Tommy67 hat geschrieben:Naja vom Grundsatz her ist eine Umwandlung in Geschäftsanteil durchaus möglich, so viel kann ich mit meinem juristischen Verständnis sagen.
Das Angebot mag man finden, wie man es will. Hat der Verein über die IDEE hinaus, (eine neue Anleihe zu begeben, um die alte Anleihe zu tilgen) sich verbindlich dazu geäußert, dass die Anleihe getilgt werden kann und wenn ja aus welchen Mitteln?
Der Verein hat sich bisher nicht zu dem Angebot positioniert. Vermutlich aus gutem Grund, denn ein Konzept liegt bis heute nicht vor, wie man die Anleihe tilgen will. Daher rät der Verein auch nicht von dem Angebot des Schrotthändlers ab schätze ich. Im Gegenteil, vielleicht hofft man mit dem Käufer anschließend verhandeln zu können, um eine Schuldenerleichertung auszuhandeln. Nach dem sportlichen Niedergang von Alemannia Aachen sind Anleger einer Fan-Anleihe vor einiger Zeit leer ausgegangen. Parallelen zum FCK sind klar erkennbar: Die Anleihe ist definitiv ein Hochrisiko-Investment. Das wurde auch in einschlägiger Fachpresse diskutiert. Ich habe mal eine Zusammenstellung meiner Recherchen vorgenommen. Ich finde das wirft überhaupt kein gutes Licht auf die Anleihe. Ich werde das Angebot wohl annehmen. Ich denke nicht dass es ein Heuschrecken-Angebot ist, sondern da hat jemand die Risiken klar eingeschätzt und daraus einen Preis gebildet.
Schaut mal hier:
https://www.n-tv.de/ratgeber/Wenn-Fussb ... 18571.html
Fans reißen sich förmlich um die aufwendig gestalteten Wertpapiere. Fast 80 Millionen Euro sammelten Erst- und Zweitligisten seit 2011 auf diesem Weg ein. Emotionen über Fananleihen zu Geld zu machen, scheint lukrativ. Marktkenner warnen jedoch vor Risiken: Läuft es auf dem Platz nicht rund, kann das Folgen haben - auch für Anleger.
https://www.finance-magazin.de/blogs/dr ... l-1410331/
Der große Knall beim 1. FC Kaiserslautern bleibt aus: Ein Investor, der für 100.000 Euro die in Verruf geratene Fananleihe des Zweitligaklubs gezeichnet hatte, hat seine Klage vor dem Landgericht Kaiserslautern zurückgezogen. Dort wollte der Anleger durchsetzen, dass der FCK ihm noch vor Ende der regulären Laufzeit 2019 sein Investment zurückzahlt – ein Ansinnen, das die Lage beim FCK empfindlich hätte zuspitzen können. Insgesamt hatte der Klub über die Anleihe im Februar 2013 mehr als 6 Millionen Euro aufgenommen, die Gelder aber nicht – wie den Zeichnern versprochen – voll in ein Nachwuchszentrum gesteckt, sondern zwischenzeitlich anderweitig verwendet.
Das größte Debakel erlebte das Instrument Fananleihe beim Traditionsklub Alemannia Aachen, der 2008 die „Tivoli-Anleihe“ auflegte, um damit den Stadionbau zu finanzieren. Am Ende ging der Klub in die Insolvenz, die Zeichner der Fananleihe verloren viel Geld.
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussba ... 30205.html
Die kürzlich abgetretenen Vorstände Stefan Kuntz und Fritz Grünewalt sprachen noch zuletzt vom „Substanzverein“. Der FCK sei wirtschaftlich saniert. Doch viele Mitglieder fühlen sich von dem Duo in die Irre geführt. Und die Zahlen geben ihnen recht. „Ich bin von ihnen enttäuscht. Da wurde nie ehrlich gearbeitet“, sagt Klaus Becker, mehr als 20 Jahre im FCK-Fanbeirat. Er trägt für seine Verdienste die Goldene Ehrennadel des Vereins. Als die „Betze-Anleihe“ 2013 herausgegeben wurde, zeichnete der FCK-Enthusiast Becker nicht mal die Mindesteinlage von 100 Euro. „Ich habe dem damals schon nicht getraut.“
Sogar die Uni Saarland hat sich mit dem Thema befasst:
https://www.uni-saarland.de/nc/fr/unive ... /7639.html
Was sich viele von ihnen nicht bewusst machen: Im schlimmsten Fall ist ihr Geld futsch. „Fußball-Vereine sind Unternehmen und sie tragen unternehmerische Risiken. Als Gläubiger trägt man diese Risiken mit“, erklärt Verbraucherschützer Niels Nauhauser aus Stuttgart. „Man muss das Risiko eines Totalverlusts tragen können und wollen.“ Bilanzexperte Karlheinz Küting vom Zentrum für Bilanzierung und Prüfung (CBP) an der Universität des Saarlandes gibt zu bedenken, Fan-Anleihen würden „insbesondere in Krisenzeiten eingesetzt, um dem Club Geld zuzuführen, wenn andere Quellen bereits weitestgehend ausgeschöpft sind“.
Ein weiteres Problem sei, dass praktisch alle Einnahmen der Vereine vom sportlichen Erfolg abhingen. Anders als bei Industrieunternehmen könnten Ausfälle nicht zwischen verschiedenen Sparten ausgeglichen werden, sagt Küting.
Und hier wird es richtig schlimm:
https://www.finance-magazin.de/blogs/dr ... t-1390771/
Der Kassensturz des im April angetretenen neuen Finanzchefs Michael Klatt ist jedenfalls vernichtend. In der Kasse klafft ein Loch von mehreren Millionen Euro, beklagte der frühere KPMG-Berater im Frühjahr. Klatt vermisst fast 2 Millionen aus einer 2013 vom FCK aufgelegten Fananleihe über 6 Millionen Euro, die eigentlich für den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums am Fröhnerhof zur Seite gelegt werden sollten. Auch wo 2,8 Millionen Euro aus einem Stadion-Deal mit der Stadt geblieben sind, konnte Klatt nach seinem Amtsantritt nicht mehr nachvollziehen.
Es verdichten sich die Hinweise, dass das vorherige Management die eigentlich zweckgebundenen Gelder aus der Fananleihe im Rahmen von Lizenzierungsverfahren als liquide Mittel ausgewiesen und sie dann auch noch genutzt hat, um Finanzlöcher im Spielbetrieb zu stopfen.
Einen reichen Retter gibt es beim Fritz-Walter-Klub nicht. Ansonsten sind die Parallelen zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Hamburger SV groß: Weil der FCK genauso wie der HSV im Tagesgeschäft seit Jahren Millionenverluste anhäuft, scheint das Geld aus der Anleihe zum Teil verbrannt zu sein. Selbst die Tatsache, dass der FCK in den beiden zurückliegenden Jahren für über 7 Millionen Euro eigene Talente verkauft hat, konnte die Finanzlage nicht entspannen.
Also ich habe das Gefühl, der Verein hat das Geld an die Wand gefahren bzw. längst verprasst hat. 2 von 6 Mio sind mal eben "verschwunden", das Geld wurde zweckentfremdet, man hat Löcher im Spielbetrieb gestopft und nun herrscht Ruhe im Karton oder es kommen Ideen wie Umschuldung etc...Das geht aus den Artikeln recht deutlich hervor und durch den Abstieg in die 3. Liga ist das Risiko nochmals deutlich gestiegen. Dass der Verein nichts dazu sagt und nicht mal die Verantwortlichen das Ding damals gezeichnet haben ist alles andere als ein Vertrauensbeweis. Selbst wenn so eine Umschuldung in FCK-Anteile gelingen sollte, kann man die vermutlich auch nie wieder verkaufen, weil es keinen organisierten Handel für sowas gibt...