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Der Fußball ist sicher: Tausende Fans demonstrieren in Leipzig

16.11.2025, 15:00 Uhr - Autor: Thomas Hilmes

Mehr als 10.000 Fußballfans fast aller deutschen Vereine haben in Leipzig gegen populistische Debatten auf ihrem Rücken demonstriert. Das Motto der Anhänger, darunter auch Fanclubs des 1. FC Kaiserslautern: Der Fußball ist sicher.

Titelfoto

Foto: Imago Images

Die FCK-Anhänger liefen bei der bundesweiten Fandemo neben Klubs wie VfL Osnabrück, Stuttgarter Kickers oder Energie Cottbus, ohne dass es dabei zu negativen Vorkommnissen gekommen wäre. Dem Aufruf der "Fanszenen Deutschlands" folgten auch fast alle anderen Vereine, darunter der VfB Stuttgart, Union Berlin, Hertha BSC, 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach, Bayern München - und sehr viele weitere. Der gemeinsame Slogan stand auf einem Banner in der ersten Reihe: "Eure Statistiken und unsere Wahrnehmung zeigen: Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus - Ja zur Fankultur!"

Laut "Sportschau" haben mehr als 10.000 Fußballfans teilgenommen. Auch der "Kicker" und weitere Medien berichten über die Demo.

Hintergrund der Fan-Proteste, zu denen es am vergangenen Spieltag auch Spruchbänder und eine Stellungnahme gab, ist eine bevorstehende Innenminister-Konferenz im Dezember. Dort soll ein härteres Vorgehen rund um Fußballspiele diskutiert werden. Die Initiative "Der Fußball ist sicher" hat eine Unterstützerliste und eine Unterschriftenpetition gestartet, der sich am ersten Tag schon rund 31.500 Personen und 343 Fanclubs - davon 32 FCK-Fanclubs - angeschlossen haben.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Unterstützung sind auf der Webseite der Kampagne zu finden:

» www.derfussballistsicher.de

Dort findet sich auch die folgende nähere Erläuterung der Initiatoren:


Banner: Der Fußball ist sicher

Der aktuelle Jahresbericht 2025 der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) belegt eindeutig: Die deutschen Stadien sind sichere Orte. Gewaltdelikte nehmen weiter ab, das Sicherheitsniveau bleibt konstant hoch. Trotzdem planen Politik und Verbände Maßnahmen, die tief in die Rechte von Stadionbesucherinnen und -besuchern eingreifen würden.

Auf der kommenden Innenministerkonferenz (IMK) am 03.12.25 in Bremen soll über die Einrichtung einer zentralen Stadionverbotskommission entschieden werden. Diese Kommission könnte künftig Stadionverbote bundesweit prüfen oder aussprechen und gleichzeitig die Entscheidungsbefugnisse der Vereine und lokalen Kommissionen einschränken. Besonders kritisch ist, dass künftig bereits nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens - also ohne Verurteilung und ohne Unschuldsvermutung - ein Stadionverbot geprüft werden soll.

Darüber hinaus stehen personalisierte Tickets, KI-gestützte Überwachungssysteme und Gesichtsscanner zur Debatte. Damit würde der Stadionbesuch zu einem Ort der Kontrolle und Datensammlung.

Diese Entwicklungen stehen im klaren Widerspruch zu den Grundprinzipien von Rechtsstaatlichkeit und informationeller Selbstbestimmung. Statt Vertrauen und Dialog zwischen Fans, Vereinen und Behörden zu stärken, drohen Misstrauen, pauschale Verdächtigungen und neue Repressionsmechanismen.

Wir, die Fanszenen Deutschlands, lehnen diese Pläne entschieden ab. Der Fußball in Deutschland ist sicher - und soll es auch bleiben, ohne flächendeckende Überwachung und pauschale Verbote.

Daher fordern wir:

1. Reduzierung der Einsatzkräfte - Seitens der Politik werden immer wieder hohe Einsatzstunden der Polizei angeführt. Dennoch erleben wir regelmäßig, dass der personelle Aufwand rund um die Stadien sowie auf den An- und Abreisewegen die tatsächlichen Bedarfe zur Sicherung von Fußballspielen übersteigt. Die Innenminister sind aufgefordert, die Einsatzplanungen ihrer Polizeien kritisch auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen. Eine Umlage von Polizeikosten auf Fußballvereine lehnen wir hingegen entschieden ab.

2. Keine Verschärfung der Stadionverbotspraxis - Statt einer bundesweiten zentralen Stadionverbotskommission müssen die bisherigen, lokal verankerten Strukturen bestehen bleiben. Diese verfügen über Erfahrung, Kontextwissen und das nötige Augenmaß. Entscheidungen über Stadionverbote müssen weiterhin dort getroffen werden, wo Vereine, Fanprojekte und Fanbeauftragte die tatsächlichen Abläufe kennen und wo Betroffene lokal eine faire Chance auf Anhörung erhalten. Ein Stadionverbot darf niemals automatisch oder bereits bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ausgesprochen werden! Darüber hinaus muss ein Stadionverbot immer die ultima ratio bleiben: Anstatt junge Menschen ohne hinreichende Begründung aus Stadien auszusperren, sollten sich Verbände und Politik für rechtsstaatlich verbindliche und pädagogisch wertvolle Maßnahmen bei tatsächlich vorliegenden Straftaten im Fußballkontext einsetzen.

3. Anerkennung des Mehrwerts der deutschen Kurven - Anstatt mit der Forderung der Personalisierung aller Eintrittskarten jeden Stadiongänger unter Generalverdacht zu stellen, sollte auch die Politik die Fankultur hierzulande als Alleinstellungsmerkmal des Fußballs anerkennen! Auch die Nutzung von Pyrotechnik sollte endlich ihre berechtigte Akzeptanz finden!

Begründung:

Unterstütze die Petition und trage dich mit deinem Fanclub (inklusive Mitgliederzahl!) in die Unterstützerliste ein:


  • Für den Fußball, der ein Ort der Freiheit, Gemeinschaft und gelebten Fankultur bleiben soll.
  • Für alle Fans, die ohne Angst vor Kontrolle, pauschalen Stadionverboten oder flächendeckender Überwachung ins Stadion gehen wollen.
  • Für unsere Vereine, die ihre Kompetenzen vor Ort kennen und Entscheidungen im Dialog mit den Fans treffen sollten.
Quelle: www.derfussballistsicher.de

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