
Medien: Aufsichtsrat wollte Stöver entmachten
Wirbel beim FCK: Medienberichten zufolge sollte Sportdirektor Stöver entmachtet und Aufsichtsratsmitglied Abel als neuer Sportvorstand installiert werden. Umgesetzt wurden die Gedankenspiele jedoch nicht.
Der SWR und die Rheinpfalz berichten übereinstimmend von Überlegungen im Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern, wonach Sportdirektor Uwe Stöver degradiert werden sollte. Stöver bestätigte dies in der Rheinpfalz: "Ich bin gestern vom Aufsichtsratsvorsitzenden informiert worden, dass sie planen oder geplant haben, einen Sportvorstand zu installieren." Den Gerüchten zufolge hätte Aufsichtsratsmitglied Mathias Abel neuer Sportvorstand und damit de facto direkter Vorgesetzter von Stöver werden sollen.
Uneinigkeit von Aufsichtsrat mit Vorstand und Trainer?
Laut SWR wurden die Überlegungen dann aber doch noch verworfen, auch weil die beiden Vorstandsmitglieder Thomas Gries und Michael Klatt sowie Trainer Norbert Meier sich dagegen gestellt hätten. Meier sagte im SWR: "Trotz der erst kurzen Zusammenarbeit mit Uwe Stöver ist diese geprägt von sehr viel Vertrauen. (...) Er versteht seine Arbeit und ich bin froh, dass er da ist."
» Video | Norbert Meier im SWR: "Ich bin froh, dass Stöver da ist"
Riesenkampff: "Diskussionen sind intern und bleiben vertraulich"
Der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff dementierte, dass ein entsprechender Beschluss gefasst worden sei. Sehr wohl hinterfrage man aber immer wieder selbst die eigene Arbeit in der Vereinsführung: "Es gibt keinen Beschluss zur Erweiterung des Vorstandes. Wir fahren weiter mit der Konstellation mit zwei Vorständen und einem Sportdirektor. (...) Unabhängig davon evaluieren wir im Aufsichtsrat aber immer die Leistung und diskutieren, ob wir im Verein bestmöglich aufgestellt sind. Aber diese Diskussionen sind intern und bleiben vertraulich", so Riesenkampff im SWR. In der Rheinpfalz sagte außerdem Mathias Abel, weder er noch ein anderer werde Sportvorstand.
» Video | Nikolai Riesenkampff im SWR: "Es gibt keinen Beschluss"
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Uwe Stöver sollte entmachtet werden (SWR)
- Abel wird nicht Sportvorstand (Rheinpfalz)
Update, 19.02.2017:

Der Aufsichtsrat nimmt Stellung
Der Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern nimmt Stellung zu den Diskussionen um die mögliche Berufung eines weiteren Vorstands.
„Als Aufsichtsrat ist es unsere Pflicht, regelmäßig zu analysieren wie der Verein dasteht, in wirtschaftlicher wie auch in personeller Hinsicht, und dies gemeinsam mit dem Vorstand zu besprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Gefahr besteht, die sportlichen und wirtschaftlichen Ziele des Vereins nicht zu erreichen. In diesem Fall ging es in unserem Gremium um die Frage, den sportlichen Bereich weiter auszubauen. Diese Diskussionen verlaufen hinter verschlossenen Türen, haben in der Öffentlichkeit nichts verloren und müssen vertraulich behandelt werden. Was unseren Aufsichtsratskollegen Mathias Abel betrifft, so hat dieser auf Anfrage unseres Gremiums geäußert, dass er, wie bereits in der Vergangenheit, dem Verein jederzeit mit seinen Kompetenzen auch hauptamtlich aber ohne Entgelt zur Verfügung stehen würde, um den sportlichen Bereich weiter zu ergänzen und verstärken. Der Aufsichtsrat hat jedoch keinen Beschluss gefasst, den Vorstand zu erweitern. Wir hoffen, dass die gegenwärtige Diskussion im Sinne des Vereins nun ein Ende haben kann“, so Dr. Nikolai Riesenkampff, Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Mathias Abel, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, fügt hinzu: "Die Berufung eines dritten Vorstandes war eine Option, die wir als Aufsichtsrat geprüft haben. Ich war zwischenzeitlich wohl auch deshalb Teil dieser Überlegung, weil ich diese Aufgabe wenn überhaupt ehrenamtlich und unentgeltlich als Herzensangelegenheit übernommen hätte, um den FCK nicht zusätzlich finanziell zu belasten. Letztlich sind wir jedoch gemeinsam zu der Überzeugung gekommen, dieses Konzept so nicht umzusetzen. Wäre die Vertraulichkeit auch in diesem Fall gewahrt geblieben, hätte es gar kein Statement gegenüber der Öffentlichkeit geben müssen."
Quelle: fck.de
Update, 20.02.2017:

Kummt Senf druff
Schon wieder Chaoslautern – oder alles halb so wild?
Ist "Chaoslautern" zurück? Reflexartig werden auf dem Betze mal wieder die Rollen "Gut" gegen "Böse" verteilt – aber ganz so einfach ist es diesmal nicht. Ein Kommentar zum kolportierten neuen Machtkampf beim FCK.
Der Aufsichtsrat wollte den Sportdirektor absägen und der Vorstand ist in letzter Sekunde dazwischen gesprungen?! Die Medien schlachten genüsslich die neuen Turbulenzen beim 1. FC Kaiserslautern aus und die Fans schreiben sich die Finger wund. Für viele Beobachter scheint klar, dass beim FCK ein Machtkampf zwischen Gut und Böse tobt. Doch mit diesem einfachen Schwarz-Weiß-Vergleich wird man der Lage auf dem Betze nicht gerecht.
Der Aufsichtsrat hat nicht alles falsch gemacht ...
Denn der Aufsichtsrat hat keineswegs alles falsch gemacht: Die Gesamtbilanz des FCK ist schon die ganze Saison nicht zufriedenstellend (Abstiegskampf, Trainer-Rücktritt, Zuschauerrückgang usw.). Dafür gibt es verschiedene, teilweise auch nachvollziehbare Gründe. Dass im Aufsichtsrat in solch einer heiklen Lage über Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert wird, ist legitim und sogar wünschenswert. Viel zu oft hat das Gremium in den letzten fünf Jahren stillschweigend dem Niedergang des Fritz-Walter-Klubs zugeschaut.
Dass allerdings die Idee mit Mathias Abel als Sportvorstand einfach nicht gut war, dürfte sich mittlerweile auch im Aufsichtsrat als Erkenntnis durchgesetzt haben. Weil Abel momentan vermutlich der einzige ist, der für den FCK ehrenamtlich einen Fulltime-Job übernehmen würde, ist zwar der reine Gedankenaustausch darüber auch noch okay. Aber nach Abwägung aller Argumente hätte die Entscheidung eigentlich schnell klar sein müssen: Keine sinnvolle Idee!
... und der Vorstand hat nicht alles richtig gemacht
Auf der anderen Seite hat auch der Vorstand keineswegs alles richtig gemacht: Dass Thomas Gries und Michael Klatt sich für den Sportdirektor ihres Vertrauens einsetzen, ist richtig und ebenfalls legitim. Nachdem der Aufsichtsrat am Freitag seine Gedankenspiele in die Tonne kloppte und Uwe Stöver doch noch sein Vertrauen aussprach, hätte der Vorstand aber am Samstag nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießen und einen Protestbrief sowie vermeintliche Rücktrittsdrohungen an die Presse durchstecken müssen.
Apropos Presse, auch dass das Thema überhaupt an die Öffentlichkeit gelangte, ist aus FCK-Sicht natürlich nicht gerade positiv. Hier darf der Vorwurf aber ausdrücklich nicht an die Medien gehen: Wenn die Planungen schon so weit fortgeschritten sind (Uwe Stöver wurde laut eigener Aussage am Donnerstag vom Aufsichtsratsvorsitzenden Nikolai Riesenkampff informiert), dann ist eine Berichterstattung darüber normal und nicht zu verhindern. Aber wer auch immer der Maulwurf in dieser Angelegenheit war, hat seinem Verein – vermutlich aus Eigeninteresse – damit einen Bärendienst erwiesen. Die entstandene Unruhe ist negativ für den FCK als Ganzes.
Es ist gut, dass Uwe Stöver seine Arbeit als Sportchef fortsetzen darf
Aber: Derartige Unruhe ist ein ganz normaler Malus bei Traditionsvereinen und sollte nicht überbewertet werden. Dafür gibt es zu viele Eigeninteressen im großen Umfeld und die vorhandenen Emotionen kochen zu schnell negativ hoch. Auf der anderen Seite steht der Bonus als Traditionsverein, wo sich viele Kompetenzen im Umfeld tummeln und sich die Emotionen auch schnell positiv kanalisieren könn(t)en. Wichtig ist vor allem, dass unterschiedliche Meinungen zugelassen werden und man anschließend trotzdem noch konstruktiv zusammenarbeiten kann.
Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Es ist gut, dass Uwe Stöver bis auf weiteres seine begonnene Arbeit als Chef im sportlichen Bereich fortsetzen kann. Den Aufsichtsrat zum alleinigen Sündenbock zu machen, wäre falsch. Aber das fünfköpfige Gremium muss sich jetzt am Riemen reißen und wieder mehr seiner eigentlichen Aufgabe – kontrollieren statt einmischen – nachkommen. Der jetzige Fehltritt war nicht der erste, mit dem Riesenkampff, Abel und Co. ihren nicht gerade wenigen Kritikern ganz selbst einen Angriffspunkt freilegten.
Möglichkeit zur Kurskorrektur bietet sich im Herbst
Nicht vergessen darf man aber, dass der Aufsichtsrat gar nicht als "der Aufsichtsrat" zu beurteilen ist, sondern aus fünf ziemlich unterschiedlichen Einzelpersonen besteht. Aus Abnickern und Übereifrigen. Aus Kuntz-Huldigern und Kuntz-Absägern. Auch die jetzige Sportvorstand-Diskussion war laut SWR-Informationen nicht einstimmig.
Eigentlich ist eine gewisse Meinungsvielfalt im Kontrollgremium wünschenswert, aber im Moment scheint die Mischung nicht zu stimmen. Schon bald, im Herbst 2017, wird der Aufsichtsrat turnusmäßig neugewählt. Dann bietet sich den FCK-Mitgliedern die Möglichkeit für eine Korrektur – und bis dahin dürfen sie von Aufsichtsrat, Vorstand, Sportdirektor und allen anderen eine professionelle Zusammenarbeit im Interesse des Vereins erwarten.
Quelle: Der Betze brennt
Update, 23.02.2017:

Aussprache in FCK-Führung: Zurück zur Tagesordnung
Die FCK-Verantwortlichen haben den Personalstreit der vergangenen Woche für beendet erklärt: Zwischen Sportdirektor Stöver und dem Aufsichtsrat habe es eine Aussprache gegeben – darüber informierte der Vorstand.
"Wir gehen zur Tagesordnung über", sagte Thomas Gries, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, in der Stuttgarter Zeitung. Im Rahmen der Vorberichterstattung zum anstehenden Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (Sonntag, 13:30 Uhr) hatte der bekannte Pfälzer Journalist Tobias Schächter in der Regionalzeitung ein FCK-Porträt mit aktuellen O-Tönen veröffentlicht.
Gries: Öffentliche Diskussion lässt alle als Verlierer dastehen
Es habe eine Aussprache zwischen dem Aufsichtsrat und Sportdirektor Uwe Stöver gegeben, berichtet FCK-Vorstand Gries, der sich vor allem über die schlechte Außendarstellung für den gesamten Verein ärgert: "Es ist ein Unding, dass so etwas in der Öffentlichkeit diskutiert wird und am Ende alle als Verlierer dastehen."
Hintergrund der Geschichte: Am vergangenen Wochenende hatten mehrere Medien über Gedankenspiele des FCK-Aufsichtsrates berichtet, wonach Aufsichtsratsmitglied Mathias Abel als neuer Sportvorstand berufen werden sollte, was praktisch einer Entmachtung von Sportdirektor Uwe Stöver gleichgekommen wäre. Vorstand und Trainerteam protestierten den Medienberichten zufolge zunächst intern dagegen. Der Aufsichtsrat ruderte schließlich zurück und betonte, man habe nur Optionen geprüft und keineswegs schon einen Beschluss gefasst (siehe ältere Meldungen auf Der Betze brennt).
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Kaiserslauterns teuflische Angst vor der Hölle (Stuttgarter Zeitung)
