Fritz_Walter_08 hat geschrieben:salamander hat geschrieben:
Klatt war kein Abteilungsleiter, sondern Vorstand, einer von nur zweien. Er wurde auch nicht bezahlt wie ein Abteilungsleiter, sondern wie ein Vorstand. Im Rahmen der vom BGH vielfach bestätigten Gesamtverantwortung des Vorstands trägt Klatt Gesamtverantwortung für den Verein, auch und gerade fürs Kerngeschäft. Dies kann auch nicht durch Ressortverteilung umgangen werden. Das ist Recht.
Am Ende dieser Saison, die eine sorgenfreie hätte werden sollen, präsentiert Klatt nun den Club am Tiefpunkt seiner Geschichte. Er hat den Verein in Liga 3 geführt, trotz erheblichem Mitteleinsatz, der den der meisten Konkurrenten weit übertrifft. Die mittelfristige Überlebensfähigkeit steht auf der Kippe. Klatt war dabei als einer von 2 Vorständen sicherlich an allen Entscheidungen beteiligt. Und wenn er selbst keine Ahnung vom Fussballgeschäft hatte, hätte er Abstand davon nehmen können, einen Profifussballclub führen zu wollen - oder sich beraten lassen können. Für seine Hybris bezahlen wir, bezahlt der FCK. Der Mann ist hier im Forum wie sein Kollege Gries, über Monate gehyped worden. Soll das jetzt so weitergehen? Nur, weil er uns mit dem Abstieg nicht auch gleich den Lizenzentzug präsentiert? Gratuliere, Chapeau. Tolle Arbeit. Vielleicht ist bei einigen hier auch der Abstieg schon eingepreist, bei mir nicht. Zur Erinnerung: Saisonziel war nicht die Lizenz für Liga 3.
Meine persönliche Meinung: Aus Gründen der Hygiene sollte Klatt zurücktreten. Ich kann und will die Figur da oben nicht mehr sehen, er belastet nur den Neuaufbau, und zwar nachhaltig. Einen Buchhalter finden wir für das Geld überall. Ich jedenfalls habe zu Herrn Klatt nicht mehr das geringste Vertrauen. Daran ändern die Lizenz „mit Auflagen und Bedingungen“ gar nichts.
Genau so sehe ich das auch!
Kann nur noch hinzufügen (an alle, die sagen der Finanzvorstand hätte keine Verantwortung am sportlichen Misserfolg). Hat er sehr wohl! Alleine die Tatsache betrachtet, dass wir mit so wenig Zuschauern geplant haben und deshalb auch viel zu wenig finanzielle Mittel für den Kader bereitgestellt haben. Wir wissen alle, was unser Verein für ein Potential hat. Immer wenn wir eins, zwei Spiele gut gespielt haben, ist der Betze auch in Liga 2 mit weit über 30.000 Zuschauern sehr gut besucht. Wenn aber natürlich mit knapp über 20.000 extrem konservativ geplant wird und dementsprechend wenig für den Kader übrig bleibt und wir uns dann damit rühmen, dass wir vorzeitig Kredite zurück zahlen, dann sehe ich die Verantwortung dafür auch sehr wohl am Finanzvorstand, dass wir hätten mehr aus dem Potential machen können bzw. müssen!
Meinte Wissens wurde mit 20.000 bis 25.000 Zuschauer geplant. Hättest du mit weit über 30.000 wäre das meines Erachtens fahrlässig gewesen.
Natürlich sind hier Fehler gemacht worden. Natürlich muss der Vorstand letztlich endlich dafür gerade stehen. Ich vermute aber, dass weder Gries noch Klatt letztendlich wirklich beteiligt waren, bei den meisten sportlichen Entscheidungen. Ich stelle mir das zum Teil eher vor wie das Unterzeichnen von AGBs. Die liest man ja auch ist weniger, sondern hat vertrauen.
Grundsätzlich ist die Aufteilung in Resorts auch legitim, wobei meines Erachtens Sport und Finanzen gereicht hätte. Warum das mit einem wirklichen Sportvorstand nicht geklappt hatte, erschließt sich mir nicht.
Was außer Frage steht ist, dass Fehler passiert sind. Vor allem sportlich. Letztlich war das mit der Planung „eine relativ enge Kiste“. Das zeigt, auch dass weitgehend die gleichen Leute auf dem Platz sind, wie in der Hinrunde. Dass Correia, Modica und Albaek
gleichzeitig und langfristig ausfallen und Halfar, zum Teil verletzungsbedingt, weit hinter seiner Form bleibt, war so nicht zu erwarten. Klar, war da natürlich ein gewisses Risiko, grade bei Correia und Modica. Pech war aber auch dabei.
Zusätzlich scheinen im Profigeschäft einzelne, winzige Faktoren häufig den Unterschied zwischen Top oder Flop auszumachen. Dass gerade in diesem Jahr die Liga so eng ist, war zusätzliches Pech und nicht absehbar.
Alles in allem will ich die damaligen Vorstände und Verantwortlichen (zu Saisonbeginn) nicht von Fehlern freisprechen. Man muss allerdings anerkennen, dass im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens letztlich gute Arbeit geleistet wurde.
Hätten wir etwas weniger Pech gehabt und wäre die Liga weniger ausgeglichen, wäre der Plan „sorgenfreie Saison“ aufgegangen und man hätte finanziell durchaus eine vorzeigbare Bilanz mit den Transfers.
Zusätzlich hätte man eine eingespielte Mannschaft für die folgende Saison gehabt.
Den Vergleich mit einem „normalen“ Unternehmen erachte ich auch nicht ganz als fair. Schließlich ist es unabhängig von der Qualität der Arbeit so, dass einfach 18 Clubs direkt gegeneinander konkurrieren und mindestens zwei davon die Arschkarte ziehen. „Normale“ Unternehmen können, zumindest theoretisch, nebeneinander existieren.