Vorbericht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern
Jetzt geht's los!
Nach gefühlten fünf Monaten geht es endlich wieder los! Das erste Pflichtspiel des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2009/10 findet im DFB-Pokal bei Drittligist Eintracht Braunschweig statt. Erreicht der FCK dieses mal endlich wieder die zweite Runde oder sagen nach der Partie die Pessimisten: „Haben wir es doch gesagt, das wird nichts“? Finanziell und für die Moral vor dem ersten Punktspiel wäre ein Weiterkommen unglaublich wichtig - hoffentlich gehen die Spieler auch mit dieser Einstellung in die Partie.
Die Ausgangslage
Naja, die Ausgangslage ist klar: Es muss gewonnen werden. Ob durch ein glückliches Elfmetertor in der 90. Minute, was ich jedoch weder Euch noch mir wünsche, oder ein wunderbar herausgespieltes 3:0 - das Erreichen der nächsten Runde steht klar im Mittelpunkt. Während wir noch nicht wirklich wissen, wo wir stehen, hat die Eintracht schon zwei Punktspiele in der dritten Liga hinter sich gebracht. Mit vier Punkten und 1:0 Toren (dieses per Elfmeter) ist der Saisonstart geglückt, beängstigend wirkt er jedoch nicht.
Die Personalsituation
Es war ja schon in der letzten Saison schwierig, die Aufstellung der Roten Teufel vorherzusagen. Jetzt, nach der Verpflichtung einiger neuer Spieler und Testspielen, in denen sich die Stammelf noch nicht so ganz herauskristallisierte, wird es noch mühsamer. Aber fangen wir mal ganz hinten an.
Im Tor steht Tobias Sippel nach seiner Rotsperre von 2007 für Pokalspiele weiterhin nicht zur Verfügung, damit fällt die Wahl auf Luis Robles oder Kevin Trapp, der schon letzte Saison im Pokal eingesetzt wurde. Da Trapp die gesamte Vorbereitung mitmachen konnte und Robles aufgrund der Länderspiele mit den USA erst viel später einstieg, geht die Tendenz hin zu einem weiteren Einsatz für den 19-jährigen Trapp.
In der Abwehr ist es noch schwieriger, eine Aufstellung zu tippen. Es stehen so viele Abwehrspieler zur Verfügung, dass eigentlich nur Kapitän Martin Amedick als absolute Größe bezeichnet werden kann. Dieser ist wohl besonders heiß, immerhin geht es gegen seinen Ex-Verein. Aber wer spielt neben ihm? Wenn Neuzugang Rodnei von Hertha BSC im Training überzeugen konnte, stehen die Chancen gut, dass dieser neben Amedick in der Viererkette spielt. Auf den Außen könnten die „Platzhirsche“ der letzten Rückrunde, also Florian Dick und Alexander Bugera, von Anfang an auflaufen. Viele FCK Fans würden zwar lieber andere Akteure auf diesen Posten sehen, aber Fabian Müller scheint noch Zeit zu brauchen, Rekonvaleszent Mathias Abel ist wohl eher eine Alternative für Innen und auch Daniel Pavlovich muss noch dazu lernen. Hinzu kommt die noch nicht auskurierte Verletzung von Sascha Kotysch, der in der Rückrunde seine Sache rechts hinten mehr als ordentlich erledigte.
Kommen wir zum Mittelfeld. Kurz möchte ja mit einer „Doppelsechs“ spielen, hier scheinen die Neuzugänge Bastian Schulz von Hannover und Rückkehrer Georges Mandjeck vom VfB Stuttgart die besten Karten zu haben. Jiri Bilek muss sich wohl erst einmal hinten anstellen. Rechts könnte Sidney Sam, links Neuzugang Ivo Ilicevic auflaufen. Das wäre dann ein zu drei Vierteln ausgeliehenes Mittelfeld, hoffentlich können die Jungs überzeugen, sonst wird in einem Jahr wieder neu gesucht werden müssen. Das soll aber an dieser Stelle nicht das Thema sein.
Fehlt noch der Sturm - Erik Jendrisek ist zwar noch nicht in Topform, aber an dem Slowaken führt kein Weg vorbei. Doch wer stürmt neben ihm? Adam Nemec wird es wohl noch nicht sein, die Spielberechtigung lässt auf sich warten und er sagt von sich selbst, noch nicht ganz fit zu sein. Also wird es wohl auf Kai Hesse hinauslaufen. Auch wenn ich jetzt gesteinigt werde: Ich bin sicher, dass er seine Bude machen wird! Wartet's es nur ab!
Nicht dabei sind der gesperrte Sippel, Kotysch, die angeschlagenen Ouattara und Hornig sowie die noch nicht wieder fitten Reghecampf und Kapitän Nummer Zwei, Srdjan Lakic.
Eintracht Braunschweig wird großteils auf seine Aufstellung der letzten Spiele zurückgreifen, nur Schanda wird eventuell eine Pause erhalten und durch Washausen ersetzt. Im Sturm spielt mit Marco Calamita ein gefährlicher Stürmer, der auch schon ein halbes Jahr in Kaiserslautern aktiv war, dort aber nicht über Einsätze in der zweiten Mannschaft hinaus kam. Auffälliger war hingegen Braunschweigs Coach Thorsten Lieberknecht, in 13 Bundesligaspielen zwischen 1992 und 1994 erzielte er sogar einen Treffer für den FCK. Amüsanterweise bestritt Lieberknecht sowohl sein erstes Profispiel auf dem Betze wie auch sein letztes, 2007 wurde er für Eintracht Braunschweig beim 1:1 in Kaiserslautern kurz vor Schluss eingewechselt. Auch der Co-Trainer ist ein alter und guter Bekannter in Kaiserslautern, Jürgen Rische, einer der Meisterspieler von 1998. Neben Wehen scheinen also auch die Niedersachsen ein Faible für ehemalige Lautrer zu haben. Dennoch, ihr altes FCK-Herz, falls vorhanden, werden die beiden für mindestens 90 Minuten vergessen und alles für die Eintracht geben.
Die Statistik
Es gibt noch eine Rechnung zu begleichen. Eine gewaltige Rechnung im Pokal. Die 1:4-Klatsche 2003 in der ersten Pokalrunde gilt es zu tilgen. Als Pokalfinalist und UEFA-Cup-Teilnehmer fuhr der FCK nach Braunschweig und kassierte diese böse Niederlage, als Erstligist beim Regionalligisten. Auch der 1:0-Erfolg im Zweitliga-Punktspiel 2006 konnte diese Niederlage nicht vergessen machen, da muss schon eine Revanche im Pokal her. Freitag, 20:30 Uhr, die Chance für die Revanche!
Im Pokal stehen dieser Niederlage zwei Lautrer Heimsiege gegenüber, in allen Pflichtspielen zusammen gewann der FCK 20 und verlor 16 Partien, neun endeten Unentschieden. Von diesen 45 Spielen wurden übrigens nur fünf von der jeweiligen Auswärtsmannschaft gewonnen, dreimal waren die Roten Teufel in Braunschweig siegreich.
Fan-Infos
Im Gegensatz zu einigen Auswärtsspielen in der Liga kann man diesmal auch mit vielen Heimfans rechnen, die ihre Mannschaft nach vorne peitschen wollen und werden. Die Hamburger Straße ist generell als kleiner „Hexenkessel“ bekannt, gegen den FCK sind die Fans sogar noch etwas motivierter, durch ihre Freundschaft mit Waldhof Mannheim ist die Ablehnung von Kaiserslautern „Ehrensache“. Die treuen Fans - ein Schnitt von 13.000 Zuschauern in der dritten Liga spricht Bände - werden auch das Pokalspiel zu einer heißen Kiste machen. Das Eintracht-Stadion wird voll sein, wozu auch die Lautrer Schlachtenbummler beitragen werden: Mit knapp 1.000 rot-weiß-roten Fans wird gerechnet. Und die sollen nachher auch bitteschön jubeln!
O-Töne
Marco Kurz: „Die Mannschaft brennt. An dem Spiel in Braunschweig müssen wir uns messen lassen.“
Martin Amedick: "Ich habe meinen Mitspielern schon erzählt, was uns erwarten wird. Die sind gewarnt."
Es geht also endlich los. Und hoffentlich ist sie nicht auch sofort wieder vorbei, die Pokalsaison 2009/10. Die letzten beiden Pokalpleiten bei Drittligisten - in Essen und in Jena - sollten Warnung genug sein, um nicht schon wieder frühzeitig die Segel streichen zu müssen. Es geht um Geld, um Ansehen, um die Chance, sich zu präsentieren. Also legt los, Jungs, lasst die Vorbereitung vergessen und die Pessimisten nach dem Abpfiff sagen: „Das hätte ich nicht erwartet“.
Auf eine geile Saison!
Daten und Fakten
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Voraussichtliche Aufstellungen
Eintracht Braunschweig: Petkovic - Brinkmann, Washausen, Dogan, Theuerkauf - Kruppke, Danneberg, Vrancic, Boland - Calamita, Onuegbu
Ersatz: Davari,Reichel, Yilmaz, Fuchs, Banser, Pfitzner
1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera - Ilicevic, Schulz, Madjeck, Sam - Jendrisek, Hesse
Ersatz: Robles, Abel, Damjanovic, Bilek, Fuchs, Müller, Paljic, Akcam
Es fehlen: Reghecampf, Lakic (beide Trainingsrückstand), Kotysch (Wadenbeinbruch), Sippel (Sperre), Hornig (Sprunggelenkverletzung), Ouattara (Muskelprobleme), evtl. Nemec (noch keine Spielberechtigung)
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