Ich bin auch geborener Lautrer, und ja, man kann sagen, dass ich die Belange der Stadt ziemlich gut kenne. Und beide Seiten sehe. Belassen wir es dabei.
Und was den Stadionkredit angeht:
Das Gesamtengagement liegt bei über 100 Mio. Euro.
Die Schulden hat man. Abzüglich der Ansparung von ca. 17 Mio Euro, die man tätigte, um am Ende der Laufzeit des Kreditvertrages zu tilgen.
Jährlich werden mehr als 4.0 Mio. Euro von der Stadt an die Stadionbetreibergesellschaft überwiesen. Im Berichtsjahr 2016 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 1.439.573,61
Euro....
Was man übrigens alles im Beteiligungsbericht der Stadionbetreibergesellschaft nachlesen kann....
https://www.kaiserslautern.de/mb/themen ... n_gmbh.pdf
Das waren mal 800 k, als man die vereinbarte Pacht zahlte, und liegt jetzt eben nur um 480k weniger als das, was man zahlen muss. Es GIBT KEINEN ÜBERSCHUSS, den gab es nie. Man kann von Glück sagen, dass man den Kredit umschulden konnte, die 4% Zinsen jetzt waren einmal 7%.....
Und was die "Schulden" der Stadt angeht, so lag die 1990 bei 7 Mio DM. Nein, der FCK ist nicht schuld. Daran ist Helmut Kohl und die Kosten der Einheit schuld, und danach der Genosse der Bosse mit seiner Unternehmenssteuerreform.
Die Stadt war mitnichten "zeitlebens" pleite. Ganz im Gegenteil.
Als Opel, Pfaff, und die anderen noch Steuern zahlten, Der Dollar bei 4 DM+ lag, konnte die Stadt sich eine Universität leisten, den Neubau des Rathaus, und das Uni-Wohngebiet. Davor der Bännjerrück, und das Wohngebiet Betzenberg wurde erschlossen. Alles roundabout 1970 plus minus 5 Jahre.
MANNHEIM konnte sich den Bau des Rathaus nicht leisten. Das Rathaus, so wie es heute steht, ging aus einem Architektenwettbewerb der Stadt Mannheim 1966 hervor. Die konnten nicht, wir hatten genug Kohle.
Was die SCHLICHTWOHNUNGEN in der Berliner Straße und des Kalkofen angeht: Wer in diesen Häusern nie war, sollte vielleicht lieber still sein. Da gibt es nichts nachzutrauern. Wobei die in der Berliner Straße wenigstens eine Toilette in der Wohnung hatten. Diese hätten saniert werden müssen, was schlichtweg nicht leistbar war. Von daher war der Abriß nur richtig. Bezahlbarer Wohnraum war zum Zeitpunkt dieser Entscheidung kein Thema, und dann kam die Flüchtlingskrise....die man aber sicherlich nicht dem Oberbürgermeister ankreiden kann.
Und daachdieb sagt es völlig richtig, die Stadt kann nicht ohne den FCK (ohne mehr als 100 Mio Euro sofort, und danach die Sanierungskosten oder Abrißkosten zu tragen....), und der FCK nicht ohne die Stadt.
Und wenn ich als FCK-Mitglied oder Fan nicht ohne "die Stadt" kann, sollte ich tunlichst es vermeiden, den Hauptverwaltungsbeamten zu beschimpfen.
Auf gut deutsch:
Etwas
Dankbarkeit wäre durchaus angesagt, die Stadt geht an die Grenzen dessen, was sie darf und kann. Denn die ADD hat die Finger auf dem städtischen Etat.
Und was auch in der Erinnerung der Verantwortlichen geblieben sein dürfte ist der Satz eines Verantwortlichen des FCK auf der AOMV 2012, dass man Trapp nicht an Schalke verkaufen könne, weil man sonst die Besserungsscheine der Stadt bedienen müsse.....ich kenne das. Ein Mieter zahlt seine Miete nicht, hat aber das neueste Handy und einen Flat-TV....
Ach ja:
Der Name PFAFF war vor dem FCK da, und machte Kaiserslautern in der ganzen Welt bekannt. Aber das nur am Rande. Seit 1862.....
Und jetzt, unter einem doch ellenlangen Beitrag, und als Schlußwort, ein Zitat aus dem Beteiligungsbericht 2016, den ich oben verlinkt habe....
Beteiligungsbericht 2017
Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH
Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die wirtschaftliche Zukunft der Gesellschaft ist weiterhin geprägt von abschreibungsbedingten
Jahresfehlbeträgen. Es ist bei der Ertrags
-und Aufwandsstruktur der Gesellschaft nicht
möglich, die Abschreibungen mit rund 1,7 Millionen Euro jährlich zu erwirtschaften
, insbesondere nachdem die Finanzkrise 2008 keine nennenswerten Zinserträge auf
Kapitalanlagen mehr zulässt und der Gesellschaft dadurch erhebliche Kapitalflüsse entgehen.
Nach wie vor ist die Zukunft der Gesellschaft mit der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des 1. FCK verknüpft.
Aus diesem Grunde wäre es mehr als wünschenswert, wenn der Verein den Wiederaufstieg in die 1. Fußballbundesliga mittelfristig schaffen würde. Dies hätte eine Fortsetzung des finanziellen Konsolidierungsprozesses für den Verein selbst und eine durch kontinuierliche Einnahmezuflüsse garantierte Zukunftssicherung der Gesellschaft zur Folge. Hierzu würde auch das neue Pachtzinsmodell in besonderem Maße beitragen. Tritt dieser Erfolg, an dem sich auch das neue Management des Vereins messen lassen muss,nicht ein und verbleibt der 1. FCK weiter in der 2. Fußballbundesliga oder steigt in die 3. Liga ab, so stehen alle Beteiligten vor einer sehr schwierigen und existenziellen Herausforderung.