Man hat von Anfang an deutlich gesehen und gespürt, dass irgendetwas anders ist, so, als ob irgendein Schalter umgelegt wurde. Die Kommunikation zwischen Trainer und Spielern, das aktive Coachen am Spielfeldrand, die ganzen Interaktionen der Protagonisten, das war förmlich zu spüren.
Jetzt hatte Jeff Strasser gerade mal 2 Tage Zeit, was für ein Wahnsinn!!
Die Mannschaft (das Rudel) scheint zu spüren, dass sie jetzt endlich wieder einen Trainer (Leitwolf) hat. Ich will jetzt gar nicht behaupten, dass die Mannschaft bewusst gegen Meier gespielt hat. Aber vielleicht unbewusst. Junge Spieler wie Fechner, Hannah, Atik, Kastaneer etc. kamen von Vereinen, wo sie hervorragend ausgebildet wurden von jungen gut geschulten Trainern, mit modernen Video-Analysen, Spielsystemen im Rahmen des modernen, schnellen Fußballs etc. Die kamen dann zu uns, weil sie dachten, ein Zweitligist ist der nächste logische Schritt in ihrer Entwicklung.
Kann es vielleicht sein, dass Meier als Trainer der älteren Generation, all diese modernen Trainingsmethoden, Spielanalysen etc, einfach nicht im Repertoire hatte und die Spieler dann schnell den Eindruck hatten, sie können hier nichts lernen und sich nicht entwickeln. Dann werden sie vielleicht nur sporadisch eingesetzt (ich glaube nicht, dass Meier in diesem Spiel auf die Idee gekommen wäre, mit Fechner, Hannah, Mwene und Manni zu beginnen).
Dann spielen sie in einem System, was ihnen nicht liegt, sind verunsichert, machen Fehler, verlieren, werden ausgepfiffen. Das Stadion wird leerer, die Spieler werden im Internet niedergemacht. Die Spitze dieser Entwicklung haben wir in Berlin gesehen..
Bei Strasser haben sie vielleicht sofort gespürt, dass sie jetzt gut geleitet werden, dass jetzt ein Plan da ist. Die Hoffnung und der Glaube kommen zurück. Das war zu spüren. Das haben auch die Zuschauer gespürt. Zunächst war ich enttäuscht, dass wir die 20.000 nicht knacken konnten, aber die Fans waren super, ich habe mal wieder Gänsehaut gehabt.
Der Schalter ist umgelegt, wir sind wieder da. Hoffnung verdrängt Todesangst. Und wenn man mir jetzt sagt, ich sei euphorisch:
Stimmt! Und ich genieße es
