
Spielbericht: Hallescher FC - 1. FC Kaiserslautern 2:0
Planlose und ideenlose Rote Teufel
Der 1. FC Kaiserslautern zeigt beim Halleschen FC eine grauenhafte Leistung und verliert mit 0:2. Die neue Mannschaft verfällt dabei in alte Muster und bringt sich so schon am vierten Spieltag in die Bredouille.
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Rund 1.200 Fans hatten sich in den frühen Morgenstunden des Samstags auf den rund 500 Kilometer weiten Weg nach Halle gemacht, um ihr Team live vor Ort zu unterstützen. Doch die neue FCK-Mannschaft enttäuschte sie bitterböse. Mit nur vier Punkten aus vier Spielen stehen die Pfälzer vor dem DFB-Pokalwochenende punkt- und torgleich mit dem SV Meppen nur auf Tabellenplatz 15 und müssen in der Liga nun schnellstmöglich punkten.
Gastgeber Hallescher FC war vom Anpfiff wacher als die Lautrer, deren Startelf Trainer Michael Frontzeck auf drei Positionen veränderte. In der Innenverteidigung ersetzte Özgür Özdemir den verletzten André Hainault, auf dem linken Flügel spielte Florian Pick für den Vater werdenden Hendrick Zuck und im Sturm kehrte der zuvor geschonte Lukas Spalvis für Kreativmann Julius Biada zurück.
Überforderte Pfälzer - Frühe Führung für den HFC
Vor allem auf den Außenbahnen funktionierte in der ersten Halbzeit nahezu nichts beim FCK. Florian Pick und Christoph Hemlein ließen sich immer wieder in Zweikämpfe verwickeln oder liefen sich fest. Janek Sternberg und Florian Dick wurden von ihren Gegenspielern Marvin Ajani und Brandon Manu phasenweise vorgeführt. Vor allem Ajani konnte glänzen und holte in der 13. Spielminute nach Foul von Özgür Özdemir einen Elfmeter raus. Bentley Baxter Bann ließ FCK-Keeper Jan Ole Sievers keine Chance und verwandelte souverän zum 1:0. Wer jetzt ein Aufbäumen der Lautrer erwartete, so wie es die Fans im Gästeblock immer wieder vorgaben, der sah sich getäuscht. Stattdessen offenbarten sich weiter Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Fehlpässe im Aufbauspiel, Stellungsfehler im Defensivverhalten und technische Unzulänglichkeiten waren an der Tagesordnung. Die beiden Stürmer Timmy Thiele und Lukas Spalvis hingen in der Luft. Spalvis vergab die beiden besten FCK-Halbchancen in dieser rätselhaften ersten Halbzeit. Als Schiedsrichter Arne Aarnink diese beendete, konnten die Lautrer froh sein, dass sie nicht höher zurücklagen. Der HFC hatte zahlreiche Möglichkeiten ausgelassen, unter anderem tauchte Mathias Fetsch in der 36. Minute frei vor Sievers auf, brachte den Ball aber nicht am FCK-Schlussmann vorbei.
Hallenser Verwaltungsfußball in Halbzeit zwei
Nach der Pause beschränkten sich die Gastgeber vor 8.133 Zuschauern im kompakt gebauten Kurt-Wabbel-Stadion auf das Verwalten des Vorsprungs. Als Zeichen dafür wechselte der HFC-Coach in der 62. Minute mit Mathias Fetsch einen Stürmer aus und brachte mit Sebastian Mai einen Innenverteidiger. Die Lautrer waren nach der Pause zwar bemüht und hatten mehr Ballbesitz, demonstrierten ihre Hilflosigkeit aber weiter und brachten nur eine einzige halbwegs gefährliche Situation zu Stande. Einen Albaek-Freistoß konnte Halles Torhüter Kai Eisele sicher abwehren (53.). Zu diesem für den FCK gebrauchten Nachmittag passte, dass der 1,95 Meter große Mai fünf Minuten vor Schluss völlig alleingelassen im Strafraum der Pfälzer auftauchte und per Kopf den verdienten Sieg für seinen HFC klarmachte.
Mit fortlaufender Spieldauer verstummten auch die mitgereisten FCK-Fans zusehends. War die Unterstützung zu Spielbeginn noch gut und laut, so herrschte zum Ende hin regelrechte Lethargie. Viel zu oft musste der Anhang solche Situationen in den letzten Jahren schon miterleben. Als das Team zum Gästeblock marschierte, knallte ihm nach kurzer Ratlosigkeit entgegen: "Wir woll'n euch kämpfen sehen!" Kapitän Florian Dick, Christoph Hemlein, Lukas Spalvis und etwas später auch noch Mads Albaek versuchten sich mit Erklärungen vorne am Zaun, was sich bei den Fans erstmal positiv auswirkte. Letztendlich schickten sie ihr Team mit kämpferischen Worten und aufmunterndem Applaus in die Kabine und zeigten so, dass sie weiter hinter ihrer Mannschaft stehen.
Diese muss jetzt aber langsam liefern. Nach dem Auftritt in Halle ist der FCK nächsten Samstag im Pokalspiel gegen Hoffenheim nun noch größerer Außenseiter als ohnehin schon. Ende August kommt dann der KSC zum Südwestderby auf den Betzenberg. Packen wir es an!
Quelle: Der Betze brennt

Stimmen zum Spiel
Frontzeck: "Werden Dinge klar ansprechen"
Große Ernüchterung im Lager des 1. FC Kaiserslautern: Mit "zu wenig" beschrieben Trainer Michael Frontzeck und seine Spieler die Leistung beim Halleschen FC. Der Coach kündigte an, Klartext zu sprechen - aber nur intern.
"Ich bin kein Freund davon, danach das große Beil öffentlich rauszuholen. Das machen wir intern", sagte Frontzeck nach der verdienten 0:2-Niederlage in Sachsen-Anhalt. "Wir werden die Dinge klar ansprechen."
Grundsätzlich sei es "ein normaler Gang", auch mal ein schlechtes Spiel dabei zu haben. In Halle hätten aber "viele, viele Dinge gefehlt". "Gerade bei eigenem Ballbesitz haben wir teilweise gedacht, wir wären alleine auf dem Platz. Ich weiß nicht, wie viele Ballverluste wir in der ersten Halbzeit hatten", sagte Frontzeck.
"Drei, vier Spieler mit Normalform"
"Ich habe vielleicht drei, vier Spieler, die Normalform abgerufen haben. Das ist zu wenig. Egal gegen wen du spielst. Das ist gegen jeden Gegner in der Liga zu wenig." Wichtig sei nun, so der Coach, dass "nicht nach Ausflüchten gesucht wird". "Man steht auf und fängt dann wieder von vorne an."
Auch Kapitän Florian Dick betonte, dass es wichtig sei, eine Reaktion zu zeigen und hatte dabei vor allem die mitgereisten Fans in Sinn. "Die fahren hunderte Kilometer und sehen dann so einen Dreckskick. Etwas anderes kann man dazu nicht sagen." Timmy Thiele erklärte: "Wir nehmen uns jedes Mal so viel vor und bringen es dann nicht auf den Platz. In den anstehenden Heimspielen "müssen wir ein ganz anderes Gesicht zeigen."
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 14:45 Uhr:
Spielernoten: FCK-Profis erhalten Denkzettel
Das 0:2 gegen den Halleschen FC hat die Euphorie beim 1. FC Kaiserslautern deutlich gebremst. Für den bislang schwächsten Saisonauftritt erhalten die FCK-Profis fast durch die Bank schlechte Noten.
Das 0:2 beim HFC hat im Lager des 1. FC Kaiserslautern für große Enttäuschung gesorgt. Schwach, fahrig und ideenlos präsentierte sich die Mannschaft von Cheftrainer Michael Frontzeck. Die Leistung spiegelt sich auch in den Spielernoten wider. Torhüter Jan-Ole Sievers kommt bei den Lesern von Der Betze brennt (3,5) und bei der Rheinpfalz (3,0) noch am besten weg.
Am schwächsten bewertet werden Özgür Özdemir (5,0 / 5,6), der den Elfmeter verschuldet hat, sowie alle Offensivspieler. Florian Pick (5,2 / 6,0) und Christoph Hemlein (5,0 / 5,0) erhalten ebenso Denkzettel wie die Stürmer Lukas Spalvis (4,9 / 5,5) und Timmy Thiele (5,0 / 5,5).
Nur bei Kraus geteilte Meinungen
Geteilte Meinungen gibt es derweil bei Abwehrmann Kevin Kraus, der bei DBB eine 4,2 erhält. Die Rheinpfalz gibt dem Neuzugang dagegen die mit Abstand beste Note an diesem Spieltag: 2,5.
Die Spielernoten aus dem "Kicker" folgen wie gewohnt am Montag.
» Zur kompletten Notenübersicht: Hallescher FC - 1. FC Kaiserslautern

Quelle: Der Betze brennt
