kh-eufel hat geschrieben:Schon alleine die Aussage, der Abstieg sei ein Witz, zeugt von wenig Selbstreflexion und Selbstkritik und gibt der Mannschaft zumindest nachträglich noch ein Alibi. Hier liegt meine große Befürchtung! Einem starrköpfigen Trainer (fast schon Altersstarrsinn), der eher in Selbstmitleid (die sind alle so stark...) denn in Selbstritik schwelgte, haben wir den Abstieg zum größten Teil zu verdanken (VorVorgänger).
Vorschlag zur Güte: Wir haben keine andere Wahl. Wir könnten Alternativen nicht finanzieren und müssten die erst einmal finden. Er hat nicht alles falsch gemacht. Ich schreibe nichts mehr zu MF und hoffe, dass er aus entscheidenden Situationen dieser saison gelernt hat. Gemeinsam geht es jetzt vorwärts. Wo ist der Spielplan der nächsten Saison? Auf geht´s FCK!
Der Trainer hat Recht. Der Abstieg ist ein Witz. Der Witzbold heißt aber nicht Michael Frontzeck, sondern Norbert Meier. Ich finde diese Ausdrucksweise von Frontzeck gut. Klar, die Hasser drehen ihm einen Strick draus. Die Fakten sprechen aber eine ganz klare Spreche; und obwohl wir in der postfaktischen Demokratie angekommen sind, erlaube ich mir auf diese zu verweisen.
Die Mannschaft hat mit 24 Punkten in der Rückrunde bewiesen, dass es nicht am Kader lag. Frontzeck wollte mit der Aussage zum Ausdruck bringen, dass vom Potential der Mannschaft her der Abstieg völlig unnötig ist. Was sind die Gründe für den völlig unnötigen Abstieg? Die Mannschaft war unter Norbert Meier nicht austrainiert. Zudem ging das von ihm praktizierte System über ein "Hoch und weit bringt Sicherheit" nicht hinaus. Als Strasser anfing, stellte er fest, dass die Mannschaft konditionelle Defizite besitzt. In der Winterpause wurde die Mannschaft konditionell von Jeff auf Vordermann gebracht. Frontzeck konnte diese Steilvorlage aufnehmen und holte noch 23 Punkte. Zu wenig, wie wir wissen, um den Abstieg noch zu verhindern. Bei den verlorenen Spielen unter dem neuen Trainer waren die beiden unglücklichen Niederlagen in Bochum und Bielefeld. In beiden Spielen kann der FCK als Sieger den Platz verlassen. Insbesondere das Spiel in Bochum begeisterte den neutralen Zuschauer (wobei Bochum in der ersten Halbzeit klar besser war; dem FCK gehörte die zweite Halbzeit). Der Fußballgott wollte nicht, dass Borellos Schuss, der an den Pfosten klatschte, nicht den Weg ins Tor fand. Das war beim Stande von 2:2. Geht der Schuss rein, gewinnt der FCK, wie Notzon anmerkte. In Bielefeld verhinderte Kessels unnötige Hand-Aktion, dass der FCK den Sieg über die Zeit bringt. Selbst mit zehn Mann war man in der Schlussphase dem Sieg-Tor nahe, bevor man in einen Konter läuft. Es waren auch schlechte Spiele unter Frontzeck dabei, etwa die Heimniederlage gegen Dresden. Dass der FCK aber absteigt, ist ein Witz. Da hat Michael Frontzeck Recht. Unter Norbert Meier holte das Team aus 7 Spielen 2 Punkte. Damit ist alles gesagt. Als die Lilien am Anfang der Saison auf dem Betzenberg gastierten, skandierten deren Fans im Gästeblock sarkastisch: "Ohne Meier wären wir nicht hier". Auch wir verdanken es diesem Trainer, bald zu wissen, wie dritte Liga schmeckt.
Warum konnte aber ein Norbert Meier so lange rumwursteln? Warum gibt es keine vereinsinternen Kontrollmechanismen, die greifen, wenn ein Trainer nicht mehr funktioniert? Warum ging man mit Norbert Meier in die neue Saison? Welche Funktion hat überhaupt der Athletik-Trainer, der doch mit der Mannschaft arbeitet? Ganz sicher war es eine Schnapsidee des alten Aufsichtsrats "Coca Cola" in den Vorstand zu berufen, der von Fußball so viel Ahnung hat wie die Kuh vom Tanzen. Hier beginnt die entscheidende Fehlerkette. Unverantwortlich gegenüber dem Verein aber auch der Zeitpunkt der Demission Stövers vom Amt des Sportdirektors. Wer bitte hatte dann überhaupt das sportliche Sagen? Man bildete so ein Gremium - was weiß ich, wer da alles mit im Boot war. Irgendwann hatte man den Eindruck, dass schließlich Notzon die vakante Funktion übernimmt. Schließlich wurde er ja auch zum Sportdirektor ernannt - ein Berufsanfänger also, dessen erste Tat ja nicht darin bestehen kann einen Trainer mit einem doch relativ guten Renommee zu entlassen. Dazu fehlte ihm dann vielleicht auch das Standing. Hier wäre ein Sport-Vorstand nötig gewesen, um frühzeitig den notwendigen Cut zu vollziehen. Notzon war es schließlich, der Norbert Meier - allerdings zu spät - von seiner Aufgabe entband.
Warum jetzt so viele User auf Michael Frontzeck rumhacken, ihn z.B. als Hobbytrainer abqualifizieren, bleibt mir ein Rätsel. Postfaktische Demokratie? Einen Wunsch hätte ich aber: Ich würde mir Jeff Strasser an der Seite von Frontzeck wünschen - als Assistenztrainer. Vielleicht war es das Zusammenspiel der beiden, das dazu führte, dass etwas Hoffnung keimen konnte - die aber schlussendlich enttäuscht wurde.
Der FCK ist aber unzerstörbar! Wir kommen wieder!
