaiserslautern gespendet. Letztmalig kann sich außerdem am benachbarten GL-Infostand für den Sonderzug nach München angemeldet werden.
O-Töne
FCK-Trainer Michael Frontzeck: "Wir müssen wieder dahin zurückkommen, die Gegner auch unter Druck zu setzen und dabei selbst stabil zu sein."
SVWW-Trainer Rüdiger Rehm: "Wenn die FCK-Fanwand loslegt, dann ist das schon eine tolle Atmosphäre. Die müssen wir aufsaugen."
Daten und Fakten
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Voraussichtliche Aufstellungen
1. FC Kaiserslautern: Hesl - Schad, Kraus, Gottwalt, Sternberg - Hemlein, Albaek, Löhmannsröben, Kühlwetter - Bergmann (Biada) - Thiele
Es fehlen: Botiseriu (Knie-OP), Esmel (Kreuzbandriss), Sievers (U21), Spalvis (Knorpelschaden), Zuck (Muskelverletzung)
- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.
SV Wehen Wiesbaden: Kolke - Lorch, Mockenhaupt, Dams (Reddemann), Mintzel - Schönfeld, Schmidt - Andrist, Schwadorf - Kyereh, Schäffler
Es fehlen: Martinovic (grippaler Infekt), Mrowca (Muskelfaserriss), Kuhn (Muskelfaserriss), Shipnoski (Zerrung), Titsch Rivero (Bänderanriss), evtl. Dams (Patellasehnenblessur)
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 16:47 Uhr:

Die Lage der Liga: FCK vor Schicksalsspiel
Nach den Samstagspartien der 3. Liga hat sich die Ausgangsposition des 1. FC Kaiserslautern weiter manifestiert: Auf die Roten Teufel mit aktuell 20 Punkten wartet morgen - mal wieder - ein echtes Schicksalsspiel.
Der FCK-Rückstand auf Aufstiegsplatz 2 ist am Samstag auf acht Punkte angewachsen, während die Abstiegsränge weiterhin drei Zähler entfernt sind. Ganz vorne zieht mit 33 Punkten wie gehabt der VfL Osnabrück (2:0 gegen Energie Cottbus) einsam seine Kreise. Ebenfalls siegreich waren der neue Tabellen-2. KFC Uerdingen (2:0 gegen den VfR Aalen, 28 Punkte) sowie die Verfolger SpVgg Unterhaching (turbulenter 5:4-Sieg bei Carl Zeiss Jena) und Hallescher FC (2:0 gegen Sonnenhof Großaspach) mit nun je 27 Punkten.
Mehr als Platz 9 verteidigen ist für den FCK diese Woche nicht drin
Weil alle vor dem FCK platzierten Teams ihre Samstagsspiele gewonnen haben, können die Roten Teufel selbst mit einem Heimsieg gegen den SV Wehen Wiesbaden (Sonntag, 14:00 Uhr) nicht mehr als ihren 9. Tabellenplatz verteidigen. Dann stünden 23 Punkte zu Buche. Zumindest nach unten würde der ursprüngliche Aufstiegsfavorit damit aber ein Befreiungsschlag landen: Weil von den Kellerkindern am Samstag keines gewinnen konnte, würde der Abstand auf Platz 17 (aktuell Carl Zeiss Jena mit 17 Punkten) auf sechs Zähler anwachsen. Platz 2 wäre bei einem FCK-Heimsieg fünf bzw. sechs Punkte entfernt, je nachdem, ob die Verfolger Preußen Münster und Karlsruher SC ihre ebenfalls noch ausstehenden Heimspiele gewinnen können.
Der 16. Spieltag mit den bisherigen Ergebnissen auf einen Blick:
Sportfreunde Lotte - Hansa Rostock 1:0 (Freitag)
VfL Osnabrück - Energie Cottbus 3:1 (Samstag)
KFC Uerdingen - VfR Aalen 2:0
Carl Zeiss Jena - SpVgg Unterhaching 4:5
Hallescher FC - Sonnenhof Großaspach 2:0
Fortuna Köln - Würzburger Kickers 0:0
FSV Zwickau - SV Meppen 1:1
Karlsruher SC - 1860 München (Sonntag)
1. FC Kaiserslautern - SV Wehen Wiesbaden
Preußen Münster - Eintracht Braunschweig (Montag)
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Auf einen Blick: Die komplette Tabelle der 3. Liga
