Verein
Ein
fairer Investor wird für den FCK ein Traumgebilde bleiben - ob sinnvoll und von den Vereinsmitgliedern gewünscht oder nicht. Selbst wenn der Coup gelänge: Im besten Fall würde ein Interessent nach einer Planinsolvenz, eher aber erst nach einer Vollinsolvenz und nach Außerkraftsetzen oder vorläufigem Umgehen der 51-%-Regelung einsteigen.
Des eigenen Erfolgs und Ansehens wegen, würden die sportlich inkompetenten und hindernden Vorstände und Aufsichtsräte nach einer Schamfrist rasch ersetzt (incl. Abfindung für die Vermittlung der Gelegenheit und für das Räumen ihrer Position).
Der herrschenden, leistungsunabhängigen Selbstbedienungsmentalität wäre damit zwar zunächst ein Riegel vorgeschoben. Auch diverse Ultra-Gruppierungen würden zügig aus dem Stadion "hinauskomplimentiert". Das sind jedoch, neben der (Teil-)Schuldenbefreiung, die einzigen Vorteile, die ich sehe. -
Sportlich blieben die überdimensionalen Fragezeichen.
Ich stehe daher einer Ausgliederung ablehnend gegenüber.
Stadt
Aus folgenden Gründen dürften die von @Ke genannten Sanierungsmaßnahmen (Schuldenübernahme, Teil-/Verzicht, reduzierte Pacht) kaum realistisch sein:
Die
Stadt Kaiserslautern (KL) ist aufgrund ihres eigenen wirtschaftlichen Desasters erst recht
handlungsunfähig und steht momentan als Schulden-Spitzenreiter ständig am Pranger.
Das INSM-Regionalranking 2009 der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" zeigte
KL auf den hinteren Plätzen: dem 303. von 409 bundesweiten Plätzen, im rheinland-pfälzischen Ranking dem 35. von 36 Plätzen.
Laut
Handelsblatt in 2016-05 hat sich die Situation mittlerweile noch drastisch verschärft:
"Kaum eine Region ist im Zukunftsatlas so stark abgerutscht wie Kaiserslautern und der dazugehörige Landkreis"
Zudem ist
KL die Stadt mit der höchsten Verschuldung im Bundesgebiet - noch vor Mainz und Pirmasens. KL's Schuldenstand erreicht mit fast 1500 Millionen die ca. 3 bis 4-fache Höhe vergleichbarer und ebenfalls seit langem darniederliegender Städte im Ruhrgebiet.
Die aktuellen und künftigen Auswirkungen der Flüchtlingskrise (nach meiner Schätzung
ca. 100 Mrd €/Jahr bundesweit = anteilig 1200 €/Jahr pro Einwohner = 120 Mio € jährlich
direkt oder indirekt für KL) kommen in jedem Jahr zu den Schulden noch obendrauf.
Deshalb ist der FCK seit über zehn Jahren ein willkommener Sündenbock, mit dem Stadt, Medien und Politik geschickt vom kommunalen Finanzdesaster ablenken. - Obwohl man gleichzeitig auf allen Kanälen mit dem FCK wirbt. Für das Stadtmarketing gibt es sonst eben kaum was mit Werbewert.
Ich frage mich deshalb eher, wer hat(te) bei diesen Dimensionen und langfristigen Entwicklungen das schlechtere Management (Oberbürgermeister, Dezernenten, Vorstände)
sowie die inkompetenteren Aufsichtsgremien (Stadtrat, Ausichtsrat):
> > > > > > > > > > > > > Stadt oder Verein ? < < < < < < < < < < < < < < <
Wahrscheinlich ist ihnen
allen längst alles egal; Hauptsache sie selbst und das eigene Umfeld sind am Drücker und damit versorgt.
Land / Risiken / Lösungen / zügig handeln
Ich glaube mittlerweile nicht mehr daran, dass der Verein aus der jetzigen Situation heraus, nochmals den Turnaround aus eigener Kraft sportlich und damit wirtschaftlich schaffen kann.
Nicht mit diesen Rahmenbedingungen und nicht mit diesen handelnden Personen.
Stefan hatte alles versucht, das Ruder in stürmischer See nochmal rumzureißen - und ist mehrfach knapp und unglücklich an seinem Eigensinn gescheitert. Im Erfolgsfall hätte man ihm manches verziehen.
Die neuen Rudergänger haben sich nun lediglich in Ufernähe in Position gebracht, um beim großen Fischzug dabeizusein. So wie damals der Schweizer Steuermann.
Aus meiner Sicht bleibt letztendlich nur der schmerzliche Weg, die
Landespolitik zügig über die Stadion-Kreditbürgschaft in Anspruch zu
nehmen. Allerdings wurden die in 2010 genannten
Vorsorgemaßnahmen und Zeitfenster verpasst. Dieses Versäumnis könnte den FCK den ihm nicht wohlgesonnenen Personenkreisen umso schneller entgegentreiben.
In 24 Monaten wird die Fan-Anleihe mit 6 Mio. fällig; spätestens dann beginnen sich die Zahnräder in jedem Fall zu drehen und werden den Verein zerreissen.
In 2010 hatte Piranha ergänzend eine Kooperation mit dem VfR und daraus resultierende
zusätzliche Stadionperspektiven vorgeschlagen. - Interessant!
Fritz Walter und seine Vorgänger haben trotz sportlichen Wettbewerbs schon immer mit anderen Lauterer Clubs kooperiert (auch gegenseitig Trainer oder Spieler ausgetauscht, sich unterstützt) und sich manchmal in der Folge zusammengeschlossen.
Warum sollte das heute in höchster Not nicht auch gelingen. Ganz ohne smarte Selbstdarsteller, Verwalter und Profiteure des Niedergangs.
Deshalb ist kein angstvolles Abwarten und Hoffen angesagt, sondern
sofortiges Aufnehmen des Kampfs mit dem beinharten Herangehen und Stehvermögen eines Horst Eckel:
"Sein ganzes Spiel atmet die Frische und Lebendigkeit einer zügigen Kampfführung," so die FCK Stadionzeitschrift von 1953 und so der Erfolg.
Ein Jahr später hatte er mit seinen Teamkameraden als 22-Jähriger - nach der zweiten Meisterschaft vor fast 100.000 Zuschauern - ein für absolut unmöglich gehaltenes Ziel erreicht:
> > > > > > > > Den Weltmeisterschafts-Sieg von 1954 < < < < < < < < <
Das "Wunder von Bern" und die "wahre Geburtsstunde der Bundesrepublik".
Klingt pathetisch, aber so wären Rettung und Erfolg möglich. Entsprechende Persönlichkeiten hat und fände der Verein - auch Ehrenamtliche mit Fußballverstand und höchstem Engagement.
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