@Thomas, wkv u.a.,
es gebietet der Anstand, dass man alle mit gleicher Elle misst.
Worin gleicht sich das Gebaren beider?
Beide betreiben ein riskantes Glücksspiel. Die Rückzahlung der Kredite ist an einen Erfolg geknüpft, der beim FCK schon lange auf sich wartet läßt. Im Gegensatz zu einem seriösen Glücksspieler, der seinen Einsatz mit Guthaben finanziert, führt Misserfolg bei Sportvereinen, die ihren Einsatz mit Schulden finanzieren, immer weiter dem Abgrund entgegen.
Schulden mit Schulden zu bezahlen führt fast
immer zum Crash.
Mezzanines Kapital an sich ist nichts Schlechtes. Allerdings scheinen mir hier die Bedingungen sehr schlecht (7-8% und Beteiligung). Namhafte Firmen (Henkel ....) ziehen zur Zeit Kapital, bei denen der Geldgeber keine Zinsen bekommt oder gar noch Negativzinsen zahlen muß. Über die Bonität des FCK soll hier des Sängers Höflichkeit schweigen.
Zu Zeiten der Giralgeldschwemme, der masslosen Vermögenskonzentration und Deflation ist es für Geldgeber schwer, werterhaltende Geldanlagen in der produktiven Wirtschaft zu finden. So schießen seit einiger Zeit dubiose Fondgesellschaften aus dem Boden, die auf den Erfolg ihrer Kreditnehmer setzen und an deren möglichem Erfolg teilhaben wollen. So gibt es Fonds für Studentenkredite, Fonds für Fussballvereine, für Kleinkredite ...
Den Hochschulabsolventen, dessen Einkommensverhältnisse sich nicht so gestalten, wie die es sich ausgemalt hatten, haben sie ein Leben lang am Haken (ein Ideal für einen Kreditgeber: Jemanden ein Leben lang für Zinsen zahlen arbeiten zu lassen). Gegenüber einem Verein haben sie einErpressungspotenzial, da die Mitglieder bis zum Äußersten die Liquidation des Vereins zu verhindern suchen. Gegenüber einem Verein wie dem FCK haben sie ein unermessliches Erpressungspotenzial, weil dahinter über das Stadion die Stadt Kaiserslautern involviert ist, die mit allen Mitteln verhindern muss, dass das Stadion nahezu kostenlos von einem Regionaligisten beackert wird.
Hier ist auch der Unterschied zu den Anleihezeichnern aus der Anhängerschaft und zur Stadt zu finden. Bei Ersteren wird die Geduld und Nachsicht großteils fast grenzenlos sein, bei der Stadt muß sie grenzenlos sein, da sie sich sonst selbst mehr als nur schadet.
Das Ganze ist in einen Topf mit jenen dubiosen Finanzierungsmodellen zu sehen, bei denen z.B. amerikanische Kapitalanlagegesellschaften Kommunenen Liquidität brachten, indem sie öffentliche Infrastruktur übernahmen. Das Ergebnis ist bekannt. Die Städte und damit der Steuerzahler haben den Schaden, wobei letrzterer dazu auch noch die Ruhestandgehälter, der Finanzgenies im öffentlichen Dienst zu zahlen hat.
Der FCK leistet sich einen Marketingsvorstand und ein Finanzgenie im Vorstandsrang. Ich frage mich : Wozu? Die 3 Mio hätte jeder pensionierte Prokurist mit einiger Verbindung zu weit günstigeren Konditionen besorgen können.
Merke: Eine Geschichte ist immer erst dann zu Ende, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat (Dürrenmatt).
